2,7 Kilometer pro Stunde. Schneller fährt das kleinste Fahrzeug beim Gaspedal Rötenbach nicht, und genau darin liegt der Reiz: Auf dem Mini-Parcours dreht ein Einjähriger auf einem John-Deere-Traktor seine ersten Runden, während ein paar Meter weiter ein Zwölfjähriger im Monster-Kart über den Offroad-Kurs pflügt. Beides passiert fast lautlos, weil auf dem Gelände kein einziger Verbrennungsmotor läuft. Die Großeltern auf der Terrasse hören deshalb weiter, was am eigenen Tisch gesprochen wird.
Vom Einjährigen bis zum Teenager: wer hier ans Steuer darf
Die Staffelung der Fahrzeuge ist der eigentliche Kniff dieses Ausflugsziels. Auf dem abgetrennten Mini-Parcours stehen Elektrofahrzeuge der Marke John Deere, bei denen Gas und Bremse in einem einzigen Pedal stecken: der Mini Tractor schon für Kleinkinder ab einem Jahr, die Modelle Gator, Front Loader und Ground Force für Kinder zwischen drei und acht Jahren. Mehr als 2,7 Kilometer pro Stunde lassen die Fahrzeuge nicht zu, gefahren wird im Sichtfeld der Eltern.
Das Wald-Kart ist ab sechs Jahren freigegeben, trägt Fahrer bis 110 Kilogramm und passt für Körpergrößen von 1,25 bis 2,10 Metern. Ist ein kleineres Kind dabei, lässt sich ein Kindersitz aufstecken: Ab drei Jahren und bis 30 Kilogramm darf es als Beifahrer eines Erwachsenen mit. Das Monster-Kart bleibt Sechs- bis Vierzehnjährigen bis 60 Kilogramm und dem gesicherten Offroad-Parcours vorbehalten, Beifahrer sind dort nicht erlaubt. Alle drei Parcours laufen parallel, jedes Alter hat sein eigenes Revier. Und bei einem Kindergeburtstag lohnt das Bündeln: Ab fünf gemieteten Wald-Karts fährt das Geburtstagskind kostenlos mit.
Ein Hartplatz, ein Elektrotechniker und drei Kart-Klassen
Wo heute die Karts fahren, spielte früher der TuS Rötenbach: Das Gelände am Sportplatzweg war der Hartplatz des Vereins und lag brach. Zurück gebracht hat es Thomas, Betreiber und Gastwirt aus Rötenbach, der nach der Fachhochschulreife Elektrotechnik an der HTWG Konstanz studierte und nach Berufsjahren und einer Weltreise heimkehrte.
Das Wald-Kart lehnt sich an ein E-Bike an, hat aber vier Räder: 250 Watt unterstützen dich beim Treten, eine 3-Gang-Schaltung sorgt für die Abstufung, bis 16 Kilometer pro Stunde hilft der Antrieb mit, der Akku hält bis zu drei Stunden durch. Damit darfst du das Gelände verlassen und auf offiziell ausgeschilderten Wald- und Wiesenwegen unterwegs sein. Das Monster-Kart dagegen ist eine Eigenentwicklung für diese Anlage und wird wie im Motorsport über Gas- und Bremspedal gesteuert: 1.000 Watt Dauerleistung, bis zu 25 Kilometer pro Stunde, dazu vier einstellbare Geschwindigkeitsstufen (7, 12, 18 und 25) als Sicherheitsmerkmal und eine zuschaltbare Boost-Funktion, die kurzzeitig die doppelte Motorleistung freigibt.
Von November bis März ist Winterpause, die Kartbahn bleibt für den Publikumsverkehr geschlossen. Im Dezember öffnet die Gastwirtschaft auf individuelle Anfrage für Weihnachtsfeiern von etwa 20 bis 50 Personen. Für die Saison 2026 sind geführte E-Kart Touren terminiert, etwa eine spätabendliche Ausfahrt am 19. August 2026 von 23:00 bis 01:00 Uhr und Kinderferienprogramme von 14:00 bis 16:00 Uhr.
