AusflugszieleSt. Blasien

Kreismuseum St. Blasien

St. Blasien · Hochschwarzwald
gratis mit Card IndoorKulturSenioren
Gerahmtes Portraitgemälde eines Mannes mit Vollbart, Museumsausstellungsraum
Foto: Flominator (talk) / CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons
Start Attraktionen Kreismuseum St. Blasien

1892 entstand im benachbarten Bernau ein Paar Skier, die als die ersten in Deutschland gefertigten gelten. Wer diesen Köpfer-Ski im Original sehen will, steigt im Kreismuseum St. Blasien in den zweiten Stock des Hauses des Gastes, eines Gebäudes, das einmal Marstall und Gästehaus der Benediktinerabtei war. Zwischen romanischem Rauchfass, Mineralien aus der Grube Krunkelbach und Fürstenporträts erzählt dieses kleine Haus, wie aus einer Klosterzelle erst eine Gewehrfabrik und dann ein mondäner Kurort wurde.

Was der Besuch im Kreismuseum St. Blasien kostet

Erwachsene zahlen 2,50 Euro. Ermäßigt sind es 1,50 Euro, Kinder und Jugendliche zahlen ebenfalls 1,50 Euro. Ein Familienticket sucht man vergebens, gerechnet wird streng nach Einzelpreisen. Bei diesem Niveau fällt das kaum ins Gewicht, und es erspart die übliche Rechnerei, ab welchem Kind sich die Pauschale lohnt.

Übernachtest du in der Region, hast du fast sicher eine Gästekarte dabei. Leg sie unaufgefordert an der Kasse vor: Mit Kurkarte sinkt der Eintritt für Erwachsene auf 2,00 Euro. Wer die Hochschwarzwald Card besitzt, kommt einmalig ganz ohne Eintritt hinein, denn das Kreismuseum gehört zu den Zielen, die in der Karte enthalten sind. Anerkannt werden außerdem die DreiWelten Card, die WälderCard und der Museums-Pass-Musées.

Genau diese niedrige Schwelle macht das Haus zur Rettung an nassen Tagen. Wenn über dem Feldberggebiet die Wolken festhängen und die geplante Tour ausfällt, brauchst du keinen Ersatzplan mit Eintrittspreisen im zweistelligen Bereich. Die Ausstellung liegt komplett im Trockenen, der Dom steht ein paar Schritte weiter, und zwischen beidem liegt eine Hauptstraße mit Cafés. Aus einem verregneten Nachmittag wird so ein Programm, an das du dich länger erinnerst als an die abgesagte Wanderung.

Von der Cella Alba zur Gewehrfabrik: vier Brüche in einem Stockwerk

Die Ausstellung gliedert die Ortsgeschichte in vier Epochen, und sie beginnt sehr klein: mit der Cella Alba, der weißen Zelle, im 9. Jahrhundert. Aus dieser Einsiedelei im Waldtal wuchs eine der mächtigsten Benediktinerabteien des Schwarzwaldes. Ihren Höhepunkt erreichte sie unter Fürstabt Martin Gerbert, der von 1720 bis 1793 lebte und aus der Stätte religiöser Gelehrsamkeit ein Zentrum weltlicher Herrschaft machte. Der Dombau, der in unmittelbarer Nachbarschaft des Museums steht, ist das steinerne Ergebnis dieser Machtentfaltung.

Dann kommt der harte Schnitt. Die Säkularisation von 1807 hob das Kloster auf, die Mönche zogen weiter in das Nachfolgekloster St. Paul im österreichischen Lavanttal. Was blieb, beschreibt das Museum als einen Hauch von Weltgeist, der in der Stadt hängen blieb, obwohl ihr Fundament weggebrochen war. Diese Abteilung erklärt viel darüber, warum St. Blasien bis heute größer wirkt, als es seiner Einwohnerzahl nach ist.

Die dritte Epoche riecht nach Öl und Maschinen. In den hochherrschaftlichen Klostergebäuden zog die Industrie ein, unter anderem die Badische Gewehrfabrik und großflächige Anlagen der Textilproduktion. Wo Jahrhunderte lang Stundengebete den Takt vorgaben, standen plötzlich Werkbänke. Um 1900 folgte der nächste Umschwung: Der Ort stieg zum Kurort auf, Sanatorien zogen europäischen Adel, Großbürgertum und Künstler an. Historische Fotografien und alte Werbeblätter zeigen diesen Lebensstil, dessen Spuren im Stadtbild bis heute stehen.

Kunstkabinett, Köpfer-Ski und Steine aus der Grube Krunkelbach

Das visuelle Zentrum ist das Kunstkabinett. Hier hängen Werke der Brüder Franz Xaver Winterhalter und Hermann Fidel Winterhalter aus dem nahen Menzenschwand. Franz Xaver stieg zu einem der gefragtesten Fürstenmaler Europas auf, seine schmeichelhaften Porträts hingen an halb Europas Höfen. Dazu kommen Gemälde von Hans Thoma aus Bernau und Arbeiten von Adolf Hildenbrand. Es ist ein seltsam großer Auftritt für ein Haus dieser Größe, und er erklärt sich aus dem Geld, das der Kurtourismus in die Region trug.

