16 mal 8 Meter. Mehr Wasserfläche hat das Hallenbad Herrischried nicht, und genau darin liegt sein Reiz: Von der einen Beckenkante siehst du die andere, dein Kind bleibt im Blick, und das Wasser, das hier sprudelt, kommt frisch aus dem Hotzenwald. Konstant 28 bis 30 Grad warm, auf 884 Metern Höhe im vorderen Hotzenwald gelegen. Kein Wellenbecken, keine Röhrenrutsche, kein Gedränge. Ein kompaktes Wohlfühlbad im Freizeitzentrum eines staatlich anerkannten Luftkurorts.
Wann das Hallenbad Herrischried geöffnet hat, und wann eben nicht
Der Wochenrhythmus ist alles andere als gleichförmig. Montag und Dienstag bleibt die Tür zu, das sind feste Ruhetage. Mittwoch und Freitag hast du dafür den langen Atem von 11 bis 21 Uhr, du kannst also nach einer Wanderung noch entspannt ins Warme. Donnerstag dreht sich der Takt um, da ist nur der Vormittag von 9 bis 13 Uhr dran. Samstags gilt das Fenster von 10 bis 14 Uhr, sonntags das längste des Wochenendes von 10 bis 18 Uhr. Wer spontan vorbeifährt, ohne das vorher zu prüfen, steht mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit vor verschlossenen Türen.
Dazu kommt der Jahresrhythmus: Das Bad geht regelmäßig in eine Sommerpause für Reinigung, Wartung und kleinere Umbauten. Für diese Wochen verweist die Gemeinde auf das Freibad Aqua-Treff im benachbarten Todtmoos, eine eingespielte Absprache zwischen zwei Gemeinden, die Personal und Energie bündeln.
Den Rest des Jahres ist dieses Bad das, was du an einem grauen Schwarzwaldtag suchst: eine Attraktion, der das Wetter draußen vollkommen gleichgültig ist. Wenn der Regen waagerecht über den Hotzenwald zieht und die geplante Tour zum Gugelturm ins Wasser fällt, ist die Halle mit ihrem 28 bis 30 Grad warmen Becken der Plan B, der sich hinterher besser anfühlt als Plan A.
Ohne Bargeld kommst du hier nicht ins Becken
Eine Sache solltest du vor der Abfahrt erledigen: Geld abheben. An der Kasse gilt ausschließlich Barzahlung, Karten werden nicht akzeptiert. Erwachsene zahlen 5,50 Euro, mit Gästekarte 5,00 Euro, Kinder von 7 bis 15 Jahren kommen für 3,00 Euro hinein, jüngere von 3 bis 6 Jahren für 2,00 Euro. Für schwerbehinderte Erwachsene sind es 3,50 Euro, für schwerbehinderte Jugendliche 2,50 Euro. Bei der Familienkarte nennt die Preisliste 9,00 Euro Basispreis und 10,00 Euro zuzüglich Energiezuschlag pro Kopf. In allen anderen Beträgen steckt dieser Zuschlag von 1,00 Euro bereits; die Gemeinde erhebt ihn, seit die Kosten für die konstante Beheizung des Beckens auf knapp 30 Grad spürbar gestiegen sind. Wer regelmäßig kommt, rechnet mit Mehrfach- und Dauerkarten: Die Zwölferkarte kostet 45,00 Euro für Erwachsene und 20,00 Euro für Kinder, die Jahreskarte 95,00 Euro für Erwachsene, 120,00 Euro für Familien und 80,00 Euro für Alleinerziehende. Wer beide Bäder nutzen will, nimmt die gemeindeübergreifende Kombi-Jahreskarte, die zusätzlich das Freibad in Todtmoos einschließt: 177,00 Euro für Erwachsene, 96,00 Euro für Kinder von 6 bis 16 Jahren und 320,00 Euro für Familien. Sie gilt ein volles Jahr ab dem Ausstellungsdatum, ein Passfoto ist dafür zwingend erforderlich.
Mit der Hochschwarzwald Card bekommst du einmalig freien Eintritt ins Bad. Dasselbe gilt für die SchwarzwaldCard. Die DreiWelten Card und die WälderCard werden an der Kasse ebenfalls als Vorteilskarten anerkannt.
Direkt am Gebäude liegt der Parkplatz Eishalle mit ausreichend kostenlosen Stellplätzen, Busparkplätze gibt es ebenfalls. Die nächste Autobahnanschlussstelle ist rund 45 Kilometer entfernt, der nächste größere Bahnhof in Waldshut oder Bad Säckingen etwa 20 Kilometer. Rechne dabei mit einer Baustelle: Die Gemeinde hat am 17. August 2026 vorab über die bevorstehende Fahrbahnsanierung der Ortsdurchfahrt (K 6533) samt eines Teilstücks der Niedergebisbacher Straße informiert. Ohne Auto geht es genauso gut, die Haltestellen Herrischried Eishalle und Herrischried Rathaus liegen etwa 100 Meter vom Eingang entfernt. Die Linie 7328 fährt von Bad Säckingen über Rickenbach bis Todtmoos, die Linie 7329 verbindet Wehr über Rickenbach mit Herrischried, samstagabends gibt es auf der 7328 eine Spätverbindung gegen einen Zuschlag von 1,50 Euro. Wer sich beim Gastgeber anmeldet und die Kurtaxe zahlt, 2,00 Euro ab 16 Jahren und 1,00 Euro für Kinder von 6 bis 15 Jahren, bekommt die KONUS-Gästekarte: Sie gilt für den gesamten Aufenthalt als Freifahrtschein in Bussen und Nahverkehrszügen der 2. Klasse im ganzen Schwarzwald, ICE und IC ausgenommen.
