Feldbergbahn

Feldberg · Hochschwarzwald
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Stell dir vor, du stehst an einem alten Steinmonument auf 1449 Metern Höhe. Unter dir fällt der Hang fast 300 Meter ab und endet in einem kreisrunden, dunklen Auge aus Wasser: dem Feldsee, einem Erbe der Eiszeit. Am Horizont, wenn die Luft klar ist, zieht sich eine weiße Zackenlinie von der Zugspitze bis zum Mont Blanc. Hinter dir liegen gerade einmal sieben bis acht Minuten Gondelfahrt. Mehr braucht es nicht, um auf das Dach des Schwarzwalds zu kommen.

Acht Minuten bis über die Baumgrenze

Die Feldbergbahn ist der bequemste Weg hinauf auf den höchsten Berg aller deutschen Mittelgebirge. Von der Talstation auf rund 1270 Metern, direkt oberhalb der Bundesstraße 317, schweben die geschlossenen 8er-Kabinen über acht Stützen und 900 Meter Strecke hinauf zum Seebuck auf 1449 Metern, 175 Höhenmeter in einem ruhigen Bogen. Wenn du mit Kindern unterwegs bist, halte Ausschau nach der bunt bemalten Resi-Gondel, benannt nach dem Kuh-Maskottchen der Bahn, oder nach der Wichtel-Gondel. Für die Kleinen ist schon die Auffahrt das erste Abenteuer des Tages.

Die Anlage selbst ist ein Stück Seilbahngeschichte: 1999 vom österreichischen Hersteller Doppelmayr gebaut, war sie die erste Kombibahn Deutschlands. Im Winter hängen 57 wettergeschützte 6er-Sessel am Seil und bringen Skifahrer auf den Berg, im Sommer werden 15 Kabinen eingehängt, in denen auch Rollstuhl, Kinderwagen, Hund und Fahrrad problemlos mitfahren. Das Personal kann die Gondeln in der Station stark abbremsen oder ganz anhalten, sodass du ebenerdig und ohne Stufe einsteigst. Barrierefreiheit ist hier kein Werbeversprechen, sondern gelebter Alltag.

Dass am Feldberg überhaupt Seilbahnen fahren, verdankt die Region echten Pionieren. 1891 bestieg der französische Diplomat Robert Pilet den Berg erstmals auf Skiern norwegischer Bauart, nach ihm ist heute die Zufahrtsstraße benannt. 1908 baute Robert Winterhalder im benachbarten Schollach den weltweit ersten Skilift, und 1951 ging am Seebuck die erste Schwebeseilbahn in Betrieb. Heute gehört die Bahn den drei Gemeinden Feldberg, Todtnau und St. Blasien, die Betreibergesellschaft beschäftigt rund 120 Mitarbeiter und ist der wirtschaftliche Lebensnerv des ganzen Hochschwarzwalds.

Oben am Bismarckdenkmal hört der Schwarzwald auf, Wald zu sein, und wird Weite.

Seebuck: Aussicht, Schinken und Tattoos in Tracht

Kaum bist du aus der Gondel gestiegen, liegt das Plateau des Seebucks vor dir. Wenige Schritte entfernt wartet das Bismarckdenkmal, der klassische Aussichtspunkt mit dem Tiefblick auf den Feldsee. Gleich daneben ragt der Feldbergturm auf, ein ehemaliger Funkturm, der heute als vollständig barrierefreier Aussichtsturm dient. Ein Aufzug bringt dich mühelos auf die offene Plattform im elften Stockwerk, und dann drehst du dich einmal um die eigene Achse: 360 Grad Südschwarzwald, bei Fernsicht bis zu den Vogesen, zur Schwäbischen Alb und zur kompletten Schweizer Alpenkette.

Der Turm kann aber mehr als Aussicht. Im ersten Stockwerk hat der Schutzverband der Schwarzwälder Schinkenhersteller das Schwarzwälder Schinkenmuseum eingerichtet. Du wanderst durch die Geschichte der wohl berühmtesten Spezialität der Region und wirfst einen Blick in originalgetreu nachgebaute alte Räucherkammern. Ein paar Etagen weiter hängt die Fotoserie Facing Tradition des Schwarzwälder Fotografen Sebastian Wehrle: großformatige Porträts von Menschen in historischen Trachten, kombiniert mit Tattoos, Piercings und wilden Frisuren. Bollenhut trifft Gegenwart, und du wirst überrascht sein, wie gut das zusammenpasst.

