AusflugszieleSt. Märgen

Kloster Museum St. Märgen

St. Märgen · Hochschwarzwald
gratis mit Card KulturIndoorSenioren
Illustration: naher Ausschnitt mit drei historischen Schwarzwalduhren, Holzraduhr, bemaltes Lackschild und häuschenförmige Uhr mit Wachtelfigur.
Illustration (KI-erzeugt), kein Foto des Ortes
Start Attraktionen Kloster Museum St. Märgen

Holzrad-Kuckucksuhren, Lackschilduhren, Bahnhäusle-Uhren mit Wachtel: In den barocken Sälen des früheren Augustinerchorherrenstifts am Rathausplatz stehen sie etagenweise beieinander, verteilt auf rund 900 Quadratmeter. Das Kloster Museum St. Märgen erzählt dabei zwei Geschichten auf einmal, die der Schwarzwalduhr und die der Händler, die sie einst bis nach England verkauften.

Sechs Euro, und die Kinder bleiben frei

Der Eintritt kostet 6,00 Euro. Ermäßigt zahlst du 3,00 Euro, das gilt ab einem Grad der Behinderung von 70 Prozent. Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre kommen kostenlos hinein, ein klassisches Familienticket braucht dieses Haus deshalb gar nicht. Wer eine BZ-Card dabei hat, zahlt für sich und eine Begleitperson je 4,00 Euro.

Hast du die Hochschwarzwald Card, ist dein Besuch einmalig frei. Dasselbe gilt für die SchwarzwaldCard, die WälderCard und den überregional gültigen Museums-PASS-Musées. Diesen Museumspass kannst du an der Kasse sogar direkt kaufen oder verlängern, was das Haus finanziell unterstützt.

Ein Detail, an dem schon mancher Gast gescheitert ist: Bezahlt wird an der Museumskasse ausschließlich in bar. EC- und Kreditkarten werden nicht angenommen, zieh also vorher Geld. Dafür bekommst du für deine sechs Euro sonn- und feiertags um 11 Uhr die Führung „Reise ins Uhrenland“ ohne Aufpreis dazu, oft geleitet von Fachleuten oder ehemaligen Lehrkräften aus der Region. Hunde bleiben draußen, den historischen Uhrengehäusen und Möbeln zuliebe.

Sonntags immer, mittwochs nur im Sommerhalbjahr

Die Öffnungszeiten haben zwei Gesichter. Ganzjährig ist sonn- und feiertags von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Vom 1. April bis zum 15. November und zusätzlich in den baden-württembergischen Schulferien kommen Mittwoch und Donnerstag von 10 bis 13 Uhr sowie Freitag von 14 bis 17 Uhr dazu. Montag, Dienstag und Samstag bleibt das Haus geschlossen, ebenso am 1. Januar, an Karfreitag und am 1. Weihnachtstag. Zu Weihnachten, zum Jahreswechsel und an Fasnacht können kurzfristige Hinweise auf der Startseite der Museums-Website stehen. Ein Blick dorthin lohnt sich also, bevor du losfährst.

Mit dem Auto erreichst du St. Märgen über die Schwarzwald-Panoramastraße, aus Richtung St. Peter auf der L127, aus Richtung Titisee-Neustadt durchs Jostal auf der L128. Von Freiburg aus sind es rund 20 Fahrtminuten nach Osten. Parken kannst du im direkten Umfeld, etwa beim Rathaus oder beim Haus der Begegnung. An schönen Wochenenden füllen sich diese Plätze rasch, weil St. Märgen zugleich Startpunkt vieler Panoramawanderungen ist. Wer vor 10 Uhr da ist, spart sich die Runde um den Block.

