Städtisches Freibad Bonndorf

Bonndorf · Hochschwarzwald
gratis mit Card FamilieKinderOutdoor
Ortspanorama von Bonndorf mit Kirche und Wohnhäusern, kein Freibad erkennbar
Foto: Spitzkehre / CC BY 3.0 via Wikimedia Commons
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Städtisches Freibad Bonndorf: Der Name klingt nach Kachelbecken, Chlorgeruch und kommunaler Pflichtübung. Tatsächlich liegst du hier auf einer Terrasse in knapp 900 Metern Höhe, unter dir der Japanische Garten und die Tennisplätze, und wenn die Luft klar ist, steht am Horizont die Kette der Schweizer Alpen. Ein Bad von 1933, das Anfang der 1990er zum Familienbad umgebaut wurde und heute beheizte Becken, ein Trampolin und hausgemachten Kuchen am Kiosk hat. Mit der Hochschwarzwald Card ist ein Eintritt pro Aufenthalt frei. Wer nur ein Schwimmbad erwartet, unterschätzt diesen Ort gründlich.

Städtisches Freibad Bonndorf: Pfingstsamstag, 9 Uhr, und das Wasser ist warm

Die Badesaison in Bonndorf hat einen festen Takt, an dem sich seit Jahrzehnten nichts ändert: Sie startet am Pfingstsamstag und läuft bis zum letzten Sonntag der baden-württembergischen Sommerferien, 2026 also bis Sonntag, den 13. September. Dazwischen ist täglich von 9 bis 19.30 Uhr geöffnet, verlässlich und ohne wechselnde Tagesfenster. Nur bei Sonderveranstaltungen wie dem Open Air Kino können abweichende Schließzeiten gelten, ein Blick auf die tagesaktuellen Zeiten vor der Anfahrt lohnt sich also.

Und selbst wenn die Sonne nicht durchkommt: Beide Hauptbecken sind beheizt. Das ist auf 850 bis 900 Metern kein Detail am Rande, sondern der Unterschied zwischen einem kurzen Sprung und einem ganzen Tag im Wasser. Frühschwimmer profitieren davon genauso wie Gäste, denen kaltes Wasser in den Gelenken zwickt. Dass das Ganze bezahlbar bleibt, hat die Stadt 2018 und 2019 mit einem Projekt der Nationalen Klimaschutzinitiative abgesichert: Sechs alte Beckenwasserpumpen wichen regelbaren Hocheffizienzpumpen mit Frequenzumrichtern, die ihre Leistung an den tatsächlichen Bedarf anpassen. Weniger Strom, weniger CO2, stabilere Betriebskosten in einer Zeit, in der bundesweit gestiegene Energie-, Sanierungs- und Personalkosten auf den Bädern lasten.

Der Einstieg ist unkompliziert. Mit der Hochschwarzwald Card, die du ab zwei Übernachtungen bei teilnehmenden Gastgebern kostenfrei bekommst, ist ein Eintritt pro Aufenthalt frei. Einheimische und Gäste mit Erst- oder Zweitwohnsitz in den Partnergemeinden kaufen dafür die WälderCard, die ebenfalls einmalig freien Eintritt gewährt. Einzeltickets löst du an der Schwimmbadkasse, bezahlt wird bar. Die Familiensaisonkarte lief historisch nicht über die Badkasse, sondern über den Bürgerservice der Stadtverwaltung im Rathaus, Martinstraße 8 — wer sie will, fragt dort besser vorher kurz nach. Das Auto stellst du auf dem Parkplatz Stadthalle Bonndorf ab, rund 106 Meter vom Eingang, also im Bademantel-Radius. Ohne eigenen Wagen fährst du mit den Regionalbussen der SBG, etwa den Linien 7258, 7343 und 7344, bis zur Haltestelle Bonndorf Zentrum in der Schwimmbadstraße 19. Von dort sind es wenige Schritte zum Einlass, und mit der KONUS-Gästekarte kostet die Busfahrt nichts.