Vom Vorgipfel zum höchsten Punkt

Ein verbreiteter Irrtum: Die Bergstation liegt nicht auf dem Gipfel. Der Seebuck ist mit 1449 Metern nur der Vorberg, der eigentliche Feldberggipfel mit seinen 1493 Metern liegt rund zwei Kilometer weiter nordwestlich. Der Weg dorthin führt größtenteils asphaltiert über eine sanfte Senke, das Grüble, vorbei an Denkmal und Turm bis zur Wetterwarte. In einer guten bis anderthalb Stunden bist du gemütlich hin und zurück, selbst mit einem geländegängigen Kinderwagen. Für Kinder lohnt der Wichtelpfad, ein interaktiver Naturlehrpfad, der spielerisch vom stark gefährdeten Auerhahn und seinem fragilen Lebensraum erzählt.

Wenn du mehr willst, nimmst du den Felsenweg: einen alpinen Steig durch den urigen Bannwald in den steilen Hängen über dem Feldsee, felsig, von Wurzeltreppen durchzogen, nur mit festem Schuhwerk und Trittsicherheit. Dafür belohnt er dich mit tiefen Blicken auf den See und den historischen Raimartihof, und mit etwas Glück siehst du sogar einen Dreizehenspecht. Die Königsdisziplin ist der zwölf Kilometer lange Premiumwanderweg Feldberg-Steig, der über schmale Pfade die Hochweiden quert und an bewirtschafteten Hütten wie der St. Wilhelmer Hütte und der Todtnauer Hütte vorbeiführt. Einkehr inklusive.

Was dich unten im Tal erwartet

Auch die Talstation ist mehr als ein Parkplatz mit Kasse. Direkt nebenan steht das Haus der Natur, seit Dezember 2001 Naturschutzzentrum und Sitz des Naturparks Südschwarzwald. Die interaktive Dauerausstellung erzählt von der Beziehung zwischen Mensch und subalpiner Natur, der humorvolle Talking Ranger plaudert mit dir, und ausgebildete Ranger und Förster nehmen dich auf Führungen mit hinaus ins Naturschutzgebiet. Über eine Million Besucher haben die Ausstellungen in den ersten 25 Jahren gesehen, und man spürt schnell, warum.

Schräg gegenüber liegt die Fundorena, eine 4000 Quadratmeter große Indoor-Erlebniswelt mit Trampolinpark auf drei Ebenen, einem Hochseilgarten mit neun Parcours, einer Boulder-Arena und dem Fundo's Funpark für die Kleinsten. Wenn die berüchtigten Wetterumschwünge der Kammlagen deine Wanderpläne ins Wasser fallen lassen, rettet dieser Campus aus Bahn, Museum und Halle deinen Urlaubstag. Und wer es besonders mag: An ausgewählten Sonntagen wird die Bahn beim Gondelfrühstück zum fliegenden Restaurant. Du sitzt mit bis zu sechs Personen in deiner privaten Kabine, drehst Runde um Runde am Seil und frühstückst regionale Spezialitäten mit Bergpanorama, für 49 Euro pro Person.

Ausflugsziele in der Nähe

Der Feldberg liegt mitten im Geschehen, und ein Bahntag lässt sich wunderbar verlängern. Nach der morgendlichen Bergfahrt lockt am Nachmittag der Titisee mit seiner Uferpromenade, bei Regen das tropische Badeparadies Schwarzwald gleich daneben. Wer das Seilbahngefühl in ruhigerer Variante sucht, fährt zur Belchenbahn am benachbarten Belchen. Und in Todtnauberg wartet mit der Fußgänger-Hängebrücke Blackforestline ein zweiter Nervenkitzel mit Tiefblick.

