AusflugszieleGrafenhausen

Mühlenbesichtigung mit Streichelzoo

Grafenhausen · Hochschwarzwald
gratis mit Card FamilieKinderTier
Die Tannenmühle Grafenhausen in der Außenansicht
© Hochschwarzwald Tourismus GmbH
Start Attraktionen Mühlenbesichtigung mit Streichelzoo

Stell dir vor, du stehst in einem stillen Seitental des südlichen Hochschwarzwalds, ein Mühlrad dreht sich knarrend im Bachwasser, und ein paar Meter weiter steckt ein Kind seine Hand durch den Zaun, um ein zutrauliches Schaf mit lockigem Fell und pechschwarzem Gesicht zu streicheln. Genau das ist der Moment, für den Familien zur Tannenmühle Grafenhausen kommen: eine über hundert Jahre alte Müllerwelt zum Anfassen, ein Streichelzoo voller eigenwilliger Tiere und ein Spielparadies, das die Kinder kaum wieder verlassen wollen.

Eine Mühle, die ohne einen einzigen Nagel hält

Die Geschichte dieses Ortes beginnt mit Korn und Wasserkraft. Über Generationen mahlten hier die Baschnagels Getreide, bis im Ersten Weltkrieg das Mühlengebäude vollständig niederbrannte. Bis 1954 führte Müllermeister Siegfried Baschnagel den Betrieb noch, die Mühle erzeugte damals sogar ihren eigenen Strom. Dann zwang der Strukturwandel zum Umdenken. Fritz und Hildegard Baschnagel, die 1956 heirateten, eröffneten einen winzigen Gasthof mit gerade einmal vier Tischen. Aus dieser Keimzelle wuchs über die Jahrzehnte ein ganzer Schwarzwaldgasthof mit Mühlenstube, Kachelofen und Kuckucksuhr.

Das Herzstück für alle, die das alte Handwerk sehen wollen, ist die Schwarzwälder Museumsmühle. Sie ist kein zufälliges Überbleibsel, sondern eine penible Rekonstruktion: komplett aus Holz gebaut, ganz ohne Metallnägel, jede Verzahnung der Balken, das Mühlrad und das Mahlwerk genau nach den Vorbildern von vor über hundert Jahren. Wenn du eintrittst, drehen sich die schweren Holzmechaniken im Takt des Wasserrades, und an den Wänden erzählen historische Werkzeuge und Gerätschaften vom harten Alltag der Müller. Eine reine Besichtigung samt Stöbern im angeschlossenen Lädele dauert etwa 30 bis 45 Minuten.

Hier wird der Weg vom Korn zum Mehl nicht erklärt, sondern hörbar, sichtbar und zum Anfassen lebendig.

Lotta, Frieda und die kleinste Schafrasse Europas

Was die Tannenmühle von einem gewöhnlichen Gasthof abhebt, ist das weitläufige Kleintiergehege. Die Tiere stehen hier nicht hinter Distanz, du fütterst und streichelst sie am Zaun oder mitten im Streichelzoo. Die heimlichen Stars sind die Walliser Schwarznasenschafe Lotta und Frieda mit ihrem markanten Gesicht und ihrem zutraulichen Wesen. Dazu kommen Hängebauchschweine und die Quessantschafe, die kleinste Schafrasse Europas, an der schon Erwachsene staunend stehen bleiben.

Das Gehege ist erstaunlich artenreich. Verspielte Alpakas und Lamas, Esel und Ponys, Ziegen, Steinböcke, Kaninchen und Meerschweinchen leben hier, dazu ein echter Hingucker: majestätische weiße Hirsche. Auch Pfauen, Emus, Wellensittiche und verschiedene Eulen lassen sich beobachten, und in den Fischteichen darfst du die Forellen füttern. Kleine Gnome zwischen den Gehegen sorgen für Augenzwinkern. Für Stadtkinder ist es eine echte Naturerfahrung, aus nächster Nähe zu sehen, wie sich Hasen gegenseitig putzen.

Wichtig: Kein Zutritt ohne Card oder Einkehr

Das Tiergehege ist kein öffentlicher Streichelzoo. Ohne Hochschwarzwald Card oder WälderCard kommst du nur hinein, wenn du im Restaurant einkehrst oder im Haus übernachtest. Mit einer der beiden Karten ist der Zutritt frei, auch ohne Restaurantbesuch.

