Minigolf gilt vielen als Notprogramm für graue Tage, als das, was man unternimmt, wenn der Wanderplan ins Wasser fällt. Beim Minigolf Schönwald ist es genau andersherum: Bei schlechter Witterung bleibt die Anlage geschlossen. Wer hier spielt, spielt bei gutem Wetter, mit Sonne auf den Bahnen.
Der Moment, in dem die Kinder das Zählen vergessen
Für Kinder ist Minigolf ein seltener Glücksfall. Sie brauchen keine Technik, keine Ausrüstung von zu Hause und keine Erlaubnis, sich zu blamieren. Der Schläger ist kurz, der Ball liegt still, und irgendwann fällt er ins Loch, notfalls erst nach mehreren Anläufen. Ist er nach sechs Schlägen immer noch nicht drin, stehen sieben Punkte auf dem Block und es geht zur nächsten Bahn. Genau deshalb funktioniert die Runde auch mit gemischten Altersgruppen: Die Kleinen schieben den Ball einfach vor sich her, die Größeren rechnen sich Bandenwinkel aus, und niemand muss auf jemanden warten, der noch nicht kann.
Aus Elternsicht ist das Beste an diesem Ausflug, dass er sich selbst trägt. Ihr müsst nicht animieren, nicht dauernd erklären und nicht so aufpassen wie am Wasser oder am Steilhang. Die Bahnen liegen auf kompaktem Raum beieinander, das Gelände ist eben und kommt ohne hohe Barrieren aus, zwischen den Stationen schlängeln sich die Wege durch die Grünflächen des Kurparks. Wer nicht dran ist, setzt sich einfach auf eine der Bänke und schaut zu.
Und wenn die Konzentration nach der Hälfte nachlässt, ist das kein Drama. Es steht kein Trainer daneben, der auf die Haltung achtet. Wer will, spielt die Runde konsequent zu Ende und schreibt jeden Schlag mit, wer keine Lust mehr hat, macht ein reines Bandenspiel daraus oder legt eine Pause ein. Drei Euro für den Ball tun auch dann nicht weh, wenn die letzten Bahnen unter ferner liefen laufen.
So läuft eine Runde Minigolf Schönwald
Eine Runde ist überschaubar. Die 15 Bahnen sind in einer guten Stunde gespielt, bei Andrang am Wochenende können es bis zu zwei werden. Kurz genug, dass auch die Kleinen bis zum Schluss dabei bleiben, lang genug, dass am Ende eine Rangliste dasteht, über die beim Abendessen noch geredet wird. Die Anlage liegt an der Ludwig-van-Beethoven-Straße in Schönwald, also nicht am Ortsrand im Nirgendwo, sondern dort, wo Wege und Grün ohnehin zusammenkommen.
Der Ablauf ist unkompliziert und genau das macht ihn familientauglich. Keine Anmeldung, keine Startzeit, die ihr verpassen könntet. Schläger und Spielblöcke liegen am Kiosk-Häuschen bereit, die Bälle zieht ihr am Regiomat daneben. Wichtig ist nur eines: Am Regiomat wird ausschließlich bar bezahlt. Wer ohne Münzen und Scheine anreist, steht vor Bahn eins und kommt nicht weiter, deshalb gehört das Kleingeld genauso in den Rucksack wie die Trinkflasche. Eine Ausnahme gilt für Gästekarten: Wer damit kostenlos spielt, bekommt die Bälle nicht am Automaten, sondern während der Öffnungszeiten in der Tourist-Information.
Dann beginnt das, was Minigolf seit jeher ausmacht. Der erste Schlag ist zu fest, der Ball läuft an der Bande entlang und kommt fast bis zum Ausgangspunkt zurück. Der zweite ist zu vorsichtig. Beim dritten stimmt es plötzlich, und irgendjemand behauptet sofort, das sei Absicht gewesen. Notiert die Schläge ruhig mit, gerade Kinder hängen an der Zahl am Ende mehr als am einzelnen Treffer.
Wenn der Schläger liegen bleibt
Der Ausflug hört nicht beim letzten Schlag auf. Ringsum liegt Grün, es gibt Platz zum Sitzen und Bleiben, und aus der guten Stunde auf den Bahnen wird ein ganzer Nachmittag, ohne dass ihr ins Auto steigen müsst.
