Zweihundert Personen. Mehr dürfen sich in der Spielscheune Unterkirnach nicht gleichzeitig aufhalten, so steht es in der Genehmigung, und das Personal an der Kasse hält sich streng daran. An einem verregneten Ferientag entscheidet genau diese Zahl darüber, ob ihr entspannt hineinspaziert oder vor einem Einlassstopp steht. Dahinter warten mehr als 1.000 Quadratmeter Spielfläche auf drei Ebenen, untergebracht in einer Scheune am Schlossberg, in der die Hauptrutsche über zwei komplette Stockwerke nach unten führt.
Was der Eintritt in die Spielscheune Unterkirnach kostet
Die Preisliste ist kurz: 7,00 Euro zahlt jede Person ab drei Jahren, ob sie selbst klettert oder unten am Tisch zuschaut. Kinder unter drei kommen kostenlos hinein, Gäste mit Behinderung zahlen 6,50 Euro, ihre Begleitperson zahlt nichts. Geburtstagskinder zwischen 3 und 12 Jahren haben am Geburtstag freien Eintritt. Wer öfter kommt, greift zur Elferkarte für 70,00 Euro: zehn bezahlte Eintritte, der elfte ist geschenkt. Die 7,00 Euro gelten seit Mai 2025, vorher waren es 5,50 Euro; der Gemeinderat genehmigte die Anpassung, um Investitionen in den Brandschutz und die Ausstattung zu refinanzieren.
Ein Tages-Familienticket sucht ihr vergebens. Die Familien-Jahreskarte für 84,00 Euro unterliegt einer Residenzpflicht und geht nur an gemeldete Einwohner von Unterkirnach, Urlauberfamilien kaufen Einzelkarten. Es sei denn, ihr habt die Hochschwarzwald Card dabei: Sie berechtigt zu einem einmaligen kostenfreien Eintritt, genau wie die DreiWelten Card. Beide gibt es bei ausgewählten Gastgebern in der Regel ab zwei Übernachtungen. Als weitere Vorteilskarte ist die SchwarzwaldCard gelistet; die WälderCard gilt nur für Einheimische mit Wohnsitz in einer der HTG-Gemeinden. Gezahlt wird an der Kasse bar oder mit EC-Karte.
Plant den Tag richtig herum, denn geöffnet ist ausschließlich nachmittags: montags, dienstags, donnerstags und freitags von 14 bis 18 Uhr, samstags und sonntags ab 13 Uhr. Je nach Saison beginnt der Betrieb werktags erst um 15 und am Wochenende erst um 14 Uhr, in den Schulferien gelten häufig Sonderzeiten. Mittwoch ist fester Ruhetag.
Der Schlossbergweg endet ohne Wendemöglichkeit
Ein Fehler passiert bei der Anreise leicht: die Postadresse Schlossbergweg 4 ins Navi zu tippen. Der schmale Weg endet oben am Gebäude, ohne Wendemöglichkeit und ohne regulären Besucherparkplatz, ausgewiesen sind lediglich zwei Behindertenparkplätze. Gebt stattdessen „Sportlertreff 1, 78089 Unterkirnach“ ein: Dort liegt ein großer, kostenloser Parkplatz an den Sportanlagen, von dem ein beschilderter Fußweg in zwei bis fünf Minuten zum Eingang führt.
Ohne Auto geht es genauso gut. Vom Bahnhof und ZOB in Villingen-Schwenningen fährt die Linie 500 des Verkehrsverbunds Schwarzwald-Baar stündlich nach Unterkirnach, zehn bis elf Minuten bis zur Haltestelle „Unterkirnach Hauptstraße“. Mit der KONUS-Gästekarte kostet die Fahrt nichts: KONUS gilt im Nahverkehr der Ferienregion, in der 2. Klasse und ohne Fernzüge wie IC und ICE. Den Eintritt in die Spielscheune deckt KONUS trotz mancher älterer Werbeaussage nicht ab.
Seit dem Aus des Hallenbads im Ort ist die Scheune die Schlechtwetter-Adresse Unterkirnachs und füllt sich, sobald es tröpfelt. Ist die Grenze von 200 Personen erreicht, darf das Personal den Einlass regulieren oder ganz stoppen. An Regentagen in der Hochsaison seid ihr deshalb am besten pünktlich zur Kassenöffnung da.
Drei Ebenen, und oben beginnt die Rollenrutsche
Die Architektur macht die Arbeit. Ganz oben liegt das Kinderparadies, ein geschützter Bereich für die Jüngsten mit großem Bällepool, Klettergelegenheiten und einem Fuhrpark an Kleinkindfahrzeugen. Von hier startet die Rollenrutsche, die über zwei komplette Stockwerke nach unten führt und in Erfahrungsberichten regelmäßig als eines der intensivsten Erlebnisse hervorgehoben wird.