Sprudelndes Hotzenwaldwasser, ein Wasserfall und die Sonneninsel
Der erste Eindruck ist die Temperatur. 28 bis 30 Grad liegen deutlich über dem, was städtische Sportbäder anbieten, und du merkst den Unterschied schon beim Eintauchen: Die Schultern sacken nach unten, die Muskeln geben nach. Das Becken hat durchgehend 1,50 Meter Tiefe, ohne flachen Kinderbereich. Für Erwachsene reicht das zum Bahnenziehen, größere Kinder und Jugendliche stehen sicher. Für gemächliches Schwimmen ist es genau die richtige Zwischenzone.
Das Herzstück am Beckenrand ist der angelegte Wasserfall. Er sorgt für das Rauschen, das den ganzen Raum füllt, und wird von den Gästen als Nackenmassage genutzt: hinstellen, Schultern unter den Strahl, warten, bis die Verspannung vom Autositz verschwindet. Für Kinder ist er ohnehin das erste Ziel. Fest installierte Unterwasserscheinwerfer setzen das Becken in Szene, was besonders an trüben Nachmittagen und an den langen Mittwoch- und Freitagabenden seine Wirkung entfaltet.
Wer genug geschwommen ist, geht in die separate Ruhezone, die an den Badebereich angegliedert ist. Dort steht die Sonneninsel mit ihren Vital-Sonnenbänken, und deren Nutzung kostet nichts extra. In den wärmeren Monaten kommen Liegewiese und Terrasse dazu. Badminton- und Tischtennisausrüstung kannst du vor Ort ausleihen.
Von der 90-Grad-Sauna aufs Unterwasser-Fahrrad
Direkt an das Bad grenzt die neu gestaltete Saunalandschaft, und die ist der Grund, warum manche Gäste einen halben Tag hier verbringen statt einer Stunde. Eine klassische finnische Sauna heizt auf 90 Grad, daneben steht eine Infrarotkabine für die schonende Tiefenwärme. Abgerundet wird der Bereich durch einen großzügigen Ruheraum mit Holzverkleidung, Holzfußboden und Liegestühlen. Zu bestimmten Terminen im Oktober, November und Dezember lädt das Bad zur Mitternachtssauna ab 17 Uhr.
Im Wasser geht deutlich mehr als Bahnenziehen. Gemeinsam mit der ansässigen AQUAMOTION Schwimmschule laufen hier Aqua Cycling und Aqua Fitness. Beim Aqua Cycling sitzt du auf einem stationären Fahrrad unter Wasser, das verbindet Oberkörpertraining mit Radfahren, ist gelenkschonend und geht an Herz, Kreislauf und Koordination. Familien nutzen vor allem die Schwimmkurse: Anfängerkurse für Kinder und Aufbaukurse für Brust- und Kraulschwimmen, organisiert in Blöcken zu je fünf Einheiten und überwiegend samstags.
Drumherum stimmt das Praktische: Schließfächer für die Wertsachen, Einzelkabinen zum Umziehen, Duschen, fest installierte Haartrockner und kostenloses WLAN. Ein Aufzug ist im Gebäude vorhanden; die Angabe hat der Anbieter selbst eingetragen, Details zur Barrierefreiheit klärst du am besten vorab telefonisch. Und wenn hinterher der Hunger kommt: Im selben Gebäudekomplex sitzt das Restaurant Fürbuehni, gelobt für faire Preise, gut bürgerliche Küche und vor allem für Gulaschsuppe und Cordon Bleu.
Kaum beworben, aber buchbar: Du kannst die komplette Saunalandschaft außerhalb der regulären Betriebszeiten exklusiv für deine Gruppe mieten, bis maximal 10 Personen. Drei ungestörte Stunden kosten pauschal 100,00 Euro, jede weitere Stunde 15,00 Euro und jede weitere Person 13,00 Euro. Reserviert wird direkt über die Tourist-Info Herrischried.
Gut zu wissen
Was sich in der Nähe noch lohnt
Das Bad steht nicht allein, sondern im Freizeitzentrum, das in Herrischried als das pulsierende Herz der Gemeinde gilt. Unter demselben Dach liegt die Eissporthalle, und daraus ergibt sich die beliebteste Kombination des Winters: erst Schlittschuhlaufen, bis die Zehen kalt sind, dann ohne einen Meter Autofahrt hinüber ins 28 bis 30 Grad warme Wasser. Zum Gelände gehören außerdem eine Minigolfanlage, Tennisplätze, eine Boule-Anlage und ein Kinderspielplatz.
Nur wenige Gehminuten entfernt liegt das Freilichtmuseum Klausenhof Herrischried, ein Hotzenwaldhaus, dessen Wurzeln bis ins Jahr 1424 zurückreichen und in dem das Leben der Salpeterer und der Hotzenwälder Bevölkerung greifbar wird. Direkt gegenüber steht eine der letzten traditionellen Schwarzwälder Glasmacher-Werkstätten, in der glühendes Glas vor den Augen der Zuschauer zu filigranen Formen gezogen wird.
Wer den Badbesuch mit Bewegung an der Luft verbinden möchte, nimmt den Gugelturm mit: 90 Stufen und 16 Höhenmeter trennen dich vom Panoramablick über den gesamten Hotzenwald bis zu den Schweizer Alpen, ganz in der Nähe liegt der Stehlesee mit eigenem Kiosk. Einen Abstecher wert sind an einem zweiten Tag die Menzenschwander Wasserfälle, und wer lieber aufs Rad steigt, findet mit dem E-Bike Verleih Sport Lehr (Todtnau) und dem Bikepark Todtnau zwei erreichbare Ziele. Die schönste Reihenfolge bleibt: erst hinauf auf den Turm, dann ins warme Wasser.