Vom Dreimeterturm klatscht ein Körper ins Wasser, das Echo läuft unter der Hallendecke entlang, und zwei Becken weiter rutscht ein Dreijähriger in 32 Grad warmem Wasser die Kinderrutsche hinunter. Das Hallenbad St. Georgen hält beides gleichzeitig aus: das konzentrierte Bahnenziehen im silbrig schimmernden Edelstahlbecken und das Quietschen der Kleinen im Lehrschwimmbecken nebenan. Draußen kann es dabei regnen, schneien oder nebeln. Hier drinnen liegt das große Becken konstant bei 28 Grad, du legst dich zwischendurch auf eine beheizte Sitztreppe, und niemand drückt dir eine Stundenuhr in die Hand.
Warum das Hallenbad St. Georgen zwei Wassertemperaturen fährt
Das sportliche Herzstück ist das Schwimmerbecken mit 25 mal 10 Metern, vollständig in Edelstahl ausgekleidet und durchgehend 28 Grad warm. Warm genug, um lange zu bleiben, kühl genug, um zügig Bahnen zu ziehen. Direkt angegliedert ist eine klassische Sprunganlage mit einem Ein-Meter-Brett und einem Drei-Meter-Turm. Wer als Kind auf dem Dreier lange gezögert hat, weiß, wie viel Mut in diesen paar Schritten steckt.
Für Familien ist das zweite Becken das eigentliche Ziel. Das Lehrschwimmbecken misst 12,5 mal 8 Meter, ist ebenfalls in Edelstahl gefasst und wird auf 32 Grad gehalten. Vier Grad Unterschied klingen nach wenig und sind für kleine Kinder der Unterschied zwischen Zähneklappern und einem ganzen Nachmittag im Wasser. Eine fest installierte Baby- und Kinderrutsche gehört dazu, für die Allerkleinsten gibt es zusätzlich ein klassisch gefliestes Planschbecken.
Dass sich das alles so frisch anfühlt, hat einen Grund: 2015 und 2016 wurde die rund 4.000 Quadratmeter große Anlage im Auftrag der Stadt komplett entkernt und generalsaniert, für rund 6,9 Millionen Euro netto.
Welcher Tag passt, und wann das Becken leer bleibt
Bevor du losfährst, lohnt ein Blick auf den Wochenplan, denn das Bad hat keinen durchgehenden Rhythmus, und die Angaben gehen je nach Quelle auseinander. Montags ist geschlossen, und zwar immer, auch an Feiertagen. Für Dienstag und Donnerstag nennen die Tourismus-Angaben mit 14 bis 21 Uhr längere Abende als die Tabelle der Stadt St. Georgen, die dort 14 bis 20 Uhr führt. Am Samstag weichen beide Enden ab: Die Tourismus-Angaben nennen 10 bis 21 Uhr, die Stadt 14 bis 20 Uhr. Am Sonntag ist es umgekehrt: Die Tourismus-Angaben führen 8 bis 19 Uhr, die Stadt dagegen 14 bis 20 Uhr. Ganz praktisch heißt das: kurz auf der Seite der Stadtverwaltung nachsehen, bevor du losfährst. Im Sommer weichen die Zeiten ohnehin ab; an Feiertagen in den Sommerzeiten ist außer montags von 14:00 bis 20:00 Uhr geöffnet.
Ganzjährig läuft das Bad, aber mit mehreren festen Unterbrechungen im Jahreslauf. Während der baden-württembergischen Sommerferien geht es in die mehrwöchige Revision, 2026 vom 30. Juli bis einschließlich 13. September. An Wochenenden im Juli bleibt das Hallenbad bei gutem Sommerwetter geschlossen; die Stadt schickt ihre Badegäste dann an das städtische Naturfreibad Klosterweiher, das als Open-Air-Alternative dient. Bei Sonnenschein im Hochsommer also nicht blind hinfahren, sondern die tagesaktuellen Meldungen prüfen oder einmal durchklingeln. Dazu kommt eine kurze Schließung rund um Weihnachten für die Sonderreinigung.
Auch im Winter kann es Verschiebungen geben: Erweiterte Winteröffnungszeiten wurden in der Vergangenheit erst mit Verzögerung umgesetzt, weil Stellen im Rettungsschwimmer-Team unbesetzt waren.
Der Spartrick für Frühaufsteher und Feierabendschwimmer: Mittwochs zwischen 6:30 und 10:30 Uhr gilt der Frühtarif mit 3,00 Euro, für Erwachsene also deutlich weniger als die regulären 5,50 Euro. Abends greift der Spättarif, ab 19:30 Uhr (Oktober bis Mai) beziehungsweise ab 18:30 Uhr (Juni bis September): Erwachsene zahlen 3,00 Euro, für Jugendliche und Schwerbehinderte nennt die Tourismus-Tabelle 1,50 Euro, die Stadt St. Georgen dagegen 2,00 Euro. Der Mittwochmorgen ist die Zeit für alle, die ungestört Bahnen ziehen wollen.
Wenn der Lobster ins Becken kommt
Einen Termin solltest du dir als Familie anstreichen. Beim Kindernachmittag verwandelt sich das Bad in einen Wasser-Spielplatz: Ein großes Luftspielgerät in Form eines Hummers, im Haus schlicht „Lobster“ genannt, wird zu Wasser gelassen. Klettern, balancieren, abrutschen, wieder hoch, bis die Finger schrumpelig sind.
