AusflugszieleSt. Märgen

Naturfreibad St. Märgen

St. Märgen · Hochschwarzwald
gratis mit Card FamilieKinderOutdoor
Das Naturfreibad St. Märgen an einem Sommertag
© Hochschwarzwald Tourismus GmbH
Start Attraktionen Naturfreibad St. Märgen

Stell dir vor, du gleitest durch glasklares Wasser, und unter dir zieht gemächlich ein Karpfen seine Bahn. Kein Chlorgeruch, keine dröhnenden Lautsprecher, stattdessen Trinkwasser, Bergluft auf rund 900 bis 1.000 Metern Höhe und ein weiter Blick über die Täler des Hochschwarzwalds. Das Naturfreibad St. Märgen ist eines der höchstgelegenen Naturbäder der Region, und es ist herrlich unmodern: keine Riesenrutsche, kein Eventprogramm, kein englischer Rasen. Nur ein fast 300 Jahre alter Klosterweiher, eine Schwarzwaldwiese und Badespaß wie anno dazumal.

Vom Klosterweiher zum Naturfreibad St. Märgen

Das Becken, in dem du heute schwimmst, war nie als Schwimmbad gedacht. Es gehörte als Klosterweiher zum Augustinerchorherrenstift von St. Märgen und wurde 1753 zum Speicherbecken ausgebaut: Ging einer tiefergelegenen Mühle das Wasser aus, öffnete man die Schleusen des Weihers, damit die Mühlräder weiterliefen. Wer heute auf der Liegewiese sitzt, badet also mitten in einem Stück Wirtschaftsgeschichte des Schwarzwalds.

Zum Strandbad wurde der Weiher erst 1930, als die damalige Kurverwaltung ihn pachtete und offiziell für Badegäste öffnete. Sechs Jahre später stiftete ein Papiergroßhändler aus Berlin, ein erklärter Freund des Schwarzwalds, das erste Umkleidehäuschen. Seit 1970 gehört das Bad der Gemeinde St. Märgen, die es bis heute betreibt.

Und die Gemeinde macht daraus etwas Besonderes: Zu Beginn jeder Saison wird das rund 100 Meter lange und 40 Meter breite Becken komplett abgelassen und mit frischem Trinkwasser aus dem eigenen Reservoir neu befüllt. Chlor kommt hier nicht hinein. Keine geröteten Augen, kein Schwimmbadgeruch: Gerade für Kleinkinder, Allergiker und Menschen mit Neurodermitis oder Asthma ist das weiche Wasser eine Wohltat.

„Übersichtlichkeit statt Eventbad, Trinkwasserqualität statt Chemie, Schwarzwaldwiese statt englischem Rasen." So beschreiben die Betreiber ihr Bad selbst, und genau so fühlt es sich an.

Karpfen, Kuchen und ein Sandweg für nackte Füße

Wie gut die Wasserqualität wirklich ist, siehst du beim ersten Blick unter die Oberfläche: Rund 30 Karpfen und drei Forellen leben dauerhaft im Becken und teilen sich das Wasser ganz selbstverständlich mit den Badegästen. Die Badeaufsicht pflegt und füttert die Fische regelmäßig, und für Kinder ist es jedes Mal ein kleines Ereignis, wenn die Karpfen in Ufernähe auftauchen.

Überhaupt merkst du an vielen Details, dass sich hier jemand kümmert. Bademeister Robin Nemetz hat in den vergangenen Jahren einiges angestoßen: Ein eigens aufgeschütteter Sandweg führt vom Kassenhäuschen bis zum Kiosk, damit du auf dem sonst steinigen Untergrund barfuß laufen kannst. Es gibt Stand-up-Paddle-Boards, Volleybälle und Schwimmnudeln zum Ausleihen, gegen eine kleine Gebühr auch Sonnenschirme. Und wer nicht ganz offline sein will, bekommt am Kassenhäuschen auf Anfrage das Passwort für den WLAN-Router.

Der heimliche Star des Bades steht allerdings am Kiosk: Roland Mauerer betreibt ihn seit über zwölf Jahren und bietet frische, hausgemachte Kuchen an, wo andere Freibäder auf Tiefkühlware setzen. Dazu gibt es Würstchen, Pommes und Kaltgetränke. Der Kiosk ist der soziale Knotenpunkt der Anlage, und ein Plausch mit dem Betreiber gehört für Stammgäste einfach zum Badetag dazu.

Ein Tag auf der Schwarzwaldwiese

Die unparzellierte Schwarzwaldwiese ist das Herz des Bades. Du breitest deine Decke aus, die Kinder rennen zwischen Sandkasten und Wasser hin und her, und weil das Gelände so übersichtlich ist, hast du sie dabei immer im Blick. Für Schwimmanfänger ist im Wasser ein eigener Nichtschwimmerbereich deutlich markiert, über dem Sandkasten spannt sich ein großes Sonnensegel, und der alte Baumbestand rund um die Wiese spendet auch an heißen Tagen natürlichen Schatten. Wer sich auspowern will, findet auf dem Beachvolleyballplatz Gegner.

