Wie kommst du auf 1.150 Meter Höhe, ohne dass dir unterwegs die Beine ausgehen? Genau darauf gibt der E-Bike Verleih Tourist-Information Schönwald eine sehr handfeste Antwort: Er stellt dir ein E-Mountainbike mit bis zu 750 Wattstunden Akku hin, der Motor schiebt bis 25 km/h mit, und der Rest ist gleichmäßiges Treten in frischer Höhenluft. Damit liegen die Hochflächen zwischen 950 und 1.150 Metern plötzlich in entspannter Reichweite. Und wer die Hochschwarzwald Card im Gepäck hat, fährt einmal während des Urlaubs ohne Leihgebühr los, ab 16 Jahren und nur nach vorheriger Anmeldung.
Was ein Tag im Sattel kostet, und wann er nichts kostet
Die Tarife sind tagesbasiert und übersichtlich. Ein E-Mountainbike für Erwachsene liegt je nach Modell bei 40,00 bis 45,00 Euro pro Tag. Wer jüngere Mitfahrer dabeihat, greift zum Jugend-Mountainbike ohne Motor für 20,00 Euro, der Kinderanhänger kostet 10,00 Euro. Einen Helm bekommst du in den Größen L und XL für 2,00 Euro, falls du keinen eigenen mitbringst. Sicherheitsschloss und Pannenset sind ohne Aufpreis Bestandteil jeder Ausleihe, du musst dir darüber also keine Gedanken machen. Ab zwei Tagen Mietdauer wird eine Ermäßigung auf den Gesamtpreis gewährt.
Richtig interessant wird es mit der Hochschwarzwald Card: In Schönwald berechtigt sie zur Nutzung für den ganzen Tag, ohne Zuzahlung. Der Vorteil ist einmal während des Urlaubs nutzbar und an klare Bedingungen geknüpft. Die Ausgabe erfolgt nach Verfügbarkeit, das Mindestalter beträgt 16 Jahre, und eine vorherige Anmeldung ist für diesen kostenfreien Verleih obligatorisch. Gruppen ab vier Personen sind vom Card-Vorteil ausgeschlossen, damit Einzelreisende und Paare überhaupt eine Chance auf ein Rad haben.
Daraus folgt der wichtigste Planungssatz für diesen Ausflug: Reserviere vorab, telefonisch oder per Mail. Die Premium-Modelle sind an sonnigen Wochenenden und in der Hauptsaison schnell vergriffen, und ohne Voranmeldung greift der Card-Vorteil ohnehin nicht. Buche deshalb am besten mehrere Tage im Voraus.
Zwei Ausgabestellen, ein Rathaus: so läuft der E-Bike Verleih Tourist-Information Schönwald ab
Die Organisation ist zweigeteilt, und das solltest du vor der Anreise wissen. Von Montag bis Freitag wickelt die Tourist-Information Ausgabe und Rückgabe ab, jeweils von 09:00 bis 12:00 Uhr und von 14:00 bis 17:00 Uhr. In den Hauptsaisonmonaten können die Zeiten werktags auch durchgehend von 09:00 bis 17:00 Uhr gelten. An Samstagen, Sonntagen und Feiertagen übernimmt die Bike-Station, dann gelten 09:00 bis 12:00 Uhr und 15:00 bis 17:00 Uhr. Der Sonntagnachmittag ist rein für die Rückgabe vorgesehen, eine Neuausleihe ist dann nicht mehr möglich. Beide Stellen sitzen im selben Gebäude, dem Rathaus in der Franz-Schubert-Straße, arbeiten aber mit getrennten Kassensystemen. Praktische Folge: Am Wochenende wird ausschließlich bar bezahlt.
Der Verleihbetrieb hängt am Wetter und an der schneefreien Zeit. Er startet in der Regel im April oder Mai und läuft bis Ende Oktober oder Anfang November, je nachdem, wie lange die Forstwege trocken und eisfrei bleiben. In den Wintermonaten ruht die Ausleihe.
Bei der Übergabe bekommst du eine Einweisung in die Technik, vor allem in das Akkumanagement, die Unterstützungsmodi und die Bremsen. Die Flotte besteht aus E-Mountainbikes der Marken GHOST und SCOTT, darunter das GHOST e-Teru B Pro EQ mit 750-WH-Akku, das GHOST e-Teru Universal mit 630 oder 500 WH und das SCOTT Aspect 20. Die Räder gibt es in den Größen S/M bis XL, gefahren werden sie ab einer Körpergröße von 155 Zentimetern. Wer ohne Motor unterwegs sein will oder darf, bekommt ein klassisches Hardtail vom Typ KONA Kahuna oder Fire-Mountain.
Das Parkdeck Ortsmitte in Schönwald ist derzeit gesperrt. Wer mit dem Auto anreist, weicht auf den Parkplatz am Rathaus (rund 30 Meter zur Verleihstation) oder an der Uhrmacher-Ketterer-Halle (rund 65 Meter) aus.
Zum Kuckuck und zurück: die Runde, die den Ort erklärt
Wenn du nur eine Tour fährst, dann diese: Die Rundtour „Schönwald, Zum Kuckuck“ misst 21,75 Kilometer bei rund 238 Höhenmetern Aufstieg und ist in zwei bis drei Stunden zu schaffen. Die Strecke besteht zu etwa 58 Prozent aus Feinschotter und zu 40 Prozent aus Asphalt, das rollt gut und verlangt keine Bike-Park-Technik. Unterwegs sammelst du in einem Rutsch ein, wofür diese Ecke des Schwarzwalds bekannt ist.
