Feldberg-Gipfelwanderung (Seebuck)

Feldberg · Hochschwarzwald
WandernAussichtNatur
Bismarckturm auf dem Feldberg mit weidenden Kühen im Vordergrund, Schwarz-Weiß-Aufnahme
Foto: Tobi Nielsen / CC BY 2.0 via Flickr (flickr.com/photos/56174435@N03/22843771998)
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Der Wind kommt von Westen über die baumlose Kuppe, du hältst dich am Steinsockel des Bismarck-Denkmals fest und schaust über die Kante: Extrem steil fällt der Hang in den Feldseekessel ab, tief unten liegt der Feldsee auf 1.105 Metern, dunkel und beinahe kreisrund zwischen den Steilwänden. Hinter dir dehnt sich das Plateau des Seebuck, 1.449,3 Meter hoch, der zweithöchste Gipfel des Schwarzwaldes. Wer am Feldberg wandern will, steht genau hier richtig: an dem Punkt, an dem aus einem Mittelgebirge für ein paar Schritte etwas Alpines wird.

Feldberg wandern: zwölf Kilometer, 560 Höhenmeter, vier Stunden

Der Genießerpfad Feldbergsteig startet nicht in Hinterzarten, sondern am Haus der Natur beim Feldberger Hof auf der Passhöhe der B 317. Rund zwölf Kilometer misst die Rundtour, etwa 560 Höhenmeter, ungefähr vier Stunden reine Gehzeit. Sie führt über das Gipfelplateau, hinunter zum Feldsee und an alten Berghütten vorbei: St. Wilhelmer Hütte, Zastler Hütte, Baldenweger Hütte, Raimartihof.

Es geht auch kürzer. Der barrierefreie Gipfelrundweg beginnt oben an der Bergstation, misst 5,78 Kilometer bei 81 Höhenmetern Aufstieg und besteht zu 77 Prozent aus Feinschotter und zu 23 Prozent aus Asphalt. Rollstuhl und Kinderwagen kommen durch, zweieinhalb Stunden solltest du dafür rechnen.

Die sportliche Variante heißt Felsenweg: 6,5 Kilometer durch den Bannwald, zwei Stunden, schmale Pfade über Wurzeln und nasse Steine, keine Einkehr unterwegs. Feste Schuhe sind dort keine Empfehlung, sondern Bedingung. Mit Gondelfahrt und einer dieser Runden ist ein halber bis ganzer Tag verplant.

Vom Aufzug im elften Stock bis zum Mont Blanc

Auf dem Seebuck steht der Feldbergturm, früher ein Funkturm des Südwestrundfunks, heute reiner Aussichtsturm. Der Aufzug bringt dich in den elften Stock, gut vierzig Meter über das Plateau. Hinter der Verglasung liegt an klaren Tagen der südliche Schwarzwald, dahinter die Vogesen, der Jura und die Alpenkette vom Säntis bis zum Mont Blanc.

Auf derselben Ebene liegt das höchstgelegene zivile Trauzimmer Baden-Württembergs. Im ersten Stockwerk des Turms hat der Schutzverband der Schwarzwälder Schinkenhersteller 2013 ein interaktives Museum eingerichtet, das Herstellung und Geschichte der Regionalspezialität erklärt.

Das ältere Wahrzeichen steht draußen: Das Bismarck-Denkmal wurde 1895 aus Bruchsteinen aufgeschichtet und kostete damals 18.000 Mark. Es steht auf 1.448 Metern an der Nordkante des Plateaus, einem herausragenden Aussichtspunkt mit spektakulärem Tiefblick.

Der Kessel unter dem Seebuck

Vom Denkmal aus siehst du, wohin die Eiszeit gearbeitet hat. Gletscher hobelten die Karwände aus, zurück blieb der Feldseekessel mit dem Karsee auf 1.105 Metern, durchflossen vom Seebach. Der Grüblesattel auf 1.419 Metern trennt den Seebuck vom Höchsten, dem 1.494,2 Meter hohen Hauptgipfel. Baden ist streng verboten, für Menschen wie für Hunde: Im See wachsen extrem seltene Unterwasserpflanzen, und im ganzen Naturschutzgebiet gilt absolute Leinenpflicht.

Der Schutz hat Tradition: 1939 ausgewiesen, 1991 kräftig erweitert, ist das Gebiet das älteste und höchstgelegene Naturschutzgebiet Baden-Württembergs. Das Klima erklärt, warum: Freiburg kommt im Mittel auf 11,4 Grad, das baumfreie Plateau auf 3,9. Deshalb halten sich hier Eiszeitrelikte wie die Alpen-Soldanelle und der Schweizer Löwenzahn, in den urigen Nadelwäldern leben Dreizehenspecht und Auerhahn.

Einheimische drehen die Runde gern um: erst vom Parkplatz bergab in den Kessel zum Feldsee, dann auf der Terrasse des Raimartihofs einkehren, und erst danach über Felsenweg oder Feldbergsteig zurück hinauf zum Seebuck. Der Anstieg fällt leichter, wenn die Pause schon hinter dir liegt.