Das Wasser selbst ist Teil des Erlebnisses. Weil das Bad nicht beheizt wird und ständig frisches Quell- und Trinkwasser nachfließt, regelt allein die Sonne die Temperatur: In den Hochsommermonaten Juli und August erwärmen sich die Flachwasserzonen auf angenehme 20 bis 23 Grad, im Mai oder September liegt die Temperatur eher bei erfrischenden 18 Grad, die den Kreislauf ordentlich in Schwung bringen.

Und dann ist da noch das, was fehlt: Musikbeschallung gibt es keine. Du hörst Wind in den Wipfeln, Kinderlachen, Wasser. Dazu der freie Panoramablick über die Berg- und Tallandschaft bis zu den Hängen des Feldbergs. Viele Familien und Ruhesuchende bleiben deshalb nicht nur zwei Stunden, sondern einen halben oder ganzen Urlaubstag.

Anfahrt, Parken und Eintritt: so klappt dein Badetag

Eine Besonderheit solltest du vor der Anreise kennen: Direkt ans Freibad heranfahren darfst du mit dem Auto nicht, die Zufahrt zum Gelände ist gesperrt. Stattdessen parkst du kostenfrei auf dem weitläufigen Parkplatz Sportplatz 1 bei der Schwarzwald- und der Weißtannenhalle. Von dort führt ein beschilderter Fußweg durch eine verkehrssichere Unterführung unter der L 128 hindurch direkt zum Eingang. Gerade mit kleinen Kindern ist diese Trennung von Straße und Bad Gold wert.

Mit Bus und Bahn kommst du entspannt hin: Aus Richtung Freiburg nimmst du die Höllentalbahn bis Kirchzarten und steigst dort in die Regionalbuslinie 7216 Richtung St. Märgen. Ausstieg an der Haltestelle St. Märgen Post oder Vogelhof, von beiden läufst du in wenigen Minuten zum Sportplatzgelände. Als Übernachtungsgast im Schwarzwald fährst du mit der KONUS-Gästekarte kostenlos, und an der Kasse zahlst du damit statt 4,00 Euro nur 3,00 Euro Eintritt.

Die regulären Preise sind ohnehin freundlich: Erwachsene zahlen 4,00 Euro, das Familienticket kostet 8,00 Euro, und Kleinkinder haben mit der Einzelkarte freien Eintritt. Der ermäßigte Tarif von 2,50 Euro gilt für Kinder, Jugendliche und Schwerbehinderte ab 60 Prozent mit Ausweis; den Vorteilspreis von 3,00 Euro bekommen neben KONUS-Gästen auch Studenten und Inhaber einer lokalen Gästekarte. Mit der Hochschwarzwald Card, die du ab der zweiten Übernachtung bei teilnehmenden Gastgebern bekommst, ist der Eintritt einmal pro Aufenthalt komplett kostenlos; jeder weitere Badetag kostet den regulären Tarif. Geöffnet ist in der Sommersaison von etwa Mitte Mai bis September täglich von 10 bis 18 Uhr, allerdings witterungsabhängig: Bei Dauerregen oder Kälteeinbruch kann das Bad kurzfristig geschlossen bleiben. Saisonkarten gibt es übrigens nur vor Ort in der Poststelle im Rathaus am Rathausplatz 6, nicht online.

Rund um den Pfisterwald: Spielplatz, Lehrpfade, Finnbahn

Das Freibad liegt am Rand des Natur-Erlebnis-Parks Pfisterwald, und das macht es zur perfekten Basis für einen ganzen Familientag. Nur etwa 160 Meter entfernt wartet der Naturspielplatz Pfisterwald, eine weitläufige, fast komplett aus Holz gebaute Anlage mitten im Wald, bei Familien auch als Ort für Kindergeburtstage beliebt. Gleich daneben liegt der Grillplatz Pfisterwald: Er ist mit einem Schloss gesichert, den Zahlencode bekommst du vorab per E-Mail von der Landjugend St. Märgen, eigenes Holz musst du mitbringen.

Direkt am Bad starten außerdem der Fritz-Hockenjos-Waldlehrpfad und der Weißtannenlehrpfad, eine leichte Familienrunde von etwa 3,1 Kilometern mit sanften 71 Höhenmetern. Zehn liebevoll gestaltete Tafeln erklären das Ökosystem der Weißtanne, ein Quiz hält die Kinder bei Laune. Sportlicher wird es auf der Pfisterwald-Waldlehrpfad-Runde mit 4,7 Kilometern in rund einer Stunde und zwanzig Minuten, und Läufer trainieren auf der Finnbahn besonders gelenkschonend auf federndem Sägespäne-Untergrund. Danach ins kühle Naturwasser springen: eine bessere Belohnung gibt es kaum.