Der Nachmittag läuft allerdings nicht wöchentlich durch. Die Stadt weist ihn als Einzeltermine aus, für 2026 etwa am 17.01., 21.02. und 21.03., jeweils von 14 bis 17 Uhr. Ein Blick in die Terminliste vor der Anreise erspart Enttäuschung am Drehkreuz. Dafür dürfen Familien an diesem Nachmittag ausdrücklich eigene Spielgeräte, Schwimmtiere und Luftmatratzen mitbringen. Niemand schaut schief, wenn es laut wird, denn genau dafür ist die Zeit gedacht.
Rund um Weihnachten schließt das Hallenbad üblicherweise an den Tagen vor und um Heiligabend für eine Sonderreinigung, beispielsweise vom 22. bis 25. Dezember, und öffnet am 2. Weihnachtsfeiertag wieder. Die städtischen Schwimmkurse pausieren wegen personeller Engpässe bei den Rettungsschwimmern bis auf Weiteres; vhs und DLRG unterrichten weiter.
Ein Ticket, ein langer Badetag
Der größte Luxus dieses Bades steht auf keinem Schild: Es gibt keinen Stundentarif. Du schwimmst, du legst dich auf einen der Liegestühle am Beckenrand, du holst dir etwas an der Kiosk-Caféteria, du gehst nochmal ins warme Becken. Nur der letzte Einlass eine Stunde vor Schluss und das Badezeitende eine halbe Stunde vor Schluss setzen den Rahmen. Besonders angenehm sind die beheizten Sitztreppen: Eltern behalten von dort ihre Kinder im Blick, ohne zu frieren.
Auch abseits des freien Badebetriebs passiert einiges. An ausgewiesenen Terminen gehört das Bad von 13:00 bis 16:30 Uhr ausschließlich der älteren Generation, 2026 etwa am 20.03. und am 19.06.; ab 17:00 Uhr übernimmt danach die DLRG mit ihren Kursen. An bestimmten Sonntagen zwischen 09:00 und 16:00 Uhr nimmt das Bad offizielle Leistungsabzeichen ab, etwa für Anwärter bei Polizei, Zoll, Justizvollzug oder Feuerwehr, gegen eine Zusatzgebühr von 5,00 Euro zum regulären Eintritt und ohne Anmeldung. Das Seepferdchen nehmen die Fachkräfte für Bäderbetriebe auch außerhalb dieser Termine ab, sofern der Andrang es zulässt.
Was der Badetag kostet und wo das Auto steht
Die Preise sind sozialverträglich geblieben: Erwachsene zahlen 5,50 Euro, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren 2,50 Euro, das Familienticket kostet 13,00 Euro für beide Elternteile und 9,00 Euro für ein Elternteil. Für Schwerbehinderte ab 50 Prozent GdB weist die Tourismus-Tabelle 2,50 Euro aus, die Stadt St. Georgen 3,00 Euro. Kinder unter 4 Jahren kommen kostenlos ins Bad, Kinder bis einschließlich 14 Jahre am Tag ihres Geburtstags. Mit der Hochschwarzwald Card ist der Eintritt einmalig frei; die DreiWelten Card schließt das Bad ebenfalls ein und gewährt dort je nach Angabe kostenlosen oder stark rabattierten Eintritt.
Mit dem Auto ist die Sache unkompliziert. Das Bad liegt im Bildungs- und Sportzentrum der Stadt, direkt am Gebäude findest du den Parkplatz Hallenbad und Schulzentrum, der sogar Stellflächen für Reisebusse hat. Ist der voll, weichst du auf den Parkplatz am Stadion beim nahen Roßbergstadion aus, dort parkst du gebührenfrei und zeitlich unbegrenzt.
Ohne Auto geht es genauso gut. Die nächste Bushaltestelle heißt Industriestr. II und wird von den Regionallinien 560, 660 und 670 angefahren. Als Urlauber mit KONUS-Gästekarte fährst du im gesamten Schwarzwald kostenfrei mit Bussen und Regionalbahnen in der 2. Klasse. Nasse Haare, Bus, Blick aus dem Fenster in die Tannen: kein schlechter Abschluss für einen verregneten Tag.
Gut zu wissen
Ausflugsziele in der Nähe
Das Bad lässt sich gut in einen ganzen Tag in St. Georgen einbauen. Wenn es durchgehend schüttet, kombinierst du es mit dem Phono-Museum, das die Schwarzwälder Technikgeschichte beleuchtet, oder mit dem Heimatmuseum Schwarzes Tor. Trocknet es zwischendurch auf, liegt Minigolf St. Georgen nur wenige Minuten entfernt.
Ist es kalt, aber trocken, dreh die Reihenfolge um: erst eine ausgedehnte Winterwanderung auf den Roßberg oder eine Tour über die Hochwälder Höhe, danach ins 32 Grad warme Becken. Für kalte Finger gibt es kaum einen besseren Abschluss. Für einen zweiten Regentag im Umkreis sind die Spielscheune Unterkirnach und das Bregtalbad Furtwangen einen Abstecher wert, beide von St. Georgen aus gut erreichbar. Und im Hochsommer ist das Naturfreibad Klosterweiher das direkte Gegenstück zum Hallenbad: an sonnigen Juli-Wochenenden übernimmt der Weiher.