Was dich in der Tannenmühle Grafenhausen sonst noch erwartet

Die Anlage ist als Tagesausflug gedacht, bei dem Ruhe und Toben fließend ineinander übergehen. Der große Abenteuerspielplatz kombiniert Rutschen, Schaukeln und Klettergerüste mit einer Seilbahn und rotierenden Kugelkarussellen. Besonders beliebt ist der Wasser- und Abenteuerspielplatz mit seiner voll ausgestatteten Matschküche, in der Kinder mit Sand und Wasser werkeln, bis die Klamotten triefen. Funktionsfähige Münzbagger lassen kleine Technikfans Schätze ausheben, und eine Ausstellung alter Oldtimer-Traktoren schlägt die Brücke zur Landwirtschaft.

Ein paar Erlebnisse heben sich besonders ab. Beim geführten Eselwandern mit Charlotta begleitet die Gastgebertochter dich mit den hauseigenen Eseln auf entspannten Spaziergängen durch die Wälder. Und bei der Nachtbaustelle werden Kinder mit einem Clubcar und Musik zu den Baggern gefahren, um unter dem Sternenhimmel zu baggern. Schlägt das Wetter um, was im Hochschwarzwald schnell geht, bietet die Tannenmühle weitreichende Indoor-Lösungen: ein Spiel- und Bastelzimmer mit Brettspielen und Lego sowie einen Indoor-Spielplatz mit XXL-Bällebad und Ballspiel-Parcours, der allerdings in Teilen den Übernachtungsgästen vorbehalten ist.

Forellen aus eigener Zucht und eine wichtige Eintrittsregel

Das kulinarische Herz des Hauses ist untrennbar mit der eigenen Forellenzucht verbunden. Küchenchef Lorenz Baschnagel zieht die Fische in den hauseigenen Teichen auf, und das schlägt sich in einer Speisekarte mit über 30 verschiedenen Forellengerichten nieder, ein Alleinstellungsmerkmal, das Fischliebhaber von weit her anlockt. Eltern entspannen dabei oft auf der Terrasse, während der Nachwuchs in Sichtweite spielt.

Eine Sache solltest du vor der Anreise wissen, sonst stehst du womöglich enttäuscht vor dem Gehege. Der Streichelzoo ist kein öffentlicher Tierpark. Ein isolierter Besuch nur für einen Spaziergang ist ausdrücklich nicht gestattet. Der Eintritt ins Gehege selbst ist zwar kostenfrei, aber an eine Bedingung geknüpft: Du übernachtest im Haus, du kehrst im Restaurant ein, oder du bist Inhaber einer Hochschwarzwald Card beziehungsweise WälderCard. Mit der Karte darfst du auch ohne Restaurantbesuch zu den Tieren. Weil der Zugang ohne Karte an die Einkehr gebunden ist, lohnt der Blick auf die Restaurantzeiten: geöffnet ist von Mittwoch bis Sonntag von 11:15 bis 23:00 Uhr, die warme Küche läuft bis 20:30 Uhr, nachmittags zwischen 14:00 und 17:30 Uhr gibt es eine kleine Karte. Montag und Dienstag sind Ruhetage, dienstags öffnet das Haus nur für Übernachtungsgäste ab 17:00 Uhr. Eigenes Picknick mitzubringen und auf dem Gelände zu verzehren ist überall untersagt.

Was du mitnimmst

Du kommst mit einem Plan und gehst mit einer Erinnerung. Die Kinder erzählen abends noch von der Hand, die ein Alpaka beschnüffelt hat, vom matschverschmierten Werken in der Matschküche und vom weißen Hirsch, der zwischen den Bäumen auftauchte. Du selbst sitzt vielleicht auf der Terrasse, hast eine frisch zubereitete Forelle vor dir und hörst den Bach plätschern, während das Mühlrad sich unermüdlich dreht.

Das Schöne ist der entspannte Rhythmus. Familien verbringen hier üblicherweise einen halben bis ganzen Tag, im Schnitt drei bis sechs Stunden: erst eine ausgedehnte Runde durch das Tiergehege, dann eine lange Spielphase, schließlich eine gemütliche Einkehr. Die ebenerdige Anlage im flachen Tal macht das auch für Großeltern und für Gäste mit Rollstuhl angenehm, hier muss niemand bergauf hetzen.

Ausflugsziele in der Nähe

Die Lage auf dem Hochplateau von Grafenhausen macht die Tannenmühle zum idealen Baustein eines größeren Tages. Nur rund 35 Gehminuten entfernt locken Schlüchtsee & Schlühüwanapark, ein Naturbadesee mit Strandbereich und Sonnenterrasse samt anschließendem, 2,6 Kilometer langem und kinderwagentauglichem Naturerlebnispfad mit Holzskulpturen, die nach dem Orkan Lothar von 1999 aus entwurzelten Bäumen geschnitzt wurden. Eine kurze Autofahrt bringt dich zur Staatsbrauerei Rothaus mit ihren Brauereiführungen, dem legendären Tannenzäpfle-Bier und dem gegenüberliegenden Heimatmuseum Hüsli, das als Kulisse der Schwarzwaldklinik bekannt wurde.

