Der Ball klackt gegen das Hindernis, rollt zurück, und irgendwo hinter dir lacht jemand, weil sein Score gerade endgültig unrettbar geworden ist. Willkommen beim Minigolf St. Georgen: 18 Bahnen mitten im Stadtgarten, umgeben von altem Baumbestand, ein Kiosk mit Eis und kühlen Getränken in Rufweite. Hier tritt der Opa gegen die Enkelin an, und keiner weiß vorher, wer gewinnt. Wenn du im Hochschwarzwald einen Nachmittag suchst, der ohne Ausrüstung, ohne Vorkenntnisse und fast ohne Budget auskommt, bist du hier genau richtig.
Minigolf St. Georgen: 18 Bahnen, 18 Sponsoren, eine ganze Stadt
Dass du hier überhaupt abschlagen kannst, verdankst du den Menschen aus St. Georgen selbst. Im Jahr 2011 war der Platz so sanierungsbedürftig, dass sein Fortbestand auf der Kippe stand. Statt die Anlage stillzulegen, wurde sie im Rahmen eines großen Bürgerprojekts von Grund auf saniert. Für die Erneuerung der Bahnen fanden sich exakt 18 regionale Sponsoren, einer pro Bahn. Ihre Namen stehen bis heute an den jeweiligen Bahnen, und so spielst du dich Loch für Loch durch ein Stück jüngere Stadtgeschichte.
Der Platz liegt direkt im Zentrum der Stadt, eingebettet in den Stadtgarten, der für Einwohner und Besucher als grüne Lunge dient. Genau darin liegt sein Wesen: Er ist das Bindeglied zwischen der Naherholung der Einheimischen und dem sanften, familienorientierten Tourismus im Hochschwarzwald. Keine Großattraktion, kein Spezial-Equipment, keine sportlichen Vorkenntnisse. Diese Bodenständigkeit ist keine Schwäche, sie ist der ganze Charme des Ortes.
Drei Generationen, eine Bahn, und niemand hat einen Vorteil: Genau das macht diesen Platz so entwaffnend.
Im Schatten alter Bäume: der Stadtgarten als Spielfeld
Stell dir vor, du stehst an Bahn eins, über dir rauschen alte Bäume, um dich herum weite Wiesenflächen. An heißen Sommertagen sorgt der Baumbestand für natürliche Beschattung und ein angenehm ruhiges Mikroklima, während anderswo die Sonne brennt. Der gepflegte Park ist dabei nicht bloß Kulisse, er ist die ästhetische Erweiterung des Spielfelds, in dem sich Spazieren, Verweilen und Spielen mischen.
Das soziale Herzstück der Anlage ist der kleine städtische Kiosk. Dort holst du deinen Schläger ab, dort gibt es Speiseeis, kühle Getränke und kleine Snacks, und auf der dazugehörigen Terrasse werden nach der Runde die Spielergebnisse diskutiert. Schwere Provianttaschen kannst du also getrost zu Hause lassen.
Für Familien mit kleinen Kindern kommt ein sehr konkreter Vorteil dazu: Nur rund 85 Meter von der Minigolfanlage entfernt liegt ein gut ausgestatteter Spielplatz im Stadtgarten, unter anderem mit Klettergerüst und Rutsche. Jüngere Geschwister, denen eine komplette Runde noch zu lang ist, spielen völlig gefahrlos auf den angrenzenden Wiesen oder in Sichtweite auf dem Spielplatz. Das entzerrt den Nachmittag und nimmt Eltern jeden Stress.
Konzentration statt Kraft: so fühlt sich eine Runde an
Minigolf belohnt keine Muskeln, sondern ruhige Hände. Das Spiel verlangt Konzentration, feinmotorisches Geschick und eine gute Koordination der Bewegungsabläufe, sonst nichts. Damit ist es eine der wenigen Sportarten, bei der drei Generationen einer Familie absolut chancengleich gegeneinander antreten können. Die Achtjährige kann den Vater schlagen, die Großmutter alle beide.
Für eine Familie oder eine kleine Gruppe von vier Personen sind ein bis zwei Stunden für alle 18 Bahnen eine realistische, entspannte Kalkulation. Danach lädt die Kiosk-Terrasse zum Ausklang bei einem Eis ein. Auch Senioren fühlen sich hier wohl: Die Parkanlage ist weitgehend flach, und Sitzgelegenheiten im Schatten der Bäume gibt es reichlich.
Wer mit Kindern mehr aus dem Tag machen will: Die Anlage ist ein prominenter Wegpunkt der Ortsrallye durch die Stadt St. Georgen. Bei dieser selbstgeführten Tour verknüpfen Kinder und Familien verschiedene städtische Sehenswürdigkeiten spielerisch miteinander und erleben den Minigolfplatz als Teil eines größeren Stadtabenteuers.
Sommersaison mit Wetterfenster
Die Anlage ist ein reiner Saisonbetrieb für die warmen Monate von etwa Mai bis September. Die regulären Zeiten nach den städtischen Standard-Vorgaben: Montag bis Donnerstag sowie an Sonn- und Feiertagen von 13:00 bis 19:00 Uhr, freitags und samstags mit verlängertem Abendbetrieb von 13:00 bis 21:00 Uhr. Während der Schulferien in Baden-Württemberg öffnet der Platz montags bis donnerstags sowie an Sonn- und Feiertagen bereits vormittags um 11:00 Uhr. Fest in Stein gemeißelt sind diese Zeiten allerdings nicht: Die künftigen Öffnungszeiten werden in Absprache mit der neuen Pachtleitung individuell festgelegt und können deshalb von den Standard-Vorgaben abweichen.