Entspannter geht es mit dem Bus. Die Linie 7216 fährt meist stündlich ab dem Bahnhof Himmelreich oder ab Hinterzarten, und die Haltestelle Post/St. Märgen liegt unmittelbar am Rathausplatz, also praktisch vor der Museumstür. Übernachtest du bei einem teilnehmenden Gastgeber, fährst du mit der KONUS-Gästekarte kostenlos in Bussen und Regionalbahnen der 2. Klasse. Wichtig: Die KONUS-Karte bringt dich her, den Eintritt deckt sie nicht ab. Und wenn der Regen die Wanderung ohnehin kippt, ist dieses Haus mit seinen drei trockenen Etagen genau der Plan B, den der Tag dann braucht.

Von der hölzernen Waaguhr zum Bahnhäusle mit Wachtel

Das Herzstück der Dauerausstellung ist die Entwicklung der Schwarzwalduhr, und sie beginnt roh und hölzern. Um 1660 bauten die Uhrmacherbrüder Georg und Mathias Kreutz die ersten hölzernen Waaguhren. Wie weit der Weg von dort führte, siehst du an wenigen Metern Vitrine: eine archaische Holzrad-Kuckucksuhr mit Papierschild aus der Zeit um 1760, daneben eine Lackschilduhr mit Kuckuck von etwa 1820.

Dann wird es feiner. Eine Tischuhr mit Federzugwerk von rund 1870 zeigt, wie das Handwerk technisch nachzog. Den eigentlichen Bruch im Aussehen aber markiert die Bahnhäusle-Uhr, hier vertreten durch ein Modell mit Kuckuck und Wachtel von 1880. Ihr Entwurf geht auf Friedrich Eisenlohr zurück, den Architekten der Badischen Staatsbahn: Seine Bahnwärterhäuschen wurden zur Vorlage, samt Holzschnitzereien und Tannenzapfen als Gewichten. Was heute weltweit als Kuckucksuhr gilt, ist im Kern ein badisches Bahngebäude im Kleinformat.

Die Reihe endet nicht im 19. Jahrhundert. Ein Exponat von 2003 führt vor, dass die Tradition weiterläuft, und sein Titel liest sich wie ein Miniaturdorf, das gleichzeitig losgeht. In den Uhrenabteilungen stehen dazu Touch-Bildschirme, die kurze Videosequenzen zu den kompliziertesten Stücken abspielen. Praktisch, denn manche Mechanik versteht man erst, wenn man sie einmal in Bewegung gesehen hat.

Hof mit Kuckuck und Glocke, Musik, Tanz, Sägewerk

Was das Kloster Museum St. Märgen über Menschen erzählt

Unter dem Klosterdach wird aus Technikgeschichte plötzlich Familiengeschichte. Dort dokumentiert das Museum den weltweiten Uhrenhandel am Lebenslauf von Andreas Löffler. Er verließ St. Märgen 1839 mit 23 Jahren, um in Cambridge Uhren zu verkaufen, und lebte dort wie viele Landsleute eng zusammen mit anderen Schwarzwälder Wanderhändlern, den sogenannten Kameraden. Seine Briefe von 1839 bis 1843 an seinen Vater Michael Löffler, der daheim als Packer für ihn arbeitete, sind ausgestellt. Sie erzählen von Transportwegen und Margen, aber auch von Heimweh. Löffler starb schon nach vier Jahren in England und hinterließ damit das am besten erforschte Zeugnis eines Schwarzwälder Uhrenhändlers seiner Zeit.

Ein anderer Name prägt das Haus ebenso: Matthias Faller, der Klosterbildhauer, der von 1707 bis 1791 lebte. Nach Wanderjahren, die ihn nach Colmar, Augsburg, München, Wien und Prag führten, kehrte er zurück und wurde zum Künstler der beiden Klosterorte St. Märgen und St. Peter. Du findest üppige Barock- und Rokokoaltäre von ihm, filigrane Hausaltäre und geschnitzte Uhrenschilde, bei denen die Grenze zwischen Sakralkunst und Uhrmacherei einfach verschwindet. In den Rundgang eingebunden ist außerdem der historische Kapitelsaal des Klosters, der Raum, in dem man die Vergangenheit des Gebäudes am deutlichsten spürt.