Wichtelpostbote Ferdinand und eine Ballonfahrt im Trockenen

Für Kinder ist der Wichtelpfad im Auerhahnwald gemacht, ein 1,8 bis 2,1 Kilometer langer Themenweg für Vier- bis Achtjährige. Feldberg-Ranger Achim Laber hat dafür den Wichtelpostboten Ferdinand und den Auerhahn Anton erfunden, die zwischen Wichteltanne, Wichtelapotheke und Gasthaus Heidelbeere durch den Wald führen. Nebenbei lernen die Kinder, warum Auerhühner kleine Steine schlucken: Anders bekommen sie ihre harte Nahrung im Magen nicht klein. Für Kinderwagen taugt der Pfad nicht.

Wer sammelt, kommt weiter: Im Resi Wanderpass gibt es entlang der Wege Stempel, ab dem dritten wartet in der Tourist-Information eine kleine Urlaubserinnerung. Schon die Auffahrt zählt, denn ein Teil der geschlossenen Achter-Gondeln ist als Resi- und Wichtel-Gondel bunt bemalt. Am Ende des Wichtelpfads liegt ein Waldspielplatz.

Kippt das Wetter, rettet das Haus der Natur direkt neben dem Parkhaus den Tag; das Naturschutzzentrum öffnet regulär ab 10:00 Uhr, saisonale Abweichungen sind möglich. Es zeigt eine große Dauerausstellung über Mensch und Natur am Feldberg, und in der virtuellen 3D-Ballonfahrt schwebst du über das Relief des Südschwarzwalds.

Aktueller Hinweis

Wegen Fällarbeiten ist der Wanderweg an der Ochsenhöhe bis auf Weiteres komplett gesperrt, der Hasenhornturm in Todtnau bleibt aus Sicherheitsgründen geschlossen. Vom 14. bis 18. September 2026 wird der Gemeindewald Lenzkirch per Hubschrauber gekalkt und ist in dieser Zeit für Waldbesucher gesperrt.

Ab Hinterzarten hinauf: Bus, Bahn und der Emil-Thoma-Weg

Ohne Auto geht es entspannter. Vom Bahnhof Titisee, wo die Höllentalbahn aus Freiburg ankommt, fährt die Buslinie 7300 an allen Wochentagen im Stundentakt hinauf zum Seebuck. Vom Bahnhof Hinterzarten nimmst du die Dreiseenbahn (Linie S1) bis Feldberg-Bärental und steigst dort in dieselbe Linie 7300 bis zur Haltestelle Feldbergerhof um, dem Startpunkt des Feldbergsteigs. Für Übernachtungsgäste ist diese Fahrt mit der KONUS-Gästekarte kostenfrei, allerdings nur in der 2. Klasse und nicht in Fernzügen wie IC oder ICE.

Zu Fuß ab Hinterzarten wird daraus ein langer Zubringertag. Am Ortsrand von Oberzarten geht die Straße Am Kesslerberg in den Emil-Thoma-Weg über, der als Westweg mit der roten Raute markiert ist und in den Wald hinauf zur Feldbergregion führt. Je nach Routenwahl sind es 15 bis 27 Kilometer und bis zu 900 Höhenmeter; die klassischen Wege ab Ort heißen Westweg, Emil-Thoma-Weg und Säbelthomaweg. Nicht verwechseln mit der Kesslerhöhe: Der bewaldete Bergrücken östlich von Hinterzarten misst 1.015 Meter und wird vom Heilklimaweg Kesslerhöhenweg auf 7,15 Kilometern umrundet.

Mit dem Auto endet die Anfahrt im Parkhaus am Seebuck, Ausgang Etage 4 führt direkt an die Wanderwege. Wildes Parken an der B 317 oder auf Wendeplätzen wird abgeschleppt. Die Gondel fährt in der Hauptsaison bis zum 31. August 2026 täglich von 09:00 bis 17:00 Uhr; ab etwa 58 Kilometern pro Stunde Wind stellt der Betrieb ein, ein Blick auf den Tagesstatus lohnt sich vor der Abfahrt. Beim Ticket lohnt der Blick auf die Gästekarte: Mit der Hochschwarzwald Card ist einmalig eine Berg- und Talfahrt inklusive Feldbergturm gratis, du gehst direkt durchs Drehkreuz. Die kostenpflichtige SchwarzwaldCard bringt dagegen nur 50 Prozent Rabatt, den du an der Kasse einlöst.

Insider-Tipp

Einheimische raten davon ab, an heißen Hochsommertagen mittags aufs Plateau zu gehen. Ab etwa 18:00 Uhr leeren sich die Parkplätze am Haus der Natur schlagartig, die Luft auf dem baumfreien Gipfel wird angenehm, und im Sommer bleiben noch gut drei Stunden Tageslicht für die Gipfelrunde. Die Gondel steht dann still, du bist also zu Fuß unterwegs.

