Eine 2-Euro-Münze, ein Schläger, ein Ball: Mehr brauchst du nicht für einen Nachmittag, der sich anfühlt wie Sommerferien aus Kindertagen. Beim Minigolf Schonach rollst du deinen Ball über 18 Bahnen, während neben dir ein echter Bach durch den Kurpark plätschert, vom Wasserspielplatz Kinderlachen herüberschallt und am Musikpavillon vielleicht gerade eine Polka anhebt. Klingt nach heiler Welt? Genau das ist hier Programm, und zwar ganz ohne Eintrittsschranke drumherum.
Minigolf Schonach: 18 Bahnen, ein Bach und jede Menge Zeit
Stell dir vor, du stehst an der ersten Bahn, die Sonne wärmt dir den Nacken, und bevor du den ersten Schlag machst, hörst du erst einmal nur Wasser. Ein natürlicher Bachlauf zieht sich mitten durch die Anlage und begleitet dich von Bahn zu Bahn. Das ist kein Deko-Detail, sondern prägt die ganze Stimmung: Zwischen den Schlägen gluckert es, Libellen schwirren übers Wasser, und die Runde bekommt einen Rhythmus, der eher nach Spaziergang als nach Wettkampf klingt.
Die 18 Bahnen liegen im Herzen des Schonacher Kurparks, direkt neben dem Haus des Gastes, das die Einheimischen schlicht Kurhaus nennen und das den kulturellen Mittelpunkt des Orts bildet. Hier gibt es keinen Zaun, kein Drehkreuz, keine abgeriegelte Freizeitwelt. Die Bahnen sind in den öffentlichen Park eingewoben, zwischen Parkbänken, Spielplatz und Wassertretstelle. Wer gerade nicht spielt, sitzt einfach daneben im Gras oder auf einer der vielen Bänke.
Genau diese Offenheit macht den Reiz aus. Du kannst spontan vorbeischauen, eine Runde einschieben, eine Pause machen, weiterspielen. Niemand drängelt, keine Uhr läuft ab, kein Zeitfenster verfällt. Der Kurpark ist als Erholungsraum für alle gedacht, und die Minigolfanlage ist sein spielerisches Zentrum.
Zwei Euro, ein Schläger, ein Bach, der neben dir plätschert: Manchmal ist das beste Urlaubsprogramm das einfachste.
Warum die alten Bahnen bleiben durften
Die Bahnen stammen in ihrer Grundsubstanz aus den 1970er Jahren, und das sieht man ihnen an, auf die sympathische Art. Über die Jahrzehnte wurden kaputte Bahnelemente, Unterbauten und Gehwegplatten immer wieder ausgebessert, doch irgendwann stand die Gemeinde vor einer Grundsatzfrage: klassisch sanieren oder alles abreißen und eine moderne Adventure-Golf-Anlage hinstellen, wie sie andernorts boomt?
Die Zahlen aus den Beratungen lohnen einen zweiten Blick. Das beauftragte Konstanzer Planungsbüro Eberhard Landschaftsarchitekten lieferte Entwürfe für Plankosten von 9.083,14 Euro. Eine Adventure-Golf-Anlage hätte rund 1.500 Quadratmeter beansprucht, aber nur zwölf Bahnen geboten, bei Eintrittspreisen von bis zu zehn Euro pro Erwachsenem und sieben Euro pro Kind. Der Gemeinderat entschied sich dagegen: Statt des Premium-Neubaus bekam der städtische Bauhof den Auftrag, die dringendsten Mängel zu beheben und den Bahnen einen frischen Anstrich zu verpassen.
Für dich als Gast heißt das: Du spielst auf einer Anlage mit Geschichte, zum Einheitspreis von 2,00 Euro pro Ball, mitten in einem frei zugänglichen Park. Kein Erlebnispark-Marketing, kein Familienbudget-Stress. Eine bewusst niederschwellige Entscheidung, von der vor allem Familien profitieren.
Der Kurpark drumherum: Wasserfloß, Strohhut und ein Kneippbecken
Direkt neben den Bahnen liegt ein Wasserspielplatz, der es in sich hat. Die Kinder steuern ein Wasserfloß, bedienen eine Wasserspritze und lassen Wasser durch eine lange Rinne mit mechanischen Wasserrädern laufen. Dazu kommen das Klettergerüst Strohhut mit integrierter Rutsche, eine Doppelschaukel, eine Dreipunktwippe, eine Spielskulptur in Form einer Eidechse und ein Sandflaschenzug zum Buddeln und Hochziehen. Für die Erwachsenen stehen Sonnensegel und Sitzgelegenheiten namens Tannenzapfen bereit, von denen aus sich alles bequem im Blick behalten lässt.
Und dann ist da noch die Kurort-Tradition: Unmittelbar an den Bahnen liegt eine offizielle Wassertretstelle. Nach der Runde krempelst du die Hosenbeine hoch und watest im Storchengang durchs kalte Kneippbecken, die Nutzung ist frei. Sportlichere Begleiter finden auf dem Gelände einen Beachvolleyballplatz, dazu eine Tischtennisplatte und einen frei zugänglichen Tischkicker, beides kostenlos. Volleybälle gibt es gegen Kaution in Birgit's Bistro, und für die Allerkleinsten stellt die Gemeinde sogar kostenlose Laufräder bereit, mit denen sie über die befestigten Parkwege flitzen können.