lässt sich der Ausflug gänzlich ohne direkte Transport- und Eintrittskosten realisieren

25 Meter Bahn, 40 Zentimeter Planschtiefe: drei Becken für drei Bedürfnisse

Das Herzstück ist ein Schwimmerbecken von 25 Metern Länge und 13 Metern Breite, 1,70 bis 2,00 Meter tief. Eine ehrliche Sportbahn, auf der du morgens deine Runden ziehen kannst, bevor die Liegewiesen sich füllen. Daneben, räumlich klar abgetrennt, liegt das Nichtschwimmerbecken mit 0,40 bis 0,90 Metern Wassertiefe. Dort stehen die Schwimmanfänger, die Grundschulkinder und die Gäste, die einfach nur bis zur Hüfte im warmen Wasser stehen und schauen wollen.

Die dritte Zone gehört den Kleinsten, und sie ist der klügste Teil der Anlage: ein eigenes Planschbecken, das gezielt beschattet ist. Kein Sonnensegel-Provisorium, sondern eine bauliche Entscheidung, die dafür sorgt, dass Kleinkinderhaut auch mittags im Hochsommer nicht in der prallen Strahlung liegt. Für Eltern heißt das, dass der Nachmittag nicht vorzeitig an der UV-Frage endet. Und weil sportliche Bahnenzieher, planschende Kinder und ruhesuchende Gäste jeweils ihr eigenes Becken haben, entsteht das übliche Freibad-Gerangel um Platz und Ruhe erst gar nicht.

An Land geht es weiter, und zwar erstaunlich vollständig: ein Fußballfeld, ein Volleyballfeld, ein Trampolin, mehrere Tischtennisplatten und ein Kinderspielplatz. Wer die Badehose einmal trocknen lässt, hat also immer noch drei Möglichkeiten, sich müde zu machen. Für den langen Aufenthalt ist auch die Infrastruktur da: Duschen, Umkleiden, diskrete Einzelkabinen und Schließfächer für Geldbeutel und Autoschlüssel. Verpflegt wirst du am Kiosk mit Terrasse, wo es neben Kaltgetränken, Snacks und Eis auch hausgemachten Kuchen gibt. Eigener Proviant ist auf den Liegewiesen ausdrücklich willkommen, nötig ist er nicht.

Alpenkette am Horizont, Kinoleinwand zwischen den Bäumen

Das eigentliche Alleinstellungsmerkmal siehst du erst, wenn du dich hinlegst und den Kopf hebst. Das Bad ist terrassenförmig in den Hang gebaut, oberhalb der Tennisanlagen und des Japanischen Gartens, und der Blick geht über die Bonndorfer Hochfläche hinweg nach Süden. Bei klarer Sicht schiebt sich hinter den Bäumen die Kette der Schweizer Alpen ins Bild. Es gibt im Ort wenige Stellen mit einem so unverbauten Panorama, und keine davon hat ein 25-Meter-Becken davor.

Weil die Liegewiesen weitläufig sind, verläuft sich der Andrang selbst an Hitzetagen. Der typische Bonndorfer Badetag hat deshalb einen Rhythmus, den Familien schnell übernehmen: vormittags Bahnen im Sportbecken, mittags Decke, Brotzeit und Kuchen auf der Wiese, nachmittags Tischtennis, Trampolin und Volleyball, bis irgendwann jemand ruft, dass er noch einmal ins Wasser will. Zeitfenster, Vorabbuchung oder QR-Codes braucht dafür niemand mehr. Was in der Saison 2021 mit Kapazitätsgrenze von 390 Personen, Onlineanmeldung und Testnachweis noch Pflicht war, ist Geschichte. Dein Ticket gilt für den ganzen Tag.