Ein paar Schritte weiter steht der Köpfer-Ski von 1892 aus Bernau. Er dokumentiert, wie Einheimische das skandinavische Fortbewegungsmittel an die Hänge des Südschwarzwaldes anpassten, und ist damit die Vorgeschichte zu allem, was heute rund um den Feldberg an Wintersport stattfindet. Die naturkundliche Abteilung, ursprünglich von Dieter Knoch gestaltet, hält daneben Geologie und Bergbau bereit. Die Mineralien aus der Grube Krunkelbach bei Menzenschwand, bekannt für ihre Uran- und Flussspatvorkommen, sind der Publikumsmagnet dieser Vitrinen.

Aus der Klosterzeit sind hochkarätige Stücke geblieben: Bücher aus der einst außerordentlich reichen Bibliothek, die unter Martin Gerbert aufgebaut wurde, und ein aufwendig gearbeitetes romanisches Rauchfass aus dem Kirchenschatz. Ein Holzschnitt durch die Rotunde der Abteikirche, gefertigt nach dem originalen Zimmermannsriss des 18. Jahrhunderts, macht die Statik der Kuppel begreifbar. Für Kinder ist das Haus kein Mitmachmuseum, aber schimmernde Steine, frühe Ski und Gewehre aus dem 19. Jahrhundert wirken auch ohne Knöpfe zum Drücken. Im August richtet die Stadt zusätzlich Ferientage unter dem Titel „Im Museum auf Spurensuche“ aus.

Aktueller Hinweis

Das Haus macht eine lange Winterpause: Vom 1. November bis einschließlich 26. Dezember ist geschlossen. Bis zum 18. Oktober 2026 läuft die Sonderausstellung „Kunst aus einem Stift“, die klassische Skulptur und japanischen Manga zusammenbringt. Den Großteil der Arbeiten schuf Shufan Liu, Schüler des Kollegs St. Blasien, überwiegend mit einem einfarbigen Kugelschreiber.

Nur vier Nachmittage pro Woche: Zeiten, Busse, Aufzug

Das Zeitfenster ist schmal. Geöffnet ist ganzjährig von Donnerstag bis Sonntag, jeweils von 14:30 bis 17 Uhr. Montag, Dienstag und Mittwoch bleibt das Museum für den Publikumsverkehr zu. Eine Saison, die erst im April beginnt, gibt es nicht: Die einzige längere Schließzeit ist die Winterpause vom 1. November bis einschließlich 26. Dezember. Für einen gründlichen Rundgang durch alle Abteilungen und eine Sonderausstellung solltest du eine bis anderthalb Stunden einplanen. Weil der Betrieb erst am Nachmittag startet, gehört der Vormittag fast zwangsläufig dem Dom oder einer Runde durch den Kurgarten.

Ohne Auto kommst du gut hierher. Mit der Bahn führt der Weg über die Dreiseenbahn bis Schluchsee, Aha oder zur Endstation Seebrugg, alternativ über den Bahnhof Waldshut an der Rheintalstrecke. Von dort bedient die Südbadenbus-Linie 7322 St. Blasien in dichter Taktung. Der städtische Busbahnhof liegt nur wenige Gehminuten vom Haus des Gastes entfernt. Übernachtungsgäste fahren mit der KONUS-Gästekarte kostenfrei, allerdings nur in der 2. Klasse des Nahverkehrs: Fernzüge wie IC und ICE sind davon ausgenommen.

Mit dem Auto ist der Parkraum im Talkessel begrenzt, dafür sind die Wege sehr kurz. Direkt am Haus des Gastes in der Fürstabt-Gerbert-Straße liegen Stellplätze rund 35 Meter vom Eingang entfernt, weitere Flächen findest du fußläufig in der Todtmooser Straße sowie als Längsparkplätze an der Hauptstraße. Drinnen ist der Weg nach oben gelöst: Ein Personenaufzug erschließt das zweite Obergeschoss, das Museum gilt als rollstuhlgerecht, und im Untergeschoss liegen neue barrierefreie Sanitäranlagen.

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Der Dom St. Blasien ist das zwingende Vorprogramm, und er steht buchstäblich vor der Tür. Seine Kuppel gilt als die drittgrößte einer Kirche nördlich der Alpen. Der Reiz der Kombination liegt in der Reihenfolge: Erst stehst du unter der Kuppel und staunst, danach zeigen dir die Architekturmodelle und der Rotunden-Holzschnitt im Museum, welche Rechenleistung und welches Handwerk dahinterstecken.

Nach Menzenschwand lohnt der Abstecher gleich doppelt. Im alten Rathaus vertieft „Le Petit Salon“ das Leben der Brüder Winterhalter, deren Bilder du im Kunstkabinett gesehen hast, und öffnet ebenfalls ab 14:30 Uhr. Aus demselben Ort stammen die Mineralien der Grube Krunkelbach, und wenn das Wetter mitspielt, sind die Menzenschwander Wasserfälle einen Abstecher wert. In Grafenhausen wiederum steht das Heimatmuseum Hüsli, bekannt aus der Schwarzwaldklinik und ebenfalls vom Kulturamt des Landkreises Waldshut betreut. Seine bäuerliche Wohnkultur ist der schärfste denkbare Kontrast zur adligen Kurort-Historie St. Blasiens, und in erreichbarer Nähe liegen außerdem das Erlebnismuseum Schwarzwaldhaus der Sinne sowie der Brauereigasthof Rothaus - Zäpfle Heimat.

