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Brauereigasthof Rothaus - Zäpfle Heimat

Grafenhausen · Hochschwarzwald
gratis mit Card KulturIndoor
Luftaufnahme der Badischen Staatsbrauerei Rothaus im Rothauser Land, umgeben von Schwarzwaldtannen
© Hochschwarzwald Tourismus GmbH
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Es gibt Orte, an denen ein Bier mehr erzählt als jedes Geschichtsbuch. Rothaus ist so ein Ort. Auf rund 1.000 Metern Höhe, mitten im Wald bei Grafenhausen, braut eine Staatsbrauerei seit 1791 ihr Bier, und rund um den Brauereigasthof Rothaus ist daraus eine ganze GenussWelt gewachsen: ein interaktives Museum, ein Erlebnisweg durch den Wald, der höchstgelegene Natur-Biergarten Deutschlands und ein Abenteuerspielplatz, auf dem Kinder ein riesiges Holz-Bierfass erklettern. Wenn du wissen willst, warum eine kleine grüne Bügelflasche in ganz Deutschland Kultstatus hat, bist du hier genau richtig.

Wo das Tannenzäpfle zuhause ist

Die Geschichte beginnt 1791, und sie beginnt mit Mönchen. Die Benediktiner des Klosters St. Blasien gründeten die Brauerei hoch oben im Wald, und sie hatten dabei mehr im Sinn als gute Geschäfte: Die Bewohner der umliegenden Schwarzwaldhöfe sollten mit ordentlichem Bier vom hochprozentigen Schnaps weggelockt werden. Der Standort war klug gewählt, denn hier gab es reines Quellwasser in Fülle, Holz direkt vor der Tür und eine alte Handelsstraße, über die das Bier seinen Weg in die Welt fand.

Mit der Säkularisation 1806 ging die Brauerei an das Großherzogtum Baden über, und daraus wurde eine Besonderheit, die bis heute Bestand hat: Seit 1952 gehört die Badische Staatsbrauerei Rothaus vollständig dem Land Baden-Württemberg. In einer Brauereilandschaft, die längst von internationalen Konzernen dominiert wird, ist das eine bemerkenswerte Ausnahme. Rund 240 Mitarbeiter brauen hier jährlich etwa 937.000 Hektoliter Bier, damit zählt Rothaus zu den größten Brauereien des Landes.

Und dann ist da natürlich das Tannenzäpfle, 1956 eingeführt und seither das Herzstück der Marke. Das Etikett mit der Schwarzwälderin Biergit Kraft, ein Wortspiel aus dem Spruch "Bier gibt Kraft", stammt aus dem Jahr 1972 und wurde seitdem kaum verändert. Ein Detail für Besserwisser am Stammtisch: Die Zapfen auf dem Etikett stammen gar nicht von der Weißtanne, sondern von der Rottanne, deren Zapfen charakteristisch nach unten hängen. Genau diese Treue zum eigenen Erbe macht den Charme der Marke aus.

Hier oben schmeckst du, warum eine kleine grüne Flasche zum Wahrzeichen eines ganzen Landstrichs werden konnte.

Zäpfle Heimat: Braukunst zum Anfassen

Das Herzstück für Besucher ist die Zäpfle Heimat, ein interaktives Museum auf 300 Quadratmetern direkt an den historischen Gebäuden. Verstaubte Vitrinen suchst du hier vergeblich: An über 25 Stationen erlebst du, wie jahrhundertealte Braukunst und computergesteuerte Produktion ineinandergreifen. Du scannst QR-Codes mit dem eigenen Smartphone oder nimmst den Audioguide, den es auf Deutsch, Englisch und Französisch gegen ein Pfand gibt, ganz ohne Mietgebühr. Die lückenlose Sammlung historischer Flaschenetiketten zeigt dir nebenbei, wie sich die Marke über die Jahrzehnte grafisch entwickelt hat, und selbst die Destillation des hauseigenen Rothaus-Whiskys wird erklärt.