Im Untergeschoss wartet die Spaceworld: drei große Trampolinanlagen, ein Fußballfeld mit Kunstrasen und eine Halfpipe. Herzstück ist der Space Tower, ein Kletterturm mit großflächiger Seilanlage, über dessen Netz mutige Kinder bis in den Dachfirst steigen und durch eine steile Röhrenrutsche wieder herunterkommen. Dazwischen liegt das Mittelgeschoss mit dem Bistro, und die Trennung nach Etagen sorgt dafür, dass Zweijährige nicht zwischen die Beine der Elfjährigen geraten.
Eine Fläche spielt zurück: Die interaktive Spiel- und Tanzfläche „Lappset Luna“ erfasst über Deckensensoren, wer sich auf dem Luna Play Floor bewegt, und startet von selbst ein Spiel mit Musik und kleiner Denkaufgabe. Sie ist TÜV-zertifiziert und barrierefrei ausgelegt, sodass Kleinkinder, Jugendliche und Großeltern gemeinsam darauf stehen. Draußen wartet das „Abenteuer TanniLand“ mit Floßweiher, Turmrutsche, Seilbahn und dem „Buddelboot“, einem Sandkasten in Bootsform, dazu Liegebänke für die Eltern.
Acht Geburtstagsecken und begleitete Mitmach-Aktionen
Ein großer Teil des Betriebs läuft über Kindergeburtstage. Nach dem Umbau stehen acht abgetrennte, individuell gestaltete Geburtstagsecken bereit, von der kleinen Runde bis zur Festgesellschaft mit bis zu 20 Personen. Neben Klassikern wie der Feuerwehrecke und der Gespensterburg gibt es neuere Themenbereiche wie den Märchenwald und die Hula-Hütte, eine dekorative Basthütte. Wer eine bestimmte Ecke möchte, reserviert weit im Voraus und ausschließlich über das Online-Buchungssystem auf der Homepage.
Daneben läuft ganzjährig ein pädagogisch begleitetes Programm unter dem Label „Abenteuer- und Naturzeit“: Es wird experimentiert, mit Naturmaterialien gebastelt, und es geht auf kleine geführte Ausflüge in die nähere Umgebung. Auch sonst ist das Haus aufs Mitmachen ausgelegt. Viele Geräte sind so ausgewählt, dass Kinder mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen sie mit etwas Unterstützung sicher nutzen können.
Mit dem Prädikat Luftkurort begann 1976 eine Neuausrichtung, die heute in der Auszeichnung der Gemeinde als familien-ferien-Destination gipfelt.
Mehr Ausflugsziele rund um Unterkirnach
Drei bis vier Stunden bleiben Familien im Schnitt in der Scheune, danach ist der Tag noch nicht vorbei. Unterkirnach trägt seit 1976 das Prädikat Luftkurort und heute die Auszeichnung „familien-ferien“, und die Spielscheune ist der Ankerpunkt dieser Strategie.
Fußläufig liegt einiges: Rund 300 Meter entfernt steht „Tannis kleine Tierscheune“, ein Kinderbauernhof mit Ziegen, Schafen, Kühen, Hasen und Meerschweinchen, gleich nebenan am Sportgelände die Minigolfanlage, für Inhaber der DreiWelten Card kostenlos, lediglich eine Schlägerkaution wird fällig. Weil die Spielscheune erst nachmittags öffnet, gehört der Vormittag nach draußen: Der Erlebnispfad „Wie wohnt Wasser“ startet im Ort, ist 4,3 Kilometer lang und in etwa einer Stunde und fünfzehn Minuten zu gehen.
Mit dem Auto reicht der Radius weiter: Die Triberger Wasserfälle liegen 34 Kilometer entfernt, rund 38 Minuten Fahrzeit. Ebenfalls gut erreichbar sind Tatzmania sowie Deutsches Uhrenmuseum und Bregtalbad Furtwangen; für einen Stopp zwischendurch liegt Minigolf St. Georgen günstig. Am schönsten wird der Tag aber, wenn ihr es einfach haltet: Auto am Sportlertreff abstellen, die Hochschwarzwald Card einstecken und den Nachmittag zwei Stockwerke tief hinunterrutschen lassen.
Das direkt benachbarte Hallenbad „Aqualino“ ist seit September 2022 dauerhaft geschlossen und wurde 2024 zur Verwertung freigegeben; die Kombination aus Spielscheune und Schwimmbad ist in Unterkirnach damit nicht mehr möglich. Wichtig für Familien mit Betreuungsbedarf: Das „Ferienkarussell“ ist für sämtliche Ferienzeiten 2026 komplett ausgebucht, weitere Anmeldungen werden nicht mehr angenommen.
Gut zu wissen
Werktags lohnt eine Unterbrechung: Kommt zur Öffnung, spielt eine Stunde und geht kurz vor 15 Uhr die 300 Meter hinüber zu Tannis kleiner Tierscheune. Dort findet montags bis freitags um 15 Uhr eine moderierte Tierfütterung statt, bei der die Kinder aktiv mithelfen dürfen. Danach geht es zurück in die Scheune.