Wer mag, kombiniert weiter: Einen Abstecher wert ist die Tatzmania. Am nur rund 10 Kilometer entfernten Schluchsee laden außerdem aqua fun Schluchsee und Müllers Bootsvermietung an der Staumauer - Tretbootverleih zu einer Pause ein. Mein Rat: Reserviere vorab telefonisch einen Tisch, plane den Streichelzoo und die Mühle fest ein und sichere dir mit der Hochschwarzwald Card den freien Zutritt. Dann wird aus dem Besuch ein runder, unbeschwerter Familientag im Tal der Mühlen.

Aktueller Hinweis

Achte auf die Betriebsferien des Gesamthauses: Im Frühsommer bleibt der Gasthof vom 1. bis 7. Juni 2026 geschlossen, im Winter vom 14. bis 25. Dezember 2026. Außerhalb dieser Zeiten gelten die regulären Öffnungszeiten von Museumsmühle und Lädele.

Gut zu wissen

Eintritt Museumsmühle
Erwachsene 2,00 €, Kinder 1,50 €, mit Hochschwarzwald Card frei
Zutritt Tiergehege
Nur mit Hochschwarzwald Card/WälderCard, sonst an Restaurant-Einkehr oder Übernachtung gebunden
Anreise ÖPNV
Dreiseenbahn bis Seebrugg (ca. 13,6 km), weiter per Bus über den Knotenpunkt Rothaus Grafenhausen; mit KONUS-Gästekarte kostenlos
Besuchsdauer
Mühle 30–45 Min., Familien meist 3–6 Stunden
Ideal für
Familien mit Kindern, auch Senioren und Rollstuhlfahrer (ebenerdig)
Tiere im Gehege
Walliser Schwarznasenschafe, Quessantschafe, Alpakas, weiße Hirsche, Pfauen, Eulen
Insider-Tipp

Halte für die Münzbagger am Spielplatz genug Kleingeld bereit, die Maschinen nehmen keine Karte. Und pack im Sommer eine kleine Kühltasche ins Auto: Schwarzwälder Schinken und HofEis aus dem Mühlenlädele danken es dir auf der Heimfahrt.

Häufige Fragen

Kann ich den Streichelzoo besuchen, ohne im Restaurant zu essen?
Nur mit einer gültigen Hochschwarzwald Card oder WälderCard. Ohne Karte ist der Zugang zum Tiergehege an eine Einkehr im Restaurant oder eine Übernachtung im Haus gebunden, ein reiner Spaziergang ins Gehege ist nicht gestattet.
Lohnt sich der Ausflug mit kleinen Kindern?
Ja, die Anlage ist auf Familien ausgelegt. Kleinkinder lieben den Streichelzoo und die flachen, sicheren Wege, größere Kinder toben auf dem Wasser-Abenteuerspielplatz, an der Matschküche und den Münzbaggern. Die Tannenmühle ist als familienfreundliches Ziel in Baden-Württemberg zertifiziert.
Wie komme ich hin und wo parke ich?
Adresse ist der Tannenmühleweg 5 in Grafenhausen. Direkt am Haus und am nahen Hauptparkplatz parkst du kostenfrei, es gibt auch Busparkplätze und eine Ladesäule. Mit der KONUS-Gästekarte fährst du Busse und Bahnen im Schwarzwald kostenlos; per Bahn über die Dreiseenbahn bis zum Bahnhof Seebrugg, der rund 13,6 Kilometer entfernt liegt, von dort weiter mit dem Regionalbus über den Knotenpunkt Bushaltestelle Rothaus Grafenhausen.
Hat die Mühle im Winter geöffnet?
Ja. In der Wintersaison von November bis April ist die Museumsmühle samt Lädele von Mittwoch bis Sonntag zwischen 12:00 und 17:00 Uhr geöffnet, Montag und Dienstag sind Ruhetage. An einem kleinen Hang neben der Mühle kann bei Schnee gerodelt werden, an bestimmten Wochentagen dank Flutlicht sogar bis in die Abendstunden.

Übernachten

Und wo schläfst du?

Wer sich hier von Streichelzoo und Mühlrad verzaubern lässt, denkt schnell darüber nach, den Tag nicht enden zu lassen. Unsere Partnerhäuser liegen mitten in der Region.

Transparenz: Hotel Hochfirst und Hotel Sonnenberg gehören zur H24-Gruppe, die SchwarzwaldNavi betreibt.

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