Geräucherte Forelle statt Pommestüte
Die Gastwirtschaft mit ihrer Sonnenterrasse ist nicht das übliche Anhängsel einer Freizeitanlage. Die Spezialität des Hauses sind geräucherte Forellen aus einer Rötenbacher Fischzucht, im Ganzen oder filetiert mit hausgemachtem Kartoffelsalat, dazu Badisches Dreierlei, Wurstsalat, hausgemachte Quiche, Schnitzel und Currywurst, nachmittags Kuchen und Torten aus der Vitrine. Timing-Tipp: Wer seine Fahrzeit zur Mittags- oder frühen Abendzeit enden lässt, bekommt die Forelle frisch auf den Tisch.
Weil die Elektromotoren flüsterleise arbeiten, wird die Terrasse zum Zuschauerrang: Großeltern verfolgen bei Kaffee und Kuchen das Treiben ihrer Enkel, ohne gegen Motorenlärm anreden zu müssen. Für Feiern fasst der Innenbereich bis zu 50 Personen mit Sitzplatz für jeden Gast, draußen sind nach Absprache über 100 möglich, inklusive Festzelt oder Foodtruck. Die geführten E-Kart Touren dauern rund 1,5 Stunden, führen über Waldwege bis in die Nähe der Rötenbachschlucht und brauchen eine verbindliche Voranmeldung.
Was ein Nachmittag beim Gaspedal Rötenbach kostet
Einen pauschalen Eintritt gibt es nicht, abgerechnet wird nach gemieteter Fahrzeit. Beim Wald-Kart kosten 10 Minuten 5 Euro, 20 Minuten 10 Euro, 30 Minuten 15 Euro und eine volle Stunde 20 Euro, jede weitere 20 Minuten 5 Euro. Das Monster-Kart liegt bei 10 Euro für 10 Minuten und 15 Euro für 20 Minuten, eine Runde im Mini-Kart kostet 1 Euro für 3 Minuten. Die geführte Tour steht mit 40 Euro pro Person auf der Liste, bezahlt wird bar vor Ort. Geöffnet ist von April bis Oktober täglich von 12 bis 18 Uhr.
Zwei Dinge musst du vorher wissen. Bei Regen, starker Nässe und Sturm bleibt die Anlage geschlossen, zum Schutz der Fahrer, der Antriebselektronik und der weichen Waldböden; prüfe bei wackeliger Prognose kurz per WhatsApp die Lage. Außerdem gilt Helmpflicht, festes Schuhwerk wird zwingend verlangt. Reservieren solltest du vor allem die Wald-Karts, ab mehr als fünf Personen ist die Anmeldung Pflicht, für die Mini-Karts ist sie organisatorisch nicht möglich.
Von der B31 nimmst du die Ausfahrt Friedenweiler, folgst der L182 und der anschließenden Hauptstraße rund 1.300 Meter und biegst rechts in die Rötenbachstraße ein. Kostenfreie Parkplätze gibt es direkt am Sportplatzgelände und am angrenzenden Wanderparkplatz Hardt, Abstellanlagen für Räder ebenfalls. Ohne Auto klappt es genauso: Der Bahnhof Rötenbach liegt etwa 17 Gehminuten entfernt, Regionalzüge Richtung Freiburg und Villingen fahren im 60-Minuten-Takt, mit der KONUS-Gästekarte kostenlos in der 2. Klasse.
Ausflugsziele in der Nähe
Der schönste Tagesplan beginnt hier nicht mit dem Kart, sondern zu Fuß. Direkt am Wanderparkplatz Hardt startet der Rötenbacher Ameisenpfad, ein rund 4,7 Kilometer langer Familien-Rundweg mit zehn interaktiven Stationen; sein stillstes Highlight ist der kleine Wasserfall im Seitental Krebsgraben, eingerahmt von moosbedeckten Farnwäldern. Zwei Stunden am Vormittag auf dem Pfad, danach der Nachmittag auf der Kartanlage, das ist die Kombination, die sich hier anbietet.
Zu Fuß erreichbar ist auch die Rötenbachschlucht mit ihrer urwüchsigen, stellenweise anspruchsvollen Premium-Wanderroute. Ziehst du den Radius weiter, sind der Hochfirstturm und die Lotenbachklamm rasch erreichbar, das Waldbad Löffingen liegt eine kurze Fahrt entfernt. Kippt der Regen den Kartbetrieb, bleibt das Badeparadies Schwarzwald davon unbeeindruckt.
Gut zu wissen
Leihhelme stehen in verschiedenen Größen kostenlos bereit, du darfst aber ausdrücklich deinen eigenen, gut sitzenden Fahrradhelm mitbringen. Bei Kindern spart das die Anprobiererei am Tresen.