Dazu kommt die Volksfrömmigkeit: der Wandel von den beschwerlichen Fernwallfahrten nach Jerusalem, Rom oder Santiago hin zu regionalen Wallfahrten, durch die St. Märgen wirtschaftlich und spirituell stark an Bedeutung gewann. Die Pilger wollten Andenken, und daraus wuchs die Schwarzwälder Hinterglasmalerei, deren Geschichte hier ausgebreitet wird. Gebetbücher, Kruzifixe und kleine Hausaltäre, die Känsterle, stehen daneben. Im Dachgeschoss geht es schließlich um den Alltag: Schuhmacherei, Trachtenstickerei, die örtliche Schulgeschichte und das „Leben auf dem Wald“ im Ersten Weltkrieg. Und Gemälde von Künstlerinnen und Künstlern, die sich hier oben inspirieren ließen, darunter Else Engler, Elsbeth Harbers, Ruth Schaumann, Ursula Schrumpf und Gustav Traub.

Lohnende Ziele in der Nähe

Der kürzeste Anschluss liegt direkt nebenan: die barocke Klosterkirche Mariä Himmelfahrt, in der ebenfalls Arbeiten von Matthias Faller stehen. Von dort führt ein kurzer Weg hinauf zur Wallfahrtskapelle auf dem Ohmen. Ein hübsches Fotomotiv am Waldrand ist die Rankmühle aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, die wegen Wassermangels kurioserweise 700 Meter vom eigentlichen Rankhof entfernt gebaut wurde. Anschauen kannst du sie nur von außen.

Wer tiefer in die Klostergeschichte will, wandert oder fährt weiter nach St. Peter, dessen Barockbibliothek zu den schönsten Süddeutschlands zählt. Zwischen beiden Orten verläuft der Panoramaweg von St. Märgen nach St. Peter, mit Blick über die Hügel bis hinunter in die Rheinebene. Naturnäher wird es bei einem Abstecher zu den wildromantischen Wasserfällen, die als Zweribachwasserfälle wenige Kilometer entfernt liegen. Kommst du mit Kindern, wartet nach der Zeitreise der Natur-Erlebnis-Park Pfisterwald mit Naturspielplatz, dazu das Naturfreibad St. Märgen, das bewusst auf Übersichtlichkeit statt Eventbad und Trinkwasserqualität statt Chemie setzt und ebenfalls in der Hochschwarzwald Card enthalten ist.

Bleibst du länger in der Region, lassen sich weitere Ziele anhängen. Für einen zweiten Tag zum gleichen Thema ist ein Haus wenige Fahrminuten entfernt einen Abstecher wert: Deutsches Uhrenmuseum. Ohne Auto kommst du über die Höllentalbahn in die Nähe, und in der Umgebung liegt außerdem der Naturerlebnispfad Hinterzarten. Für den Museumstag selbst gilt: Nimm dir einen Sonntagvormittag, sei um 11 Uhr für die Führung da und halte sechs Euro in bar bereit oder zeig deine Hochschwarzwald Card. Danach liegt das Gasthaus Rößle in Laufweite und serviert badische Küche mit Gartenterrasse, und eine Institution ist das Café Goldene Krone, geführt von den örtlichen LandFrauen, mit Schwarzwälder Kirschtorte nach traditionellem Rezept und Zutaten von Lieferanten aus der Umgebung.

Aktueller Hinweis

Im Jahr 2026 laufen zwei Sonderausstellungen im Erdgeschoss: „Vom Himmel im Atelier“ mit Werken von Eva Rosenstiel noch bis zum 15. November 2026, und ab dem 14. Juni 2026 bis zum 27. Januar 2027 „Die Breisgauer Fünfer 1903–1908“ in Zusammenarbeit mit dem Augustinermuseum Freiburg, mit über 80 Gemälden, Grafiken, Büchern und Postkarten. Zur zweiten Schau gibt es an ausgewählten Sonntagen (30.08., 27.09., 25.10., 29.11., 20.12.2026 und 17.01.2027) um 14:00 Uhr Sonderführungen für 8,00 Euro inklusive Eintritt, ohne Anmeldung.

