Frierst du im Wasser schnell, oder kommt ein Kleinkind mit? Dann lohnt sich vor der Fahrt ins Aquari Hüfingen ein Blick auf den Wochentag: freitags, samstags, sonntags und an Feiertagen heizen die Stadtwerke das große Sportbecken von 28 auf 30 Grad hoch. Zwei Grad klingen nach nichts. Nach der dritten Rutschpartie hörst du den Unterschied daran, dass niemand mit blauen Lippen an den Beckenrand kommt und nach dem Handtuch fragt.
Warmbadetage, Frühschwimmen und der stille Montag
Das Aquari folgt einem Wochenrhythmus, den du besser einmal in Ruhe liest, bevor du die Badetasche packst. Dienstag und Freitag öffnet das Hallenbad zweimal: morgens von 06:30 bis 08:30 Uhr zum Frühschwimmen, dann wieder von 15:00 bis 21:00 Uhr. Mittwoch und Donnerstag bleibt es beim Nachmittag von 15:00 bis 21:00 Uhr, samstags geht es von 14:00 bis 20:00 Uhr, sonntags und an Feiertagen von 10:00 bis 19:00 Uhr. Montags bleibt das Haus geschlossen, dann gehören die Bahnen dem Schul- und Vereinsbetrieb. Fällt ein Feiertag auf einen Montag, bleibt es dabei.
Die Warmbadetage sind der eigentliche Planungshebel für Familien. An drei Tagen der Woche und an Feiertagen steigt die Temperatur im 25-Meter-Becken auf 30 Grad, sonst liegt sie bei 28 Grad: angenehm für zügige Bahnen, für ein plantschendes Kind merklich kühler. Saunagäste sollten sich den Dienstag notieren, ab 15:00 Uhr ist die komplette Saunalandschaft ausschließlich für Damen reserviert.
Zwei Uhrzeiten stehen im Kleingedruckten und kosten trotzdem den halben Nachmittag, wenn du sie überliest. Einlass- und Kassenstopp ist jeweils eine Stunde vor Schließung, die Badezeit endet dreißig Minuten vor Betriebsschluss. Wer sonntags um Viertel nach sechs am Eingang steht, kommt nicht mehr hinein. Dafür ist das Aquari genau das, was eine verregnete Schwarzwaldwoche braucht: ein Plan B, der auch mit müden Kindern funktioniert.
52 Meter Röhre und 34 Grad Rundbecken: das Aquari Hüfingen von innen
Schon von außen verrät das Gebäude, worum es drinnen geht. An der farbenfroh gestalteten Fassade schlängeln sich zwei blaue Röhren entlang, und Kinder zeigen darauf, bevor das Auto überhaupt steht. Dahinter steckt eine 52 Meter lange Riesenrutsche. Erfahrungsgemäß ist die erste Frage nach dem Umziehen nie, wo die Handtücher hinkommen, sondern wie oft man rutschen darf.
Der Rest des Hallenbades ist erstaunlich vielseitig für ein kommunales Bad. Das Sportbecken misst 25 Meter, umfasst 250 Quadratmeter und ist barrierefrei zugänglich, was gelenkschonendes Ausdauertraining auch für ältere Gäste möglich macht. Im Strömungsbecken treibt dich der Strömungskanal durchs Wasser, Bodenblubbler und Massagedüsen sorgen dafür, dass niemand nur mitschwimmt. Unter freiem Himmel liegt das Wellness-Außenbecken mit 32 Grad: Sprudelliegen, Nackenduschen, Bodensprudler. Nutzbar ist es ganzjährig, sofern kein technischer Defekt dazwischenkommt und das Haus nicht gerade in der Revision ist.
Für die Jüngsten hält der Innenbereich zwei separate Rundbecken mit 33 bis 34 Grad und unterschiedlichen Wassertiefen bereit, ein sicherer erster Kontakt mit dem Element. Von Mai bis Ende Oktober kommt draußen eine große Liegewiese mit Kombinations-Spielanlage dazu. Wer nicht nur planschen will: Die Stadtwerke bieten fortlaufend Schwimmkurse an, ab fünf beziehungsweise sechs Jahren, mit Brustschwimmen, Tauchen, Springen und dem Seepferdchen am Ende. Kindergeburtstage lassen sich freitags, samstags sowie während der baden-württembergischen Schulferien von Dienstag bis Samstag feiern, nach vorheriger Reservierung und mit Verpflegung im hauseigenen Badbistro.
Vier Kabinen, ein Trinkbrunnen und der Griff zur Wasserbelebung
Hinter dem Badebereich beginnt eine Saunalandschaft, die für ein Stadtbad dieser Größe ungewöhnlich üppig ausfällt. Den härtesten Reiz liefert das Laconium, eine finnische Außensauna im Saunagarten, in der bei 90 Grad stündlich aufgegossen wird. Drinnen wartet eine klassische 80-Grad-Kabine mit regelmäßigen Aufgüssen. Wer den Kreislauf schonen will, geht ins Tepidarium, eine Biosauna mit 39 Grad und nur 20 Prozent Luftfeuchtigkeit, begleitet von einer Farblichttherapie. Das Caldarium ist das Gegenstück: römisches Dampfbad, 45 Grad, 100 Prozent Luftfeuchtigkeit, dazu Aromen für Atemwege und Haut. Die beiden lateinischen Namen sind hier keine Marketingidee. Keine 800 Meter weiter liegen die Originale im Boden: Im Kastellbad von Brigobannis durchliefen römische Reiter ab etwa 70 nach Christus genau diese Abfolge, vom Warmbaderaum über den lauwarmen Raum ins kalte Becken. Mehr dazu weiter unten.