Das Schönste für Übernachtungsgäste im Hochschwarzwald: Mit der Hochschwarzwald Card, die du ab zwei Übernachtungen kostenlos von deinem Gastgeber bekommst, ist die Berg- und Talfahrt samt Feldbergturm einmal pro Aufenthalt komplett kostenlos. Du musst nicht einmal zur Kasse, der QR-Code der Karte öffnet direkt das Drehkreuz. Pack also feste Schuhe und eine Windjacke ein, und gönn dir diesen Berg.

Aktueller Hinweis

2026 feiert das Haus der Natur an der Talstation sein 25-jähriges Bestehen: An jedem 25. eines Monats ist der Eintritt in die Dauerausstellungen frei. Das Gondelfrühstück findet in der Sommersaison 2026 unter anderem am 14. Juni, 13. September und 11. Oktober statt, Plätze sind begehrt und sollten früh gebucht werden.

Gut zu wissen

Höhenlage
Bergstation Seebuck 1449 m, Feldberggipfel 1493 m (ca. 2 km Fußweg)
Die Bahn
Erste Kombibahn Deutschlands (Doppelmayr, 1999): im Sommer 15 Kabinen, im Winter 57 Sessel
Fahrzeit
7 bis 8 Minuten einfach, 900 m Strecke, 175 Höhenmeter
Träger
Kommunal: Gemeinden Feldberg, Todtnau und St. Blasien, rund 120 Mitarbeiter
Barrierefrei
Ebenerdiger Einstieg (Bahn stoppbar), asphaltierte Wege, Turm mit Aufzug ins 11. Stockwerk
Hochschwarzwald Card
Berg- und Talfahrt inkl. Feldbergturm einmal pro Aufenthalt kostenlos, QR-Code direkt am Drehkreuz
Besuchsdauer
2 bis 3 Stunden für Bahn und Turm, halber Tag mit Gipfelrunde, ganzer Tag mit Feldberg-Steig oder Museen
Insider-Tipp

Fahr an klaren Tagen erst am späten Nachmittag hinauf: Wenn die Tagesgäste abreisen, sinkt der Dunst, das Licht wird warm und die Chance auf freie Alpensicht steigt deutlich. Und kauf dein Ticket vorab im Online-Shop der Feldbergbahnen, dann gehst du an sonnigen Wochenenden an der Warteschlange vorbei direkt durchs Drehkreuz.

Häufige Fragen

Bin ich an der Bergstation schon auf dem Feldberggipfel?
Nein. Die Bahn endet auf dem Vorberg Seebuck (1449 m). Zum eigentlichen Gipfel (1493 m) läufst du noch rund zwei Kilometer über einen größtenteils asphaltierten Weg, gemütlich etwa eine bis anderthalb Stunden hin und zurück.
Lohnt sich der Ausflug mit kleinen Kindern?
Ja. Die Fahrt in der Resi- oder Wichtel-Gondel ist schon ein Erlebnis, oben wartet der Wichtelpfad rund um den Auerhahn, und die Gipfelrunde ist mit geländegängigem Kinderwagen machbar. Bei schlechtem Wetter toben sich Kinder in der Fundorena an der Talstation aus.
Wie komme ich hin und wo parke ich?
Mit dem Auto über die B317, Parkhaus an der Dr.-Pilet-Spur 2 mit 1200 Stellplätzen, von dort sind es rund vier Gehminuten zur Talstation. Entspannter geht es mit der Bahn bis Titisee oder Bärental und der Buslinie 7300 direkt zur Talstation. Mit der KONUS-Gästekarte ist diese Anreise für Übernachtungsgäste komplett kostenlos.
Wie viel Zeit sollte ich einplanen?
Für Bahnfahrt, Turm und Aussicht reichen zwei bis drei Stunden. Mit Gipfelwanderung und Einkehr wird es ein halber Tag, mit Feldberg-Steig, Schinkenmuseum, Haus der Natur oder Fundorena füllst du problemlos einen ganzen Tag.
Fährt die Bahn bei jedem Wetter?
Die Bahn fährt ganzjährig, ist aber windabhängig: Bei Windgeschwindigkeiten ab etwa 58 km/h wird der Betrieb aus Sicherheitsgründen eingestellt. Prüfe am Ausflugstag den tagesaktuellen Bahnbericht online.
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