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Auch über den Pfisterwald hinaus lohnt sich die Gegend. Etwa fünf Kilometer nördlich stürzen die wildromantischen Zweribachwasserfälle über 40 Meter in die Tiefe, erreichbar nur zu Fuß durch einen Bannwald, der sich seit 1970 ohne menschlichen Eingriff entwickelt. Nach dieser schweißtreibenden Tour ist das Naturfreibad die perfekte Abkühlung. Fotofreunde steuern die historische Rankmühle an, eines der beliebtesten Motive der Schwarzwald-Romantik. Und wenn du Kultur willst: Das Klostermuseum St. Märgen liegt nur rund 500 Meter entfernt im Ortskern und erzählt von Schwarzwalduhren und Hinterglasmalerei, mit interaktivem Quiz für Kinder.

Spielt das Wetter nicht mit, retten zwei Indoor-Klassiker den Tag: Das BADEPARADIES SCHWARZWALD am Titisee, etwa 18 Kilometer entfernt, lockt mit 23 Rutschen in der Galaxy-Area und der tropischen Palmenoase ab 16 Jahren. Die Fundorena am Feldberg bietet Trampolinpark, Indoor-Hochseilgarten und eine synthetische Eislaufbahn. Verlängerst du den Ausflug an den Titisee bei Sonnenschein, sind dort auch der Titisee-Rundweg und die Badestelle am Titisee einen Abstecher wert. An Sonnentagen gilt ohnehin: Badetasche packen, die Hochschwarzwald Card einstecken und rauf auf die Hochebene. Ein Stück hausgemachter Kuchen am Kiosk wartet schon auf dich.

Gut zu wissen

Höhenlage
Rund 900 bis 1.000 Meter, eines der höchstgelegenen Naturbäder der Region
Becken
Ca. 100 x 40 Meter, chlorfrei, jede Saison frisch mit Trinkwasser befüllt
Geschichte
1753 als Speicherbecken des Klosterweihers ausgebaut, seit 1930 Badebetrieb, seit 1970 Gemeindebad
Wassertemperatur
20 bis 23 Grad im Hochsommer, um 18 Grad in den Randmonaten
Verleih
SUP-Boards, Schwimmnudeln, Volleybälle; Sonnenschirme gegen kleine Gebühr
Eignung
Familien mit kleinen Kindern, Ruhesuchende, Allergiker (chlorfreies Wasser)
Saisonkarte
Nur in der Poststelle im Rathaus (Rathausplatz 6) erhältlich, nicht online
Insider-Tipp

Wenn du die knapp 1.000 Höhenmeter nach St. Märgen mit dem Fahrrad hochstrampelst, frag an der Kasse nach dem Fahrrad-Rabatt: Diese sportliche Leistung wurde hier in der Vergangenheit belohnt. Und gönn dir danach ein Stück hausgemachten Kuchen am Kiosk von Roland Mauerer, er gehört zu diesem Bad wie das Trinkwasser im Becken.

Häufige Fragen

Sind Hunde im Naturfreibad St. Märgen erlaubt?
Nein, Hunde und andere Haustiere sind auf dem gesamten Gelände und im Wasser strikt verboten. Das schützt die Trinkwasserqualität des Beckens und die darin lebenden Karpfen und Forellen.
Was kostet der Eintritt, und was zahlen Familien?
Erwachsene zahlen 4,00 Euro, das Familienticket kostet 8,00 Euro, Kleinkinder haben freien Eintritt. Ermäßigte 2,50 Euro zahlen Kinder, Jugendliche und Schwerbehinderte ab 60 Prozent mit Ausweis. Mit KONUS-Gästekarte, lokaler Gästekarte oder als Student kostet der Eintritt 3,00 Euro, mit der Hochschwarzwald Card ist er einmalig pro Aufenthalt kostenlos.
Kann ich mit der Hochschwarzwald Card mehrmals kostenlos baden?
Nein, die Card gewährt einen einmalig freien Eintritt pro Person während des gesamten Aufenthalts. Für jeden weiteren Badetag löst du ein reguläres Ticket.
Wo parke ich, und wie weit ist der Weg zum Bad?
Du parkst kostenlos auf dem Parkplatz Sportplatz 1 bei der Schwarzwald- und der Weißtannenhalle. Von dort führt ein beschilderter Fußweg durch eine Unterführung unter der L 128 direkt zum Eingang. Die direkte Zufahrt ans Bad ist verboten.
Was mache ich bei Regen?
Das Bad ist witterungsabhängig und bleibt bei Dauerregen unter Umständen geschlossen. Gute Alternativen: das Klostermuseum St. Märgen rund 500 Meter entfernt, das BADEPARADIES SCHWARZWALD am Titisee (ca. 18 Kilometer) oder die Fundorena am Feldberg mit Trampolinpark und Eislaufbahn.

Übernachten

Und wo schläfst du?

Der Klosterweiher ist fast dreihundert Jahre alt, doch ein Tag hier ist meist zu kurz, um wirklich anzukommen. Unsere Partnerhäuser liegen mitten in der Region.

Transparenz: Hotel Hochfirst und Hotel Sonnenberg gehören zur H24-Gruppe, die SchwarzwaldNavi betreibt.

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