Der schönste Moment kommt zum Schluss: An der Zäpfle Bar tauschst du deinen am Einlass erhaltenen Zäpfle Taler gegen ein frisch gezapftes Bier oder ein alkoholfreies Getränk vom Zapfautomaten. Der Eintritt kostet 5,00 Euro, Kinder kommen kostenfrei hinein. Und wenn du mit der Hochschwarzwald Card unterwegs bist, ist der komplette Besuch inklusive Taler und Audioguide für dich kostenlos.

Brauereigasthof Rothaus: einkehren, übernachten, hinter die Kulissen schauen

Der denkmalgeschützte Brauereigasthof Rothaus wurde 2021 und 2022 umfassend erweitert, und der Neubau ist eine moderne Verbeugung vor dem klassischen Schwarzwaldhaus: ein mächtiges Walmdach in traditioneller Zimmermannsarbeit, gedeckt mit rund 900 Quadratmetern tiefschwarz glasierter Turmalin-Ziegel. Innen findest du 26 Hotelzimmer, den Zäpfle Markt mit allem vom Zäpflegelee bis zum Radtrikot im Tannenzäpfle-Design, und eine Küche, die brauereitypisch kocht: Zäpflesuppe, Schweinshaxe, dazu saisonal Spargel, Pfifferlinge oder Wild aus heimischer Jagd. Für Kinder gibt es eine eigene Karte und Hochstühle, und in der Whiskybar warten die Single Malts, die Rothaus seit 2009 gemeinsam mit der Destillerie Kammer-Kirsch herstellt.

Wer tiefer eintauchen will, bucht die 90-minütige Brauereiführung. Treffpunkt ist der Infopoint im Zäpfle Markt, dann geht es hinein in die Herzkammern der Produktion: das Sudhaus mit seinen imposanten Kupferkesseln, der weitläufige Lagerkeller, die gigantische Abfüllanlage. Rund 200 Treppenstufen liegen auf dem Weg, dafür wartet am Ende in der Zäpfle Bar ein frisches Bier aus der Zäpflefamilie und eine ofenfrische Schwarzwald-Brezel. Erwachsene zahlen 15,00 Euro, Kinder von 7 bis 15 Jahren 10,00 Euro, Kleinkinder bis 6 Jahre sind kostenfrei dabei, und unter 16 geht es generell nur in Begleitung eines Erwachsenen hinein. Die Termine laufen täglich um 12, 14 und 16 Uhr, eine Online-Reservierung ist Pflicht, denn an Wochenenden und in den Ferien sind die Führungen oft Wochen im Voraus ausgebucht.

Ein Geheimtipp für Genießer ist das Food Pairing, das es jeden Freitag um 16 Uhr gibt: Für 22,50 Euro ist die reguläre Brauereiführung inklusive, anschließend führt dich ein ausgebildeter Biersommelier durch die Verkostung: drei "Versucherle", kleine Tapas aus der Gasthofküche, kombiniert mit drei exakt darauf abgestimmten Mini-Bieren. So schmeckst du, wie Röst-, Hopfen- und Malzaromen mit Speisen zusammenspielen.

Draußen: Zäpfle Weg, Abenteuerspielplatz und Biergarten auf 1.000 Metern

Auch ohne Ticket und Anmeldung hat Rothaus viel zu bieten. Der frei zugängliche Zäpfle Weg führt in etwa 30 Minuten über das Brauereigelände und durch den umgebenden Wald, vorbei an neun Informationsstationen und drei Pavillons zu Rohstoffen, Braukunst und Umweltschutz. Unterwegs triffst du auf den Zäpfle-Brunnen mit seiner markanten Zapfen-Skulptur und auf den mystischen Quellgeist, der als Hüter des reinen Brauwassers inszeniert ist. Der spektakulärste Moment: Durch ein großes Panoramafenster blickst du direkt in die Abfüllanlage, in der stündlich bis zu 60.000 Flaschen gereinigt, befüllt und etikettiert werden.