Eine Regel solltest du ernst nehmen: Bei Regen oder anhaltender Nässe bleibt die Anlage geschlossen, und ein Besuch lohnt dann auch nicht. Nasses Laub und feuchte Betonbahnen machen die Bahnen rutschig, und die Bälle werden auf nassem Untergrund so stark abgebremst, dass das Spiel unberechenbar wird. In der Praxis schließen bei schlechtem Wetter Kiosk und Bahnen ohnehin meist komplett. Zieht ein Schauer auf, gibt es zum Glück einen naheliegenden Plan B, dazu gleich mehr.
Anreise, Parken und die Karten, mit denen du gratis spielst
Die schönste Anreise führt über die Schiene: Die Schwarzwaldbahn zwischen Karlsruhe und Konstanz, wegen ihrer historischen Trassenführung eine der spektakulärsten Gebirgsbahnen Deutschlands, hält stündlich am Bahnhof St. Georgen. Mit der KONUS-Gästekarte, die Übernachtungsgäste im Schwarzwald automatisch mit der Kurtaxe erhalten, fährst du komplett kostenlos, auch der Südbadenbus für die Feinverteilung in die Täler ist inklusive. Die Parkplatzsuche entfällt gleich mit.
Kommst du mit dem Auto, liegt St. Georgen günstig direkt an der B33, etwa 15 Kilometer von der A81-Ausfahrt Villingen-Schwenningen entfernt. Beim Parken lohnt ein genauer Blick: In den Randbereichen der Innenstadt, etwa am Schmiedegrund oder am Festplatz Rossberg, parkst du kostenlos und unbegrenzt. Die zentralen Straßen wie die Untere Gerwigstraße sind zwar ebenfalls gratis, aber montags bis samstags zwischen 7:00 und 18:00 Uhr auf eine Stunde mit Parkscheibe limitiert, was für Runde plus Parkspaziergang knapp wird. Bequem und günstig ist das Parkhaus Stadtmitte: 0,50 Euro je angefangene halbe Stunde, höchstens 8,00 Euro am Tag, 138 wettergeschützte Stellplätze samt E-Ladesäulen.
Und der Eintritt? Der ist fast schon symbolisch: 2,50 Euro für Erwachsene, 1,50 Euro für Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre. Mit der Hochschwarzwald Card, die bei vielen teilnehmenden Gastgebern ab zwei Übernachtungen im Preis steckt, spielst du während deines Aufenthalts sogar einmal komplett kostenlos. Einheimische aus den Partnergemeinden haben mit der WälderCard ebenfalls einmal pro Kalenderjahr freien Eintritt.
Ausflugsziele in der Nähe: das Familien-Tages-Dreieck
St. Georgen macht es dir leicht, aus der Minigolfrunde einen ganzen Urlaubstag zu bauen. Erste Station für heiße Tage: das Naturfreibad Klosterweiher an der Brigachstraße 2. Der 27.000 Quadratmeter große Natursee wurde einst von Mönchen als Fischweiher und Reservoir für die Klostermühle angelegt und ist heute eine moderne, naturnahe Badeanlage mit Nichtschwimmer- und Kinderplanschbecken, Baby- und Kinderrutsche, Tretbootverleih und dem direkt angeschlossenen Restaurant Seehaus. Erwachsene zahlen 4,00 Euro, Kinder 2,00 Euro.
Zweite Station, ideal als Regen-Ausweichprogramm: das Deutsche Phonomuseum am Bärenplatz 1. Dort steht die Geschichte der Tonaufzeichnung nahezu lückenlos vor dir, von Thomas Edisons erstem Phonographen aus dem Jahr 1877 über imposante Trichtergrammophone bis zu den Plattenspielern der 1980er Jahre, mit besonderem Fokus auf die einst in St. Georgen ansässigen Weltmarken DUAL und PE. Geöffnet ist in der Regel von 11:00 bis 17:00 Uhr, Erwachsene zahlen 5,00 Euro.
Das Beste daran: Mit der Hochschwarzwald Card sind alle drei Stationen dieses Dreiecks kostenlos, Minigolf, Phonomuseum und Klosterweiher. Pack die Karte also ein, nimm die Schwarzwaldbahn nach St. Georgen und mach aus einem Nachmittag am Stadtgarten einen vollen Familientag, der dein Reisebudget praktisch unberührt lässt. Und wenn du noch weiter hinaus willst: Einen Abstecher wert sind in der Umgebung auch Deutsches Uhrenmuseum, die Triberger Wasserfälle und das Bregtalbad Furtwangen.
Aktuell ruht der Spielbetrieb: Die Anlage ist bis auf Weiteres geschlossen, weil die Stadt St. Georgen per öffentlicher Ausschreibung eine neue Pächterin oder einen neuen Pächter für die Saison 2026 sucht. Prüfe vor der Anreise unbedingt den aktuellen Stand bei der Stadt St. Georgen oder im Tourismusbüro.
Gut zu wissen
Gib ins Navi unbedingt die Postleitzahl 78112 und den Zusatz "im Schwarzwald" ein. Die modernen Schwarzlicht- und 5D-Minigolfanlagen mit Dino- und Piratenwelten, die dir die Internetsuche zuerst anzeigt, liegen im österreichischen St. Georgen ob Judenburg oder in Denzlingen, nicht hier. Der Platz im Stadtgarten ist bewusst das Gegenteil: traditionell, draußen, unter Bäumen. Und wenn du die Hochschwarzwald Card hast, bündle den Tag: Minigolf, Deutsches Phonomuseum und Klosterweiher sind damit alle drei inklusive.