Wer den Köpfer-Ski im Original gesehen hat, sollte die Geschichte im Skimuseum Hinterzarten weitererzählen lassen, das auf Georg Thoma zurückgeht. Dort läuft die gesamte Entwicklung des Schwarzwälder Wintersports ab, deren erstes Kapitel hier in der Vitrine liegt. Und Bernau, Herkunftsort des Skis und Heimatort des Malers Hans Thoma, taucht in diesem Museum gleich zweimal auf. Nimm dir für die nächste Regenprognose diesen Nachmittag vor, mit der Hochschwarzwald Card kostet dich der Eintritt nichts.

Gut zu wissen

Eröffnet
1989, im 1983 umgebauten Haus des Gastes
Träger
Städtische und landkreisliche Trägerschaft (Landkreis Waldshut)
Im Gebäude
2. Obergeschoss des ehemaligen Marstall- und Gästehauses der Benediktinerabtei
Passt gut für
Kulturinteressierte, Senioren, Regentage; kompakter Rundgang ohne lange Wege
Weitere Karten
DreiWelten Card, WälderCard und Museums-Pass-Musées werden anerkannt
Schlüsselstücke
Köpfer-Ski von 1892, romanisches Rauchfass, Kunstkabinett der Brüder Winterhalter
Insider-Tipp

Behandle das Erdgeschoss nicht als bloßen Weg zum Aufzug. Das Haus des Gastes wurde für rund 400.000 Euro saniert, und in der neuen Tourist-Information mit Infostelle des Biosphärengebiets bekommst du regionale Erzeugnisse, die es so kaum im Souvenirregal gibt: Sekt aus Deutschlands höchstgelegener Sektmanufaktur, Uhren mit Dom-Motiv und Tannenspitzenhonig aus Menzenschwand. Nimm dir vor der Rückfahrt ein paar Minuten dafür.

Häufige Fragen

Wie viel Zeit sollten wir für den Rundgang einplanen?
Eine bis anderthalb Stunden reichen für die Dauerausstellung und eine Sonderschau. Da erst um 14:30 Uhr geöffnet wird und um 17 Uhr Schluss ist, planst du den Besuch am besten als Nachmittagsprogramm, etwa nach einer Dombesichtigung am Vormittag.
Haben unsere Kinder in einem Heimatmuseum überhaupt etwas davon?
Interaktive Stationen gibt es nicht, dafür Exponate mit Wirkung: schimmernde Mineralien aus der Grube Krunkelbach, die ersten in Deutschland gefertigten Skier und Waffen der Badischen Gewehrfabrik. Kinder und Jugendliche zahlen 1,50 Euro, im August kommen die Ferientage „Im Museum auf Spurensuche“ dazu.
Kommen wir mit Rollstuhl oder Kinderwagen in den zweiten Stock?
Ja. Ein geräumiger Personenaufzug im Haus des Gastes erschließt die Ausstellung während der gesamten Öffnungszeiten, das Museum gilt als rollstuhlgerecht. Im Untergeschoss steht ein behindertengerechtes WC nach DIN 18040 bereit, das ebenfalls über den Lift erreichbar ist.
Wo stellen wir das Auto ab, und wie lösen wir den Parkschein?
Am nächsten sind die Plätze in der Fürstabt-Gerbert-Straße direkt am Haus des Gastes, rund 35 Meter vom Eingang. Weitere Flächen liegen fußläufig in der Todtmooser Straße und an der Hauptstraße. Auf allen gebührenpflichtigen städtischen Plätzen und im Parkhaus am Busbahnhof zahlst du minutengenau per Parkster-App und kannst bequem vom Tisch aus verlängern.
Mit welchem Bus kommen wir vom Bahnhof nach St. Blasien?
Die Südbadenbus-Linie 7322 fährt in hoher Taktung von Seebrugg und von Waldshut nach St. Blasien. Seebrugg erreichst du über die Dreiseenbahn, die auch in Schluchsee und Aha hält. Mit der KONUS-Gästekarte ist die Fahrt in der 2. Klasse des Nahverkehrs kostenfrei, Fernzüge wie IC und ICE sind ausgenommen. Vom Busbahnhof sind es nur wenige Gehminuten bis zum Museum.

Übernachten

Und wo schläfst du?

Der Trichter im zweiten Stock ist geöffnet, du kannst über das Bleiben nachdenken, während der Rauchfassduft noch im Kopf hängt. Unsere Partnerhäuser liegen mitten in der Region.

Transparenz: Hotel Hochfirst und Hotel Sonnenberg gehören zur H24-Gruppe, die SchwarzwaldNavi betreibt.

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