Familien zieht es auf den weitläufigen Abenteuerspielplatz direkt am Natur-Biergarten. Hier experimentieren Kinder an einem massiven Wasserrad, klettern an Wänden und Hochseilgarten-Elementen, steuern einen bespielbaren Bagger oder erobern das riesige Holz-Bierfass, während du im Biergarten sitzt und alles im Blick hast. Wer die Anreise selbst zum Erlebnis machen will, nimmt den Rothaus Express, die touristische Bahn zwischen Schluchsee und Brauerei. Sie verkehrt in der Saison von Mai bis Oktober von Donnerstag bis Montag zwischen 9 und 17 Uhr, Dienstag und Mittwoch ist Ruhetag; an der Brauerei starten die Fahrten Richtung Schluchsee um 11:20, 12:45 und 14:10 Uhr; die späten Fahrten um 15:35 und 17:00 Uhr gibt es primär im Intensivbetrieb der Sommerferien im Juli und August. Mit der Hochschwarzwald Card ist die Rundfahrt komplett kostenfrei, Hunde fahren gegen eine Gebühr von 2,00 Euro mit.

Nebenbei erlebst du hier ein Unternehmen, das seine Heimat ernst nimmt: Das Wasser kommt aus sieben eigenen Quellen, der Hopfen aus Tettnang und der Hallertau, der Strom der gesamten GenussWelt ist zu 100 Prozent Ökostrom, und bis 2030 will Rothaus vollständig klimapositiv produzieren. Auf den Parkplätzen stehen E-Ladesäulen für Autos und E-Bikes bereit.

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Rothaus liegt so günstig, dass du gleich einen ganzen Tag daraus machen kannst. Exakt eine Gehminute entfernt, direkt gegenüber dem Haupttor, steht das Heimatmuseum Hüsli, das prächtige Schwarzwaldhaus, das als Wohnhaus von Professor Brinkmann in der Fernsehserie "Die Schwarzwaldklinik" berühmt wurde. Die Konzertsängerin Helene Siegfried trug hier einst alte Bauteile, Kachelöfen, bemalte Decken und Schwarzwälder Uhren zusammen. Nach einem etwa 20-minütigen Spaziergang durch Grafenhausen erreichst du außerdem das Erlebnismuseum Schwarzwaldhaus der Sinne, wo du dich für 8,00 Euro Eintritt durch komplett abgedunkelte Räume tastest und optische Täuschungen erlebst.

Mit kleineren Kindern lohnt die Mühlenbesichtigung mit Streichelzoo an der Tannenmühle, nur fünf Autominuten entfernt, mit historischen Mühlenrädern und Forellenteichen. Aktive kombinieren den Brauereibesuch mit dem Schluchsee: Eine rund sechs Kilometer lange Wanderung führt am Nordufer von Aha bis Schluchsee-Ort, mit Einkehr im Strandcafé Aha direkt am Wasser. Einen Abstecher wert sind am See außerdem der Jägersteig Schluchsee und das aqua fun Schluchsee. Die Anreise ist übrigens auch ohne Auto ein Genuss: Mit Höllentalbahn und Dreiseenbahn fährst du bis Seebrugg, von dort bringt dich die Buslinie 7342 bis zur Haltestelle "Rothaus (Grafenhausen)" in Sichtweite der Brauerei, mit der KONUS-Gästekarte komplett gratis. Also: Card einpacken, Führung online sichern und hinauf auf den Berg.

Aktueller Hinweis

2026 steht Rothaus ganz im Zeichen des 70-jährigen Tannenzäpfle-Jubiläums (1956 bis 2026). Die Zäpfle Heimat wurde neu gestaltet und öffnet am 13.03.2026 wieder, jetzt mit Augmented-Reality-Elementen und täglichen Öffnungszeiten von 12 bis 18 Uhr. Im Frühjahr erscheint das Jubiläumsbier "Fürst-Abt Edel", pro verkaufter Kiste fließt ein Euro in Klimaprojekte des Klosters St. Blasien. Weitere Termine: SC Freiburg FeSCht am 18. Juli, Enthüllung des letzten Jubiläumsbiers am 5. September, Food Festival am 12. und 13. September. An diesen Eventtagen können Führungskapazitäten eingeschränkt sein, die Anreise mit Bus und Bahn wird dringend empfohlen.