Zum Abkühlen und Nichtstun gibt es ein Kneipp-Tretbecken, einen Salzruheraum und Liegeterrassen im Saunagarten wie auf der Dachterrasse. In der Regel einmal im Monat, samstags zwischen Oktober und Mai, wird daraus die Mitternachtssauna: von 18:00 bis 24:00 Uhr mit thematischen Aufgüssen und Massagen, ab 21:30 Uhr ist FKK-Schwimmen im gesamten Hallenbad möglich. Der Eintritt liegt bei 24,00 Euro.
Eine Eigenheit zieht sich durch beide Bereiche und ist von außen unsichtbar. Seit 2009 sind sämtliche Wasserleitungen in Bad und Sauna mit der GRANDER-Wasserbelebung ausgestattet, die für ein weicheres Wassergefühl sorgen soll; im Saunaparadies steht dazu ein eigener Trinkbrunnen. Für die Gäste ist das kostenfrei. Das Gebäude selbst blickt auf über 30 Jahre zurück, Träger sind die Stadtwerke Hüfingen. Seit 2025 führt das Unternehmen Pooltrend den Betrieb, was einen Rekord bei den Eintrittsgeldern brachte.
Was der Eintritt kostet und wie du ohne Auto ankommst
Die Tarife trennen sauber zwischen Bad und Sauna, eine reine Saunakarte gibt es nicht. Die Tageskarte fürs Hallenbad kostet Erwachsene 10,00 Euro, Kinder zahlen 8,50 Euro. Mit Saunalandschaft liegt die Kombikarte bei 21,50 Euro für Erwachsene und 13,50 Euro für Kinder. Für einen kurzen Abstecher gibt es den 2-Stunden-Tarif: rund 4,50 Euro im reinen Hallenbad, 15,50 Euro mit Sauna und Bad. Wer beim Kombitarif überzieht, zahlt je 30 Minuten 1,50 Euro nach. Kommen Eltern mit den eigenen Kindern, ist ab dem dritten Kind der Eintritt frei, und im Hochsommer greift oft ein Sommertarif, bei dem du drei Stunden bezahlst und vier bleiben darfst.
Mit dem Auto ist es unkompliziert: Direkt am Gebäude liegen kostenfreie Parkplätze. Ohne Auto geht es genauso. Der Bahnhof Hüfingen Mitte wird regelmäßig von Zügen der SWEG angefahren, mit Verbindungen nach Donaueschingen und Anschluss an die Schwarzwaldbahn. Fußläufig zum Bad liegen die Haltestellen Hüfingen Lucian-Reich-Schule, angefahren von der Linie 910, und Hüfingen Donaueschinger Straße.
Für Urlauber kommt ein Kostenvorteil dazu. Wer in einer kurtaxepflichtigen Unterkunft im Schwarzwald übernachtet, bekommt die KONUS-Gästekarte, und die gilt als Freifahrtticket für alle Busse und Regionalbahnen der 2. Klasse im gesamten Schwarzwald, ICE und IC ausgenommen. An der Kasse bringt sie zusätzlich einen rabattierten Einzeleintritt. Eine Einschränkung solltest du kennen: Die Hochschwarzwald Card und die DreiWelten Card führen das Aquari in ihren Leistungskatalogen 2026 nicht als inkludiertes Ausflugsziel. Wer über seinen Arbeitgeber bei Hansefit oder dem EGYM Wellpass angemeldet ist, kommt darüber ebenfalls ins Bad.
Gut zu wissen
Wer an seinem eigenen Geburtstag kommt und einen gültigen Ausweis vorlegt, hat freien Eintritt.
Ausflugsziele in der Nähe
Das Bad lässt sich gut als zweite Tageshälfte einplanen. Der Klassiker davor ist die Wutachschlucht, der Grand Canyon des Schwarzwalds: Von Hüfingen aus erreichst du den Einstieg an der Schattenmühle mit dem Wanderbus der Linie 7259 in rund 15 Minuten. Nach ein paar Stunden auf schmalen Pfaden ist das 32 Grad warme Außenbecken genau die richtige Reihenfolge.
Das älteste Bad Hüfingens steht 750 Meter vom Aquari entfernt, gut zehn Minuten zu Fuß. Am Galgenberg liegt die Römische Badruine, das Bad des Kastells Brigobannis am Donaulimes und eines der ältesten Kastellbäder nördlich der Alpen. Fürst Karl Egon II. zu Fürstenberg ließ sie 1820 ausgraben und ein Jahr später überdachen; dieser Schutzbau ist heute selbst ein Denkmal. Erhalten ist die komplette Raumfolge samt Heizraum. Geöffnet ist sie von Mai bis Oktober sonn- und feiertags von 14 bis 17 Uhr, in den baden-württembergischen Sommerferien täglich, letzter Einlass 16:30 Uhr. Erwachsene zahlen 3,00 Euro, ermäßigt 1,50 Euro. An der Ruine startet außerdem ein drei Kilometer langer römischer Erlebnispfad mit acht Stationen, frei zugänglich und ohne Anmeldung.
Für Regentage mit Kindern lohnt das Schulmuseum Hüfingen mit Schiefertafeln und alten Schulbänken. In der Nachbarstadt Donaueschingen warten die Donauquelle und zeitgenössische Kunst im Museum Art.Plus.