Praktisch ist das vor allem in Gruppen. Während die eine Hälfte noch auf den letzten Bahnen unterwegs ist, machen die anderen schon Pause, und die Kinder, die vom Zählen genug haben, suchen sich etwas anderes. Es entsteht dieses seltene Ausflugsgefühl, bei dem niemand auf die Uhr schaut und trotzdem alle beschäftigt sind.
Für Großeltern ist das der eigentliche Gewinn. Wer nicht mehr über jede Bahn gebückt stehen möchte, sitzt daneben und behält das Ganze im Blick. Drei Generationen an einem Ort, jede mit ihrem eigenen Tempo, und am Ende trifft man sich wieder.
Drei Euro, Bargeld und ein Blick auf die Wolken
Die Saison startet in der Osterzeit, danach ist täglich geöffnet, und zwar von 09:00 bis 12:30 Uhr und noch einmal von 13:30 bis 19:00 Uhr. Die Mittagspause dazwischen ist der einzige Stolperstein im Tagesplan: Wer um zwölf ankommt, hat keine ganze Runde mehr vor sich. Kommt lieber am frühen Vormittag oder plant den späten Nachmittag ein, dann liegt der lange Block bis 19:00 Uhr vor euch.
Einen klassischen Eintritt gibt es hier nicht, und auch keine Staffel nach Erwachsenen und Kindern. Bezahlt wird eine Leihgebühr von 3,00 Euro pro Ball, die Nutzung der Schläger ist darin enthalten. Mit der Hochschwarzwald Card ist das Spiel kostenlos, ebenso mit der SchwarzwaldCard und der Drei-Welten-Card. Der Weg dorthin führt allerdings über den Schalter: Die kostenfreien Bälle gibt es nicht am Regiomat, sondern nur während der Öffnungszeiten in der Tourist-Information. Einheimische spielen mit der WälderCard oder der Freizeitkarte ebenfalls kostenlos. Die WälderCard ist dabei die Einheimischen-Karte der Hochschwarzwald Tourismus GmbH und seit dem 01.01.2024 im Umlauf: Sie setzt einen Haupt- oder Nebenwohnsitz in einer der 20 Mitgliedsgemeinden voraus und kostet 89 Euro pro Jahr für Erwachsene, 69 Euro für Kinder. Urlaubsgäste können sie nicht kaufen, für sie ist die Hochschwarzwald Card der richtige Weg. In beiden Fällen gilt: Auf Kartenzahlung solltet ihr euch vor Ort nicht verlassen, am Automaten geht ohnehin nur Bargeld.
Bleibt das Wetter. Bei schlechter Witterung bleibt die Anlage geschlossen, und ein Ersatzprogramm unter Dach gibt es nicht. Schon bei Nässe wird von touristischer Seite vom Besuch abgeraten, weil die Bahnen rutschig werden und der Ball unberechenbar läuft. Das ist kein Makel, sondern die Natur einer offenen Anlage. Wenn ihr euch unsicher seid, fragt kurz bei der Tourist-Information Schönwald nach, sie ist die Anlaufstelle für touristische Fragen im Ort. Wer ohne Auto anreist, hat es leicht: Die nächste ÖPNV-Haltestelle liegt rund 500 Meter entfernt. Mit der KONUS-Gästekarte fährst du im gesamten Nahverkehr der Region kostenlos mit Bus und Bahn in der 2. Klasse, ausgenommen sind Fernzüge wie IC und ICE.
Mehr Ausflugsziele rund um Schönwald
Eine Runde Minigolf füllt selten einen ganzen Urlaubstag, und das muss sie auch nicht. Sie ist eher der ruhige Baustein zwischendurch: vormittags eine Wanderung oder ein größeres Ausflugsziel, nachmittags eine Runde, bei der niemand mehr Höhenmeter machen muss.
Im Ort selbst bietet sich an heißen Tagen das Schönwälder Naturfreibad als Anschluss an, es liegt nur wenige Minuten entfernt. In der Nachbargemeinde Schonach sind Virtual Reality Ski Jumping Langenwaldschanze Schonach und Minigolf Schonach schnell erreicht, ein paar Kilometer weiter in Furtwangen wartet das Deutsche Uhrenmuseum. Einen größeren Abstecher wert sind die Triberger Wasserfälle.
Wer mit der Hochschwarzwald Card unterwegs ist, spielt hier ohne Eintritt, und die KONUS-Gästekarte bringt euch kostenlos hin und wieder zurück. Unten findest du die Ziele in der Umgebung, die sich mit einem Stopp in Schönwald gut zu einem Tag verbinden lassen.