Ausflugsziele in der Nähe

Die Buslinie 7300 macht den Feldberg zum Knotenpunkt. Talwärts Richtung Todtnau liegen die Todtnauer Wasserfälle, in die Gegenrichtung kommst du nach Titisee, wo müde Beine im Badeparadies Schwarzwald wieder weich werden. Direkt am Fuß des Seebucks liegen das Haus der Natur und die Feldbergbahn, wenige Schritte entfernt an der Talstation der FUNDORENA - Indoor-Hochseilpark. Unten im Kessel schließt der Feldsee-Rundweg an, für Familien lohnt der Wichtelpfad Feldberg gleich nebenan.

Erfahrene Wanderer biegen ins Zastler Loch auf der Ostseite des Massivs ab, deutlich einsamer als der Feldbergsteig, dafür mit Steilwänden, Geröllfeldern und felsigen Pfaden, die Trittsicherheit und Schwindelfreiheit verlangen. Wer in Hinterzarten übernachtet, hat mit dem Kesslerhöhenweg eine ruhige Ortsrunde vor der Tür. Pack die Regenjacke ein, prüfe morgens den Windstatus und nimm die erste Gondel: Dann gehört dir das Plateau für eine Weile fast allein.

Gut zu wissen

Höhe
Seebuck 1.449,3 m, Hauptgipfel 1.494,2 m: höchster Berg Deutschlands außerhalb der Alpen
Naturschutz
1939 ausgewiesen, 1991 erweitert: ältestes und höchstgelegenes Naturschutzgebiet Baden-Württembergs
Berg- und Talfahrt
19,00 € Erwachsene, 10,00 € Kinder inklusive Feldbergturm; mit Haus der Natur 23,00 € und 13,00 €; Kinder einzeln 8,00 € Bergfahrt inklusive Turm, 7,00 € Talfahrt ohne Turm; Hund oder Fahrrad 5,00 €
Ermäßigungen
Erwachsene ab Jahrgang 2008, Kinder Jahrgang 2009 bis 2020, Jahrgang 2021 und jünger gratis; ab GdB 60 % ermäßigte Tickets an der Kasse Seebuck, mit Merkzeichen „B“ fährt die Begleitperson kostenlos
Barrierefrei
Gipfelrundweg 5,78 km, 81 Höhenmeter, für Rollstuhl und Kinderwagen zertifiziert
Parkhaus Seebuck
1.200 überdachte Plätze, 3,00 € erste Stunde, 2,00 € jede weitere, höchstens 10,00 € pro Tag
Wintersaison
Die Wintersaison 2025/26 ist abhängig von der Schneelage vom 28.11.2025 bis 06.04.2026 geplant; präpariert sind dann Seebucktrail (3 km) und Gipfeltrail (8 km), dazu Schneeschuhwandern

Häufige Fragen

Ist der Feldberg zum Wandern der im Schwarzwald oder der im Taunus?
Es gibt beide, und sie werden ständig verwechselt. Gemeint ist hier der Feldberg im Südschwarzwald mit 1.494,2 Metern. Der Große Feldberg im Taunus liegt in Hessen, misst 881 Meter und hat seit der Einstellung des Liftbetriebs 1991 keine Seilbahn mehr.
Gibt es am Feldberg einen Rundweg, den Rollstuhl und Kinderwagen schaffen?
Ja, den Gipfelrundweg ab der Bergstation: 5,78 Kilometer, 81 Höhenmeter, etwa zweieinhalb Stunden, überwiegend Feinschotter. Die großen Gondeln nehmen Rollstühle und Rollatoren auf, der Feldbergturm ist per Aufzug bis in den elften Stock erreichbar, das Haus der Natur stufenlos.
Wann fährt die Feldbergbahn, und was kostet sie im Sommer?
Die Sommersaison läuft seit dem 1. Mai 2026; in der Hauptsaison bis zum 31. August 2026 fährt die Bahn täglich und durchgehend von 09:00 bis 17:00 Uhr. Berg- und Talfahrt inklusive Feldbergturm kosten 19,00 Euro, Kinder 10,00 Euro. Der Betrieb ist windabhängig und wird ab etwa 58 Kilometern pro Stunde eingestellt.
Darf der Hund mit in die Gondel und an den Feldsee?
Mitfahren ja, gegen eine Zusatzgebühr von 5,00 Euro. Im Naturschutzgebiet gilt absolute Leinenpflicht, und ins Wasser darf der Hund nicht: Im Feldsee besteht Badeverbot für Tiere und Menschen, um die seltene Unterwasserflora zu schützen.
Was machen wir oben, wenn Regen einsetzt oder die Gondel wegen Wind steht?
Das Haus der Natur am Fuß des Seebucks bleibt trocken und öffnet regulär ab 10:00 Uhr, mit Dauerausstellung und virtueller 3D-Ballonfahrt. Fällt die Wanderung ganz aus, ist die Fundorena an der Talstation mit Hochseilgarten und Trampolinen die Rettung für Familien.

Übernachten

Und wo schläfst du?

Der Blick vom Feldberg auf den Feldsee lässt den Gedanken an einen ruhigen Ausklang gar nicht mehr los. Unsere Partnerhäuser liegen mitten in der Region.

Transparenz: Hotel Hochfirst und Hotel Sonnenberg gehören zur H24-Gruppe, die SchwarzwaldNavi betreibt.

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