Gut zu wissen

Geschichte
Klostergründung 1118, heutiger Barockbau um 1750, Säkularisierung 1806, museale Sammlung seit 1960 durch Andreas Schwär
Ausstellungsfläche
Rund 900 Quadratmeter auf drei Etagen, durch ein durchgehendes Nummernsystem verknüpft
Besuchsdauer
1,5 bis 2 Stunden, mit Führung oder Audioguide eher die längere Variante
Führung inklusive
„Reise ins Uhrenland“ ganzjährig sonn- und feiertags um 11:00 Uhr, im Eintritt enthalten; Gruppenführungen ab sechs Personen auf Anfrage
Audioguide
Deutsch, Englisch und Französisch, dazu interaktive Touch-Bildschirme in den Uhrenabteilungen
Für Kinder
Wissensquiz als Schnitzeljagd durch die Räume, an der Kasse wartet zum Schluss eine kleine Belohnung
Fotografieren
Für private Zwecke erlaubt, wegen der empfindlichen Gemälde und Papierschilde aber ohne Blitzlicht
Insider-Tipp

Ihr seid eine größere Runde? Ab sechs Personen richtet die Gemeindeverwaltung auf vorherige Anfrage eine Sonderführung ein, auf Wunsch sogar außerhalb der regulären Öffnungszeiten. Wer zusätzlich die angrenzende Klosterkirche Mariä Himmelfahrt von innen erklärt bekommen möchte, fragt beim örtlichen Pfarramt nach der rund einstündigen Kirchenführung.

Häufige Fragen

Dürfen wir unseren Hund mit hineinnehmen?
Nein. Wegen der empfindlichen historischen Exponate wie antiker Möbel und Uhrengehäuse müssen Hunde und andere Tiere draußen bleiben.
Was zahlt eine Familie mit drei Kindern hier zusammen?
Das hängt am Alter der Kinder. Bis 14 Jahre ist der Eintritt frei, ab 15 Jahren gilt der volle Satz von 6,00 Euro, genau wie für Erwachsene. Mit der Hochschwarzwald Card ist der Besuch einmalig kostenlos.
Kann ich an der Kasse mit Karte zahlen?
Nein, an der Museumskasse wird ausschließlich bar bezahlt. EC- und Kreditkarten werden nicht akzeptiert, bring das Eintrittsgeld also passend oder in bar mit.
Wo stellen wir das Auto ab, und hält der Bus in der Nähe?
Parkplätze gibt es rund um den Rathausplatz, etwa beim Rathaus und beim Haus der Begegnung. Bei schönem Wetter sind sie am Wochenende früh belegt. Die Buslinie 7216 hält an der Haltestelle Post/St. Märgen, wenige Schritte vom Eingang entfernt.
Verbindet ein Aufzug die drei Ausstellungsetagen?
Ja. Das historische Stiftsgebäude wurde stufenlos ausgebaut, ein geräumiger Aufzug erschließt alle drei Etagen. Das Museum gilt nach DIN 18040 als weitgehend barrierefrei, und rund 20 Museumsstühle laden unterwegs zu Pausen ein.

Übernachten

Und wo schläfst du?

Die Uhren im Kloster Museum St. Märgen ticken weiter in deinem Kopf, wenn du längst wieder draußen stehst, und lassen an einen ruhigen Ausklang denken. Unsere Partnerhäuser liegen mitten in der Region.

Transparenz: Hotel Hochfirst und Hotel Sonnenberg gehören zur H24-Gruppe, die SchwarzwaldNavi betreibt.

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