Da wäre das Denkmal für Franz Ketterer, dem die Erfindung der Kuckucksuhr zugeschrieben wird. Dann die Gutachquelle an der Hubertuskapelle. Kurz darauf der Reinertonishof, einer der bedeutendsten historischen Schwarzwaldhöfe. Und schließlich die Adlersprungschanze, ein Stück Wintersportgeschichte mitten im sommergrünen Hang.
Wer mehr will, nimmt die Höhentour: 35,18 Kilometer, 681 Höhenmeter, fünf bis acht Stunden. Sie verbindet den Stöcklewaldturm, die Triberger Wasserfälle als Deutschlands höchste Wasserfälle und die Schwedenschanze. Gerade nach Triberg zeigt sich, warum der Motor hier so viel Sinn ergibt: Die Abfahrt ins Tal ist ein Vergnügen, der Rückweg hinauf nach Schönwald wäre ohne Unterstützung eine zähe Angelegenheit. Mit Motorkraft wird daraus eine mühelose Fahrt.
Strom fassen am Lifthäusle, Vesper gleich dazu
Auf rund 1.150 Metern, am Lifthäusle Rohrhardsberg im Farnberg, steht eine E-Bike-Ladestation direkt an den Hauptrouten. Sie kostet nichts. Das ist der Punkt, an dem eine Tagestour im Hochschwarzwald von „geht sich vielleicht aus“ zu „geht sich sicher aus“ wird. An Samstagen und Sonntagen ist das Lifthäusle ab 11:00 Uhr bis mindestens 18:00 Uhr als Vesperstube bewirtschaftet, mit Getränken und kleinen Speisen. Rad an die Steckdose, du an den Tisch: Das lässt sich gut planen.
Die Reichweitenfrage stellt sich damit weniger dramatisch, als viele befürchten. Die 750-WH-Modelle schaffen laut Herstellerangaben selbst im hügeligen Gelände bis zu 100 Kilometer, für die üblichen 30 bis 50 Kilometer eines Ausflugstags ist das reichlich. Genau deshalb funktioniert das Angebot für Menschen, die sich ein Mittelgebirge sonst nicht zutrauen: für Genussradler, für Senioren, für alle mit empfindlichen Gelenken. Schönwald ist ein prädikatisierter Heilklimatischer Kurort, und die gleichmäßige Bewegung in dieser Luft ist Teil des Programms, nicht bloß Beiwerk.
Familien planen ein bisschen um die Altersgrenze herum. E-Bikes gibt es erst ab 16 Jahren, für kleinere Kinder stehen zwei Chariot-Anhänger bereit, wahlweise als Ein- oder Zweisitzer, mit Zuladungsgrenzen von 31 beziehungsweise 45 Kilogramm oder maximal 111 Zentimetern Körpergröße. Wer das Gelände lieber in Begleitung erkundet, bucht eine geführte Tour bei den ortsansässigen MTB- und E-Bike-Guides: 39,00 Euro für die erste Person, 10,00 Euro für jede weitere, Helm ist dabei Pflicht. Ruf am besten schon vor der Anreise durch und sag, an welchem Tag du fahren willst. Der Rest ist dann nur noch Aufsteigen.
Ausflugsideen für danach: die Nähe erkunden
Ein lohnendes Ziel für einen halben Tag im Sattel ist der Blindensee. Das abflusslose Hochmoor liegt auf knapp 990 Metern zwischen Schönwald und Schonach, dunkel und still. Mit dem E-Bike erreichst du die Hochfläche mühelos, die letzte Strecke gehst du zu Fuß über angelegte Holzbohlenwege, damit der empfindliche Boden bleibt, wie er ist.
Kulturell wird es am Reinertonishof und am Denkmal der ersten Kuckucksuhr, beide liegen ohnehin an den ausgeschilderten Routen und lassen sich ohne Umweg mitnehmen. Wer es lieber laut mag, rollt hinunter nach Triberg zu den Triberger Wasserfällen. Der Weg zurück nach oben ist mit Motorkraft genau das, was er sein soll: eine Fahrt, kein Kampf.
Für den Rest des Tages musst du gar nicht weit: Im Ort selbst liegen Minigolf Schönwald und, nur wenige Minuten entfernt, das Schönwälder Naturfreibad. Zwei weitere Ziele findest du in Furtwangen: Deutsches Uhrenmuseum und Bregtalbad Furtwangen, beide gut erreichbar.
Und falls das Wetter kippt, ist das kein verlorener Urlaubstag. Auf den feinschottrigen Waldwegen macht anhaltender Regen keinen Spaß, dann lohnt der Wechsel auf ein wetterunabhängiges Ziel wie das Badeparadies Schwarzwald in Titisee. Das Rad läuft dir nicht weg, und der nächste trockene Vormittag kommt bestimmt.
Gut zu wissen
Pack auch bei strahlendem Sonnenschein eine leichte, winddichte Jacke ein. Das Heilklima in Schönwald lebt von permanenter, sanfter Luftbewegung, und auf den freien Hochplateaus kühlt genau dieser Wind bei der Abfahrt schneller aus, als dir lieb ist.