Gut zu wissen

Gegründet
1791 von den Benediktinermönchen des Klosters St. Blasien; seit 1952 vollständig im Besitz des Landes Baden-Württemberg
Höhenlage
Rund 1.000 Meter, mit Deutschlands höchstgelegenem Natur-Biergarten
Zäpfle Heimat
5,00 € inkl. frisch gezapftem Getränk, Kinder frei; mit Hochschwarzwald Card kostenlos
Brauereiführung
90 Minuten, 15,00 € Erwachsene, 10,00 € Kinder 7-15 Jahre, bis 6 Jahre kostenfrei (nur in Begleitung), nur mit Online-Reservierung
Rothaus Express
12,00 € Erwachsene, 8,00 € Kinder bis 15 Jahre, bis 2 Jahre frei, Familienticket 34,00 € (2 Erw. + max. 3 Kinder); mit Hochschwarzwald Card kostenlos
Besuchsdauer
2 bis 3 Stunden für Museum, Zäpfle Weg, Shop und Biergarten; mit Führung ein halber Tag
Für Familien
Abenteuerspielplatz mit Wasserrad, Bagger und Holz-Bierfass, frei zugänglich am Biergarten
Insider-Tipp

Mit kleinen Kindern klappt die Split-Strategie am besten: Ein Elternteil geht auf die 90-minütige Führung, der andere erkundet mit dem Nachwuchs die Zäpfle Heimat und den Abenteuerspielplatz, danach trefft ihr euch an der Zäpfle Bar wieder. Und wenn du zeitlich flexibel bist, buche einen Termin unter der Woche, dann ist der Andrang kleiner und du kommst mit den Brauführern ins Gespräch. Feinschmecker greifen freitags um 16 Uhr zum Food Pairing: Für 7,50 € Aufpreis gegenüber der regulären Führung gibt es Biersommelier, drei Tapas und drei Mini-Biere dazu.

Häufige Fragen

Ist Rothaus für Kinder geeignet?
Ja, sehr: Der Abenteuerspielplatz ist frei zugänglich, die Zäpfle Heimat ist für Kinder kostenlos, und der Gasthof hat Kinderkarte und Hochstühle. Für die Brauereiführung gilt: unter 16 nur in Begleitung Erwachsener, Kinderwagen sind in der Produktion verboten, und wegen Hitze und Lärm wird die Tour erst ab etwa zehn Jahren empfohlen.
Darf mein Hund mit?
Im Rothaus Express fährt dein Hund gegen eine Gebühr von 2,00 € mit. Kinderwagen sind in der Produktionsführung übrigens ebenso verboten wie die Teilnahme mit Rollstuhl oder Rollator, hier gelten strenge Werksvorschriften.
Lohnt sich Rothaus bei Regen?
Absolut. Zäpfle Heimat, Zäpfle Markt, Gasthof und die Produktionsführung sind komplett überdacht, und selbst der Rothaus Express hat verschließbare Panoramafenster. Rothaus zählt zu den besten Schlechtwetter-Zielen im Hochschwarzwald.
Ist die Anlage barrierefrei?
Zäpfle Heimat, Zäpfle Markt, Gasthof und Biergärten sind ebenerdig beziehungsweise rollstuhlgerecht ausgebaut. Die 90-minütige Brauereiführung ist für Menschen mit Gehbehinderung, Rollator oder Rollstuhl dagegen ausgeschlossen, denn sie führt über rund 200 Treppenstufen und durch Kellerabschnitte mit teils niedrigen Decken.
Wie komme ich hin und wo parke ich?
Mit dem Auto von Freiburg über B31 und B500 bis Seebrugg, dann links auf die L170 Richtung Grafenhausen-Rothaus; vor Ort gibt es kostenfreie Parkplätze mit E-Ladesäulen. Mit der Bahn fährst du bis Seebrugg und weiter mit der Buslinie 7342 zur Haltestelle "Rothaus (Grafenhausen)", mit der KONUS-Gästekarte kostenlos.

Übernachten

Und wo schläfst du?

Wenn ein Feierabendbier auf über tausend Metern schon so viel Ruhe schenkt, dann schmeckt der nächste Morgen dort gleich doppelt. Unsere Partnerhäuser liegen mitten in der Region.

Transparenz: Hotel Hochfirst und Hotel Sonnenberg gehören zur H24-Gruppe, die SchwarzwaldNavi betreibt.

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