Das Bistro selbst ist der soziale Ankerpunkt des Areals. Von der Terrasse aus hast du den Wasserspielplatz direkt im Blick. Eltern trinken hier ihren Kaffee, während die Kinder zwischen Bahn sieben und Wasserrinne pendeln. So verbringen viele Besucher statt der reinen Spielrunde gleich einen halben Tag im Park.
So läuft dein Besuch: Automat, Münze und die Card
Seit der Saison 2026 ist das Spielen herrlich unkompliziert geworden: An der Außenfassade von Birgit's Bistro hängt eine vollautomatische Ball- und Schlägerausgabe. Du wirfst 2,00 Euro ein, bekommst Ball und Schläger, fertig. Der Automat läuft in der Saison täglich von 09:00 bis 20:00 Uhr, völlig unabhängig von Ruhetagen oder Betriebsferien der Gastronomie. Die Saison dauert vom späten Frühjahr bis in den Herbst: 2026 startete sie am 14. Mai, im Vorjahr endete sie Mitte Oktober. Ein Detail musst du aber wissen: Der Automat akzeptiert ausschließlich 2-Euro-Münzen. Passende Münzen einstecken lohnt sich also doppelt.
Für Inhaber der Hochschwarzwald Card und der WälderCard gilt eine Besonderheit: Dein freies Spiel ist inklusive, auch die DreiWelten Card enthält das Minigolf, und SchwarzwaldCard-Inhaber profitieren als BONUS-Partner. Die Einlösung ist bei allen gleich: Sie funktioniert nur persönlich in Birgit's Bistro, denn der Automat hat keinen Scanner für QR-Codes oder Gästekarten. Das Bistro hat mittwochs und donnerstags Ruhetag, an den übrigen Tagen ist es von 14:00 bis 22:00 Uhr geöffnet; mittwochs springt bei gutem Wetter ein Kiosk von 14 bis 18 Uhr ein. Wer sein Gratis-Spiel nutzen will, plant den Besuch also am besten auf einen Nachmittag außerhalb der Ruhetage. An den Ruhetagen zahlst du auch mit Karte die 2,00 Euro am Automaten.
Für die reine 18-Loch-Runde solltest du je nach Gruppengröße 45 bis 90 Minuten einplanen. Und noch ein ehrlicher Hinweis: Die Anlage liegt komplett unter freiem Himmel, vom Spielen bei Nässe wird aus Sicherheitsgründen und zur Schonung der Bahnen ausdrücklich abgeraten. An Regentagen weichst du besser auf Indoor-Ziele im Hochschwarzwald aus.
Abends bleiben: Polka am Musikpavillon
Wenn du deine Runde in den späten Nachmittag legst, kannst du den Abend gleich im Park ausklingen lassen. Am Musikpavillon, einer überdachten Bühne mit Bänken davor, spielt regelmäßig der Musikverein Kurkapelle Schonach, gegründet bereits 1839. Das Repertoire reicht von klassischen Märschen über schwungvolle Polkas bis zu modernen Melodien, der Eintritt zu den Kurkonzerten ist frei. Dazu kommen Feierabendhocks und sogar Open-Air-Kino-Abende.
Selbst schlechtes Wetter wirft das Programm nicht um: Fällt ein Freiluftkonzert ins Wasser, zieht die Kapelle in den großen Saal des angrenzenden Hauses des Gastes um. So wird aus einer simplen Minigolfrunde ein kompletter Sommerabend im Kurort, mit kalten Füßen aus dem Kneippbecken und Blasmusik zum Sonnenuntergang.
Ausflugsziele in der Nähe
Weil die Minigolfrunde selbst überschaubar dauert, lässt sie sich wunderbar mit den Nachbarn kombinieren. Direkt im Schonacher Untertal, in der Untertalstraße 28, steht die Erste Weltgrößte Kuckucksuhr der Familie Josef Dold: zwischen 1977 und 1980 erbaut, mit Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde und in wenigen Minuten erreichbar.
Der Klassiker schlechthin sind die Triberger Wasserfälle, Deutschlands höchste Naturwasserfälle, gleich in der Nachbargemeinde Triberg. Ein bewährtes Tagesprogramm: vormittags die viel besuchten Wasserfälle erklimmen, nachmittags im ruhigen Schonacher Kurpark bei Minigolf und Kneippbecken entschleunigen. Die Buslinie 550 pendelt im Halbstundentakt zwischen Triberg, Schonach und Schönwald, mit der KONUS-Gästekarte fährst du kostenlos. Also: 2-Euro-Münzen einstecken, Handtuch in den Rucksack und ab in den Kurpark.
Seit dem Saisonstart am 14. Mai 2026 gibt es die neue vollautomatische Ball- und Schlägerausgabe an der Außenfassade von Birgit's Bistro. Damit ist das Spielen erstmals täglich von 09:00 bis 20:00 Uhr möglich, auch an den Ruhetagen der Gastronomie. Gästekarten (Hochschwarzwald Card & Co.) lassen sich am Automaten technisch nicht einlösen, das Gratis-Spiel gibt es weiterhin nur persönlich im Bistro.
Gut zu wissen
Steck zwei, drei 2-Euro-Münzen extra ein, der Automat nimmt nichts anderes, und mittwochs wie donnerstags kann dir niemand im Bistro wechseln. Und pack ein kleines Handtuch in den Rucksack: Nach der Runde wartet das Kneippbecken direkt an den Bahnen, und mit trockenen Füßen macht der restliche Parkabend deutlich mehr Spaß.