An Sommerabenden kippt der Ort die Nutzung komplett. Dann wird aus dem Freibad das Bonndorfer Open Air Kino: ab 18.30 Uhr Leinwand zwischen den Bäumen und Büschen rund um das Becken, davor Musik von der Bläserjugend und der Stadtmusik Bonndorf. Für den Kinoabend gelten eigene Tarife von 8,50 Euro für Erwachsene, 7,50 Euro ermäßigt und 6,50 Euro für Kinder unter 12 Jahren. Nimm einen Pullover und eine Decke mit, denn auf knapp 900 Metern kühlt es nach dem heißesten Tag zügig ab. Wer mit dem Wohnmobil unterwegs ist, hat es besonders leicht: Direkt nebenan, Im Obertal, liegt der städtische Stellplatz mit zwölf asphaltierten Plätzen, 10 Euro pro Nacht inklusive Kurtaxe, Strom über Münzautomat zu 0,50 Euro je Kilowattstunde. Von dort läufst du zum Kino, ohne einmal den Motor zu starten.

Ausflugsideen für danach: die Nähe erkunden

Direkt unterhalb der Freibad-Terrassen liegt der Japanische Garten, ein echtes Unikat auf 850 Metern Höhe. Bonsai-Formen und Wasserläufe treffen dort auf Schwarzwald-Bewuchs, und nach dem Trubel im Bad wirkt ein Spaziergang dort wie ein Gegenmittel. Der Weg dorthin ist kurz genug, dass du ihn auch mit müden Kindern noch schaffst.

Fußläufig erreichst du außerdem Schloss Bonndorf, das kulturelle Zentrum der Stadt. Untergebracht sind dort unter anderem die Schloss-Narrenstuben mit über 400 originalgetreuen, handgefertigten Miniaturfiguren der schwäbisch-alemannischen Fasnet. Wenn das Wetter kippt und das Freibad ausfällt, ist das die naheliegendste Ausweichidee im Ort, und im August erklärt sie ganz nebenbei, warum die Region im Februar aus dem Häuschen ist.

Und dann ist da die Wutachschlucht, die größte und tiefste Schlucht Deutschlands, die unmittelbar an das Bonndorfer Gemeindegebiet grenzt. Die klassische Kombination sieht so aus: früh los, solange es im Wildwasser-Canyon noch kühl ist, die Schlucht durchwandern, und am späten Nachmittag mit müden Beinen zurück ins beheizte Becken. Wer es kürzer mag, findet nur wenige Minuten entfernt die Lotenbachklamm und die Gauchachschlucht. Einen Abstecher wert sind außerdem das Waldbad Löffingen und Tatzmania, beide von Bonndorf aus in überschaubarer Fahrzeit erreichbar. Der Schluchsee und Grafenhausen liegen an denselben Regionalbuslinien, die dich auch zum Bad bringen. Pack Hochschwarzwald Card und KONUS-Gästekarte ein, dann kostet die Busfahrt nichts und der Eintritt ins Freibad ist einmal pro Aufenthalt frei.

Gut zu wissen

Baujahr
1933 eröffnet, Anfang der 1990er grundlegend zum Familienbad umgebaut
Lage
Terrassiert am Hang auf 850 bis 900 m, oberhalb von Tennisanlage und Japanischem Garten, Blick bis zu den Schweizer Alpen
Schwimmerbecken
25 x 13 m, 1,70 bis 2,00 m tief, beheizt
Für die Kleinen
Nichtschwimmerbecken 0,40 bis 0,90 m, dazu ein eigenes beschattetes Planschbecken als UV-Schutz
Neben dem Wasser
Fußballfeld, Volleyballfeld, Trampolin, Tischtennisplatten, Kinderspielplatz, Kiosk mit Terrasse und hausgemachtem Kuchen
Parken & Zahlung
Parkplatz Stadthalle Bonndorf rund 106 m vom Eingang, Wohnmobilstellplatz Im Obertal mit 12 Plätzen direkt nebenan; an der Kasse wird bar bezahlt
Insider-Tipp

Für den Alpenblick lohnt sich früh sein: Die südwestlich ausgerichteten Wiesenflächen sind die Plätze mit freier Sicht auf das Schweizer Massiv, und sie sind an schönen Tagen als Erstes belegt. Decke dort ausbreiten, später ein Stück hausgemachten Kuchen vom Kiosk holen, fertig ist das Bonndorfer Alpen-Picknick.

Häufige Fragen

Bleibt das Wasser auch an kühlen, bewölkten Tagen angenehm?
Ja. Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken sind beheizt, deshalb bleibt die Wassertemperatur auch bei durchwachsener Prognose und in den kühlen Morgenstunden auf konstantem Niveau. Ein Hitzetag ist schön, aber keine Voraussetzung. Bei Dauerregen ist das Schloss Bonndorf die bessere Idee.
Womit beschäftigen sich Kinder, wenn sie genug vom Wasser haben?
Mit Fußballfeld, Volleyballfeld, Trampolin, mehreren Tischtennisplatten und einem eigenen Spielplatz. Die Anlage ist bewusst so zoniert, dass Kleinkinder im beschatteten Planschbecken bleiben, Schwimmanfänger im flachen Becken üben und sportliche Schwimmer ihre 25-Meter-Bahn haben. Deshalb wird aus dem Besuch bei vielen Familien ein halber oder ganzer Tag.
Reicht die Hochschwarzwald Card an der Kasse aus, oder brauche ich Bargeld?
Mit der Hochschwarzwald Card ist ein Eintritt pro Aufenthalt frei, du bekommst die Karte ab zwei Übernachtungen bei teilnehmenden Gastgebern kostenfrei. Einheimische und Gäste mit Erst- oder Zweitwohnsitz in den Partnergemeinden kaufen die WälderCard, die ebenfalls einmalig freien Eintritt gewährt. Für jeden weiteren Badetag und ohne Karte kaufst du ein Einzelticket an der Schwimmbadkasse, und dafür solltest du Bargeld dabeihaben. Die Familiensaisonkarte wurde historisch nicht am Becken verkauft, sondern über den Bürgerservice im Rathaus.
Lohnt sich die Anreise mit dem Bus, oder ist das umständlich?
Sie lohnt sich, weil die Haltestelle Bonndorf Zentrum direkt in der Schwimmbadstraße liegt, nur wenige Schritte vom Eingang. Angefahren wird sie unter anderem von den SBG-Linien 7258, 7343 und 7344 aus Richtung Schluchsee, Grafenhausen und Döggingen. Mit der KONUS-Gästekarte, die du bei der Anmeldung von deinem Gastgeber bekommst, fährst du im gesamten Schwarzwald kostenlos mit; ausgenommen sind nur Fernzüge und Bergbahnen. Die Haltestelle selbst hat keinen überdachten Wartebereich, bei Schauern hilft also ein Blick auf die Abfahrtszeit.
Kann ich mit dem Wohnmobil direkt am Freibad übernachten?
Ja, der städtische Wohnmobilstellplatz liegt unmittelbar angrenzend, Adresse Im Obertal 2. Er ist asphaltiert, bietet Platz für zwölf Fahrzeuge und kostet 10 Euro pro Nacht inklusive Kurtaxe, kassiert wird bar von einem Mitarbeiter der Stadt. Es gibt zwölf Münz-Stromanschlüsse zu 0,50 Euro je Kilowattstunde, Wasserversorgung und Kassettenentleerung. Die Sanitäranlagen des Bades kannst du als Badegast mitnutzen.

Übernachten

Und wo schläfst du?

Bald schwebt der Gedanke nach: Dieser Blick verdient mehr als nur einen Nachmittag. Unsere Partnerhäuser liegen mitten in der Region.

Transparenz: Hotel Hochfirst und Hotel Sonnenberg gehören zur H24-Gruppe, die SchwarzwaldNavi betreibt.

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